Lehrpflichterhöhung: Beschämende Reaktion der GÖD auf Faymanns Aussage

Kommentar von Manfred Sparr
Wie auf oeliug.at bereits berichtet – „Bundeskanzler Faymann in Bildungsfragen massiv überfordert“ – teilte uns Bundeskanzler Faymann am Karsamstag am Ende eines Interviews in diePresse.com - 26.03.16 mit, dass er bei der Lehrverpflichtung "die Stundenzahl massiv verändern" möchte, denn das "würde das für das Schulbudget eine gewisse Entlastung bringen". Seine Aussagen zu diesem Thema lassen vermuten, dass unser Bundeskanzler mit der Flüchtlingspolitik so beschäftigt ist, dass er bei allen anderen Themen nicht mehr auf dem aktuellen Informationstand ist. Zumindest in Bildungsfragen ist das nach seinen Aussagen in diesem Interview offensichtlich.
Heute macht diePresse.com 29.03.16 aus dem Faymann-Sager einen neuerlichen Bericht und lässt vor allem die fcg Lehrergewerkschafter zu Wort kommen. Und die nützen diese Chance und prügeln verbal ordentlich auf Faymann ein.
Es wäre ja sehr erfreulich, wenn die GÖD endlich einmal schnell und massiv auf die Angriffe der Regierung gegen die Lehrer/innen reagieren. Beim Kampf gegen eine weitere Lehrverpflichtungserhöhung, ist der Wiederstand der ÖLI-UG sowieso eine Bank und darin sind wir mit Kimberger und Quin diesmal eins. Aber aus zwei Gründen ist eine Kritik an den Aussagen und dem Vorgehen der fcg-Spitzengewerkschafter dringend angebracht.

Einmal ist dies der offensichtlich parteipolitisch motivierte Anlass für diese verbalen Attacken gegen Faymann (SPÖ). Dass der Hauptverantwortliche für diese Entwicklung und primär die Ursache für die neu aufgeflammte Diskussion um die Arbeitszeit der Lehrer/innen nicht Faymann oder Heinisch-Hosek ist, sondern Finanzminister Schelling (ÖVP) ist kein Geheimnis. Er produziert konsequent mit seiner neoliberalen Budgetpolitik ein strukturelles Budgetloch im Bildungsressort (>oeli-ug.at: "Schelling nervt: 550 Millionen fehlen 2016 im Bildungsbudget"), das wegen der Struktur des Bildungsbudgets nur mittels Einsparungen bei Lehrer/innen geschlossen werden kann. Und er gibt dies auch schamlos öffentlich zu. Die de facto Nullreaktion der schwarzen Lehrer/innen-Vertretern in der GÖD auf Schellings Budgetattacken gegen das Bildungsressort ist wohl nur mit ihrer bedingungslosen Parteiräson erklärbar.
Der zweite Grund wiegt noch schwerer. Es ist die aggressive und unsachliche Wortwahl Kimbergers und Quins. Ihre Aussagen erschöpfen sich in unsachlichen und niveaulosen persönlichen Angriffen. Das mag vielleicht manche schwarzen Stammtischbrüder erfreuen, bringt uns Lehrer/innen aber in der Abwehr von Lehrpflichterhöhungen absolut nicht weiter und ist dem Image des/der Lehrer/innen sicher nicht förderlich.

Erhöhung der Lehrverpflichtung wegen mangelhaftem Bildungsbudget
Erhöhung der Lehrverpflichtung wegen mangelhaftem Bildungsbudget

vlikraft - die Zeitung der VLI

Die vlikraft geht heute in Druck und wird in der nächsten Woche in deiner Schule aufliegen.

 

16 Seiten voll mit interessante Themen:
Verkehrte Welt - Ethikunterricht - Flüchtlingsklasse - Oberstufe NEU an der HAK Bregenz - Zukunftsfonds - Wo bleibt das Geld für Bildung? - News - Sportgymnasium – unzumutbare Arbeitsbedingungen - Empfehlungen
- Schulen schauen – Brücken bauen


NETZ FÜR KINDER

Eine Information für Kunstfreunde und alle die es noch werden wollen …

 

Benefizausstellung zugunsten "NETZ FÜR KINDER"

 

Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs
Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis
Gallusstraße 10 | Bregenz

Eröffnung | Samstag, 2. April 2016 | 20 Uhr
Dauer | 2. und 3. April 2016
Einheitspreis pro Werk € 380.-

Benefizaustellung zugunsten "NETZ FÜR KINDER"
Benefizaustellung zugunsten "NETZ FÜR KINDER"

Bundeskanzler Faymann in Bildungsfragen überraschend schlecht informiert

Bundeskanzler Faymann teilt uns Karsamstag am Ende eines Interviews in diePresse.com mit, dass er bei der Lehrverpflichtung "die Stundenzahl massiv verändern" möchte, denn das "würde das für das Schulbudget eine gewisse Entlastung bringen". Seine Aussagen zu diesem Thema lassen vermuten, dass unser Bundeskanzler mit der Flüchtlingspolitik so beschäftigt ist, dass er bei allen anderen Themen nicht mehr auf dem aktuellen Informationstand ist. Zumindest in Bildungsfragen ist das nach seinen Aussagen in diesem Interview offensichtlich. Faymann antwortet auf die Feststellung, dass der Bildungsministerin „heuer schon wieder 550 Millionen Euro im Budget“ fehlen: „Im Schulbudget hat man sich vor Jahren darauf geeinigt: Würde man ein neues Dienstrecht machen und die Stundenzahl massiv verändern, dann würde das für das Schulbudget eine gewisse Entlastung bringen.“ Und weiter: „Wenn man das macht, dann am besten in einer ganztägigen gemeinsamen Schule. Plus Ausbau der Schulräumlichkeiten. Und einer Entlastung der Lehrer von Verwaltungsaufgaben.“

Gary Fuchsbauer (ÖLI-UG) zeigt sich über das bildungspolitische Informationsniveau des Bundeskanzlers erstaunt: „Interessanterweise scheinen weder Kanzler noch Die Presse zu wissen, dass dieses neue Dienstrecht schon beschlossen wurde und bereits in folgenden Schuljahr von den neuen Lehrkräften gewählt werden kann und ab September 2019 für alle Neuen fix gültig ist. Allerdings ist vom "Ausbau der Schulräumlichkeiten. Und einer Entlastung der Lehrer von Verwaltungsaufgaben" an den Schulen nichts zu merken.“

Trotzdem: In dieser Nacht voll Auferstehungshoffnun, dürfen wir doch wohl hoffen, dass unser Bundeskanzler keine bildungspolitischen Entscheidungen trifft, bevor er sich durch Aneignung der erforderlichen Informationen seine Entscheidungskompetenz in der Sache auf ein verantwortbares Niveau bringt.

Erstaunt über bildungspolitisches Informationsniveau des Bundeskanzlers
Erstaunt über bildungspolitisches Informationsniveau des Bundeskanzlers

Türcke: Lehrer als Kompetenzbeschaffungsgehilfen des Neoliberalismus

Christoph Türcke, "Lehrerdämmerung: Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet" Beck
Buchbesprechung von Kirstin Breitenfellner in Kontext oe1.orf.at:

Ausgehend von einer Reflexion auf philosophischer Basis, analysiert Christoph Türcke die aktuellen Probleme in den Schulen. Und das Ergebnis ist durchaus beachtenswert. Vor allem anhand des Themas „Kompetenzen“, der bedingungslose Ausrichtung des Unterrichts und der Prüfungen auf vorgegebene Kompetenzen, zeigt Türcke, „was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet“.
Laut Türcke suggeriert der Begriff Kompetenzen Nonkonformismus, Originalität und Kreativität. In Wahrheit stecke aber Flexibilisierung und damit der Neoliberalismus dahinter.
Kreativität sei keine Kompetenz, die man wie das Einmaleins lernen könne, sondern ein Nebenprodukt gelungenen Lernens. Kompetent sein könne man für vieles, das man nur halb oder gar nicht verstanden habe und einfach wunschgemäß ausführe. Verstehen aber involviere und verändere die ganze Person.
Deshalb ruft in Türcke in seinem Buch die Lehrere/innen auf, sich nicht zu Kompetenzbeschaffungsgehilfen degradieren zu lassen und sich mit Rückgrat gegen die Flexibilisierungsrufe der neoliberalen Schulpolitik zu wehren.

Christoph Türcke, "Lehrerdämmerung: Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet", C. H. Beck Verlag
Christoph Türcke, "Lehrerdämmerung: Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet", C. H. Beck Verlag

Walter Strobl: Verlogenes Bildungsbürgertum gefährdet sozialen Fieden                  NMS ist in Ballungszentren letztlich eine Ghettoschule

In einem Kommentar in stadt-wien.at zum Kurier-Artikel "Die verlorene Generation - Jeder dritte Schüler wird keinen Job finden" vom 13.3. 2016 (siehe auch ein Kommentar dazu auf dieser HP), zeigt Walter Strobl, Vizepräsident d Stadtschulrates a.D. auf, wie die Verlogenheit des österreichischen Bildungsbürgertums und ihrer Proponenten ein modernes und sozialeres Bildungssystem, die Gesamtschule, verhindert. Ihre Verlogenheit unterstützt eine konservative Lehrerkaste mit ihren standespolitischen Dünkeln, die ein komplett veraltetes und unsoziales Bildungssystem, die frühe Differenzierung der Schüler/innen ab dem 10. Lebensjahr, mit allen Mitteln verteidigen. Eine ideologische Pseudodiskussion zum Thema "differenziertes Schulsystem", so Strobl.
Klar argumentiert Strobl, dass die Neuen Mittelschulen in den Ballungszentren automatisch „Restschulen“ werden (müssen) und in der Folge gehörigen sozialen Sprengstoff beinhalten: „Egal, welche Reformen ich dort erfinde oder ihr neue Namen gebe (Neue Mittelschule) - in diese Schule will niemand gerne gehen - weil sie letztlich eine Ghettoschule ist. Sie ist und bleibt eine Restschule mit hohem Sozialsprengsatz.“
Für den Vizepräsident d Stadtschulrates a.D. ist es vor allem die unberechtigte und künstlich hochgehaltene Angst der bürgerlichen Bourgeoisie, „die diesen gesellschaftlich gefährlichen sozialen Sprengsatz einer Restschule oder Ghettoschule im Ballungsgebiet erst erzeugt. Die dann noch verstärkend mit nacktem Finger auf die (Hauptschule) Neue Mittelschule zeigt und klagt: „pfui, die bringen ja nichts zusammen“, und die die Berührung der eigenen Kinder mit schwächeren Schülern (aus der Neuen Hauptschule) verachtend als Krankheitsübertragungsgefahr definiert. Oder handelt es sich um eine bürgerliche Überheblichkeit, die standespolitische Dünkel einer Lehrerkaste - für eine gesellschaftspolitisch tragbare und vernünftige Ideologie hält?“
Nur im ländlichen Raum sind in den meisten Fällen die NMS keine Restschulen wie in den Ballungszentren. Weil es dort weniger AHS-Standorte gibt, die auch noch oft weit vom Wohnort entfernt sind, findet man in den NMS „Kinder aller Schichten und unterschiedlichster Begabungen, gemeinsam – ohne Angst vor einem ansteckenden Virus, eines allgemeinen Niveauverlustes“, stellt Strobl klar.
Klar ist, die Verhinderung der Gesamtschule bedeutet die Akzeptanz der katastrophalen Wirkung der frühen Differenzierung. Den Staat kostet es nicht nur wegen der Doppelgleisikeit enorm viel Geld, sondern vor allem in den Ballungsgebieten durch die sozialen Folgewirkungen dieses Schulsystems.

NMS ist in Ballungszentren letztlich eine Ghettoschule
NMS ist in Ballungszentren letztlich eine Ghettoschule

Verantwortungslos: Schellings Budgetpolitik verhindert Heroes

Es ist kein Geheimnis, auch in Österreich ist in der Jugendarbeit eine professionelle Burschenarbeit besonders wichtig. Denn, so fasst diePresse.com zwei lesenswerte Artikel zu diesem Thema zusammen: Junge Burschen können zur Gefahr für andere werden. Sie brauchen Respekt und Vorbilder. Bei emanzipatorischer Burschenarbeit zu sparen ist ein Fehler.
Für professionelle Burschenarbeit, mit speziellem Fokus auf muslimische, traditionell-autoritäre Milieus gibt es in Österreich also richtig viel zu tun. Wie gut, dass es Leute gibt, die hier seit Jahren schon Pionierarbeit leisten: die Heroes aus Berlin-Neukölln. Die Heroes gehen in Parks, Jugendzentren, Sportklubs, Schulen und bauen dort Beziehungen zu den Kids auf. Es geht um Status, Selbstbewusstsein, Sexualität und Beziehungen.

 

Aber das Bildungsministerium muss sparen und zieht bereits zugesagte Unterstützungen zurück. Eine weitere Folge der einseitig neoliberalen und damit sozialrestriktiven Budgetpolitik des Finanzministers Schelling. Mit seiner Weigerung, das strukturelle Budgetloch des bmbf nachhaltig zu schließen, lässt er im Bildungsbereich keinerlei finanzielle Spielräume mehr zu. Eine weitere Konsequenz: In Salzburg werden Heroes noch heuer mit ihrer Arbeit starten. Auch in Wien waren die Verhandlungen schon weit gediehen. Bis, im letzten Moment, das Frauen- und Bildungsministerium absprang und seine Finanzierungszusage wieder zurückzog. „Zu teuer“, heißt es. Hoffentlich werden wir das nicht teuer bezahlen, in ein paar Jahren, so diePresse.com.
Artikel dazu in diePresse.com
Burschen brauchen die "Heroes", aber sie bekommen sie nicht
Integration: Salzburger Werte-Crashkurs

Schellings einseitige neoliberale und damit sozialrestriktive Budgetpolitik
Schellings einseitige neoliberale und damit sozialrestriktive Budgetpolitik

Schäbig: Schelling sperrt Integrationsgeld für Flüchtlingskinder

FM Schelling verzögert seit Monaten die Abgeltung der Schulen und Lehrer/innen für Sprachförderung und die Integration von Flüchtlingskindern. Er setzt damit wieder einmal ein klares Zeichen Richtung neoliberaler unsozialer Politik. Er scheint, als nütze er jede Möglichkeit aus, die ihm die Macht seines Amtes als Finanzminister bietet, der österreichischen Politik seinen ideologischen Stempel aufzudrücken. Na und? Ist man geneigt zu Fragen. Das macht doch jede/r Minister/in! Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied zwischen Schelling und seinen Amtskolleg/innen: Seine bisherigen Amtshandlungen zeigen unmissverständlich, dass es Schelling an jeglichem gesellschaftlichen und sozialem Verantwortungsgefühl zu fehlen scheint (siehe Beiträge auf dieser Seite und im Archiv). Er ist auf dem besten Weg, sich diesbezüglich in die „würden wir gerne vergessen – Liste“ mit Grasser, Schüssel und Co Einzureihen. Sein Griff in den Spendentopf für Flüchtlinge (siehe unten) lässt erwarten, dass er sehr bald die Führerposition in der Riege der schäbigen Politiker einnehmen wird.
Wie diePresse.at berichtet, steigt der Ärger wegen der seit Monaten verzögerten Abgeltung für Sprachförderung und Lehrer/innen in den Ländern, Gemeineden und Schulen. Wiens Stadtschulratspräsident Czernohorszky formuliert die Kritik vorsichtig und wirft dem Finanzminister zu „langsame Arbeit“ vor.
Fakt ist, die Bundesregierung hat bereits bei ihrem Flüchtlingsgipfel im September 2015 einen Sondertopf von insgesamt 75 Millionen Euro für die Integration von Asylwerbern vereinbart. Inzwischen steht fest, dass das Bildungsministerium davon 23,75 Millionen Euro erhält, die weiteren rund 50 Millionen gehen an das Innen-, Integrations- und Sozialministerium. Rund 10.000 Flüchtlingskinder gibt es bundesweit in Österreichs Schulen, rund 2500 davon allein in Wien. Länder und Schulen warten aber noch auf das zugesagte zusätzliche Geld, so diePresse.at.
Die schwarzen Länderchefs üben deshalb Druck auf Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) aus. Nur die Bildungsministerin ist die falsche Adresse. Denn Finanzminister Schelling verhindert mit abstrusen Begründungen die Auszahlung der längst fälligen Gelder. Einzig der Präsident des Wiener Stadtschulrates, Jürgen Czernohorszky, nennt den wahren Schuldigen beim Namen: Hans Jörg Schelling. Denn dieser muss die Zustimmung zu der vom Bildungsressort angemeldeten Abgeltung konkreter Integrationsmaßnahmen geben. „Würden wir so langsam wie das Finanzministerium arbeiten, wären die jugendlichen Flüchtlinge alle nicht beschult“, kritisiert der amtsführende Wiener Stadtschulratspräsident.
Schellings fadenscheinige Begründung für die Zurückhaltung der Zahlungen: Die Auszahlung sei an bestimmte Auflagen wie Transparenz beim Einsatz der Ressourcen zur Integration, der Überprüfung der Effektivität der Sprachkurse, sodass es nicht beim bloßen Absitzen der Kurse bleibt. Er sagt aber nicht, wer die Überprüfung dieser Auflagen durchführen und bezahlen soll. Schelling wird´s wohl kaum! Außerdem sei der derzeitige Einsatz der 208 Lehrerposten zur Sprachförderung nur temporär und ende mit dem heurigen Schuljahr.
Und übrigens, so Schelling, soll die Bildungsministerin in Zukunft die Mehrkosten für die über 10.000 zu betreuenden Flüchtlingskinder aus dem rund acht Milliarden Euro umfassenden Schulbudget übernehmen.
Das bedeutet nichts Gutes für die Ende April geplanten Verhandlungen über die Verlängerung des neuen Finanzpfades bis 2020.

Schellings Kampf gegen alles Soziale und die Schule
Schellings Kampf gegen alles Soziale und die Schule

Schäbig: Schelling kassiert Spendengelder für Flüchtlingshilfe ein

Im Vorjahr galt noch die Parole: "Refugees welcome". Sie wurde auch von jenen Poltiker/innen in Österreich medienwirksam verbreitet, die jetzt für die unmenschliche Grenzzaunpolitik verantwortlich sind. Damals, als noch mehrere Hunderttausend Flüchtlinge binnen weniger Wochen nach und durch Österreich strömten, hätte der Staat trotz Polizei und Heer schon binnen Wochen kapituliert. Wenn nicht die „Erste-Hilfe-Profis von Rotem Kreuz bis Volkshilfe, unterstützt von Hunderten freiwilligen Helfern, Bergen von Sach- und vielen Geldspenden“ diese Aufgabe übernommen hätten, schreibt zum Beispiel Josef Votzi in seinem Kommentar im Kurier „Faymann sollte die Helfer vergolden - Der Staat will nun auch Spendern in die Tasche greifen. Das ist dreist und dumm.“ Für die spontane Hilfe mussten die Hilfsorganisationen zusätzliches Personal aufnehmen und auch einen großen finanziellen Einsatz leisten, der ihnen vertraglich vom Staat abgegolten werden muss. Aber Finanzminister Schelling will nicht zahlen. Laut Kurier gehen Schätzungen bereits vom Innenministerium zugesagten von 10 bis 15 Millionen Euro aus, für die es von Schelling noch kein O.K. für die Auszahlung gibt – und ginge es nach ihm, auch in Zukunft nicht geben wird. Statt die Schulden an die NGOs zu bezahlen, wird ihnen mitgeteilt, dass nur jener Betrag ausbezahlt wird, der nicht durch private Spenden abgedeckt ist.
Damit will Schelling de facto Spenden einkassieren, die private Spender/innen für Flüchtlinge an die Hilfsorganisationen geleistet haben. Und reduziert damit auch die Spendenbereitschaft der Österreicher/innen gegen Null.
Was bis Ende der letzten Woche niemand für möglich gehalten hätte, ist heute eingetreten. Eine unerträgliche Schäbigkeit macht sich in der österreichischen Politik breit, die alle sozialen Stan- dards in einer zivilisierten Welt in Frage stellt und imstande ist, das noch im größten Teil der Bevölkerung vorhandene soziale Bewusstsein nachhaltig zu vergiften. Strache, Schelling und Kurz sind hauptverantwortlich für diese Entwicklung – und Faymann natürlich, der, so scheint es zumindest, alle Grundwerte einer SPÖ dem Versuch unterordnet, politisch zu Überleben.
Dazu einige Stellungnahmen vom Kurier übernommen: "Für mich ist das eine Art Abrechnung mit der Willkommenskultur und vor allem auch ein Schlag ins Gesicht der Spendenbereitschaft", sagt Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbandes. Von AK, Gewerkschaft und ÖH, von den Grünen, über die Neos bis zur Sozialistischen Jugend hagelte es am Montag Kritik. Die Aktion des Innenministeriums sei "an Bösartigkeit nicht zu überbieten", sagte stellvertretend für viele andere, Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Die Regierung dürfe einfach nicht in die Taschen der Spender greifen, so Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner.
Verbands-Sprecher Lutschinger sagt: "Es wird keiner mehr spenden, wenn man sich nicht sicher sein kann, dass die Spenden nicht bei der Caritas sondern bei der Frau Innenminister landen. Hier wird das Vertrauen der Österreicher missbraucht."

Protestschreiben jetzt unterzeichnen
Protestschreiben jetzt unterzeichnen

Wenn wir uns nicht gegen diesen uner- träglichen Spendenklau der Regierung auf dem Rücken der Ärmsten wehren, wann dann? Was kommt dann als Nächstes?


21.03.2016 Heute ist Welttag gegen Rassismus.


GlasNost: Optionsnmodell nach AHS jetzt auch für  BMS, aber nicht für BHS

Was für die AHS Recht, ist für die BMS billig – und was ist mit der BHS?
Überraschung: Heute redete Sektionschef Dorninger Christian auch mit den BMHS- Gewerkschaftern der FCG  und einem Vertreter des Direktorenverbandes, nachdem der AHS überraschend von der Ministerin Heinisch-Hosek eine autonome Verschiebung der Einführung der Oberstufe Neu ermöglicht wurde.

Eine weitere Überraschung: Der stellvertretende Vorsitzende der BMHS-Gewerkschaft, Gary Fuchsbauer (ÖLI-UG), wurde zu diesem Gespräch vom Vorsitzenden der GÖD- BMHS, Jürgen Rainer (fcg), nicht eingeladen. Das Ergebnis des Gesprächs könnt/dürfte wohl der Grund für die Nichteinladung eines ÖLI-Vertreters sein. Aber macht euch selber ein Bild von der Situation.
Laut Ministerium wurde über die Bedürfnisse der Schulstandorte in Bezug auf die NOST gesprochen. Das BMBF nimmt die Sorgen und Bedürfnisse der einzelnen Schulen sehr ernst. Im guten Einvernehmen wurde eine gemeinsame Lösung gefunden:
Alle Schulformen starten – wie gesetzlich vorgesehen – im Schuljahr 2017/2018 mit der NOST. Die AHS- und BMS – Berufsbildenden mittleren Schulen -, die sich noch nicht ausreichend vorbereitet fühlen, können autonom entscheiden, ob sie mit der Umsetzung der neuen Oberstufe um ein oder um zwei Jahre später beginnen wollen. Dieses Vorgehen unterstreicht auch die Verantwortung am Standort und der Schulautonomie. Die Schulleiter vor Ort wissen am besten was sie brauchen – es gibt vom BMBF keinen unnötigen Druck. Bla, bla, bla …
Den BHS – den Berufsbildenden höheren Schulen – werden diese Option nicht gewährt. Dafür gibt es keine Begründung von Seiten des Ministeriums – und der FCG-Funktionäre der GÖD-BMHS.
Dritte Überraschung: Die NOST (dazumal hieß sie noch MOST) wurde 2012 für alle mind. 3-jährige Schulen ab der 10. Schulstufe Gesetz (mit Einstiegsmöglichkeit 2013-2017).
Dann müsste es, wenn der Zeitraum geändert wird, auch für alle diese Schulen gelten – könnte man annehmen.
Falls SC Dorninger vorhat noch ein Gespräch mit Gewerkschaftsvertreter/innen für die BHS zu führen, empfiehlt die ÖLI, auch unseren Gary Fuchsbauer dazu einzuladen, damit konkrete, der Sachlage entsprechenden Entscheidungen getroffen werden.

NOST-Schulversuch an BMHS Foto: Joachim Winsauer
NOST-Schulversuch an BMHS Foto: Joachim Winsauer

Schulkalender und unterrichtsfreie Tage im Schuljahr 2016/17

 

Wichtige Termine für die Vorarlberger Schulen im Schuljahr 2016/17

Offizieller Schulkalender des Landesschulrates für Vorarlberg

 und

 eine Liste der unterrichtsfreien Tage mit „MDL-Wirksamkeit“ für das Schuljahr 2016/17


Online-Bewerbungsportal für die Bewerbung als Lehrer/in

Wer sich als Lehrer/in an einer österreichischen Schule bewerben will, macht das über das jeweilige Online-Bewerbungsportal der zuständigen Landesschulräte (Stadtschulrat für Wien). Bewerbungen für das Schuljahr 2016/17 sind voraussichtlich bis längstens 4. Mai 2016 möglich. Wobei zu beachten ist, dass die Landesschulräte unterschiedliche Zeitfenster für die Online-bewerbung anbieten. Mehr Informationen dazu auf der Homepage der ÖLI-UG und auf den Bewerbungsportalen der Landesschulräte.
Wo, an welchen Schulen und für welche Fächer Lehrer/innen gesucht werden, wird voraus-sichtlich am 23. April 2016 im Amtsblatt der Wiener Zeitung und auf der Website „Karriere Öffentlicher Dienst“ verlautbart.
Für die Bewerbungen als Lehrer/in an Schulen in Österreich gelten die „Allgemeinen Ausschreibungsbedingungen für die Bewerbungen“ des Bundesministeriums für Bildung und Frauen (bmbf).
>> mehr dazu

Foto: Joachim Wiesner
Foto: Joachim Wiesner

Der neue Kreidekreis digital 3/2016

Kreidekreis Digitalausgabe KKR 3/2016

 

Aus dem Inhalt:

Mobbing | Modern Times | Leuchtenwechsel | Bildungsdemo in Linz | Her mit der Pensionsautomatik | Briefwechsel | Ausstellung: Zwangsarbeit im Nationalsozialismus | Raus aus der persönlichen Komfortzone | Das Argumentarium des Grauens | Personalvertretungsgesetz: Was tun, wenn nicht? | Kunst und Kultur

Kreidekreis Digitalausgabe KKR 3/2016
Kreidekreis digital 3/2016

Wertekodex für Kindergärten in Wels - "Fischers Fritz fischt frischen Fisch ...

Heidemarie Lex-Nalis im ORF ZIB Magazin: "Es ist gelinde gesagt lächerlich, es ist vollkommen unprofessionell!". Gemeint ist der Wertekodex für Kindergärten in Wels. Der FPÖ-Bürgermeister will damit unter anderem das Auswendiglernen von mindestens fünf deutschen Liedern und fünf deutschen Gedichten und die Vermittlung des Christentums den Kindergartenkindern vorschreiben. Als Beispiel für ein deutsches Gedicht gibt der Bürgermeister im ZIB Magazin „Fischers Fritz fischt frischen Fisch …“ zum Besten. Muss man unbedingt sehen.
Immer wenn man glaubt, tiefer geht´s wohl nicht mehr, dann wird man sehr schnell eines Besseren belehrt. Was kommt als Nächstes? Man darf sich fürchten!

Gedichtepflicht und Wertekodex in Kindergärten
Gedichtepflicht und Wertekodex in Kindergärten

Wir laden euch herzlich zur nächsten VLI-Sitzung ein

29. März um 19.00 im Cafe Grubwieser in Altach
Tagesordnung:
* GlasNOST I:  Die Neue Oberstufe
* GlasNOST II: Demokratie, Offenheit und Transparenz in der GÖD
* 15 - 5000:  Mit Zahlenspielen zur Modellregion
* Prov. LFV und Anstellungssituation
* Die Neue Reifeprüfung / Belastung in und durch Mathe
* Termine: Pichl ( ÖLI-AHS-Treffen )
                  Vortrag Prof. Krautz: Kritik des Kompetenzkonzepts
                  JunglehrerInnenveranstaltung
                  Jubiläum: 38 Jahre VLI
* Allfälliges


GlasNOST: AHS dürfen die Neue Oberstufe verschieben

Gymnasien dürfen neue Oberstufe verschieben

Laut diepresse.com gibt die Bildungsministerin dem Drängen der Elternvertreter/innen und Administrator/innen der Gymnasien (AHS) nach. Weil sie erst kürzlich der Ministerin und natürlich zuerst den Medien von „Verunsicherung“ und nicht weiter definierte „Baustellen“ in den AHS bei der geplanten Einführung der Neuen Oberstufe (NOST – früher MOST). Die AHS-Administratoren „warnten“ vor einem Wechsel auf das neue System.

Diese von den wichtigsten Menschen in den Schulen vorgebrachten „massiven und fundierten“ Kritikpunkte reichten aus, dass die Bildungsministerin sofort die Notbremse zieht und verkündet, die neue Oberstufe soll in der AHS nicht wie geplant ab Herbst 2017 verpflichtend sein. Die AHS dürfen die Einführung der NOST maximal zwei Jahre verschieben. Ab 2019 soll sie fix in ganz Österreich ab der zehnten Schulstufe eingeführt sein. > Da sind wir aber einmal gespannt.

BMHS brauchen diese Option nicht. Einführung der NOST fix 2017

Interessant, dass in den BMHS weder die Elternvertreter/innen, noch die Lehrer/innen und die Schüler/innen diese Probleme nicht orteten. Auch die Administrator/innen in den berufsbildenden Schulen sehen auch keinen Grund, vor dem Wechsel auf die NOST zu warnen. Das mag vielleicht daran liegen, dass die relativ viele BMHS, im Gegensatz zu den AHS, die Möglichkeit für die vorzeitige Einführung der NOST als Schulversuch wahrgenommen haben – und, wie es scheint sehr erfolgreich.

Jedenfalls schlägt das Bildungsministerium „eine entsprechende Gesetzesänderung vor, die noch vor dem Sommer beschlossen werden könnte“, hieß es gegenüber der „Presse“.

NOST-Schulversuch an BMHS Foto: Joachim Winsauer
NOST-Schulversuch an BMHS Foto: Joachim Winsauer

Kommt nach Deutschpflicht in der Schulpause die Gedichtepflicht  im Kindergarten?

Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer …...

Oe1.orf.at stellt in seinem Innenpolitik Journal zwei Fragen zu den aktuell wohl absurdesten bildungspolitischen Maßnahmen in Österreich. Das wäre einmal die Deutschplicht in den Schulpausen, die federführend neben der Steiermark die Landesregierung in Oberösterreich (ÖVP und FPÖ) einführen wird und einmal der Welser Bürgermeister Rabl (FPÖ) mit der geplanten Einführung der „Gedichtepflicht“ für Kindergartenkinder und seinem, noch übleren (geht das überhaupt noch?) „Wertekodex“: Soll es für Schülerinnen und Schüler eine Deutschpflicht in der Pause geben, so wie das in Oberösterreich und in der Steiermark geplant ist? Und was ist davon zu halten, dass Kindergartenkinder verpflichtend fünf deutschsprachige Gedichte und Lieder beherrschen müssen, wie es der Welser Bürgermeister durchsetzen will?
Nein, soll es nicht! Und vom Rabl´schen Wertekodex halten wir einfach NICHTS. Das sagt uns der gesunde Menschenverstand. Weil das, wie meistens in der Bildungsdebatte, nicht nur in Österreich, aber hier besonders, ein schlechtes Argument ist, haben sich unzählige Experten zu Wort gemeldet. Und das in einer bisher noch nie erreichten Einigkeit in ihren Aussagen. „Pädagogisch-psychologischer krimineller Unsinn“, nennt zum Beispiel der Sprachlernforscher Hans-Jürgen Krumm die Deutschplicht in den Pausen und die Lieder- und Gedichtpläne des Welser Bürgermeisters. Denn gerade Kinder fühlen sich in der Muttersprache zuhause und sicher. Und unter Druck und Zwang lernt man eine neue Sprache schlechter.
Ein neues und interessantes Argument gegen Deutsch als Pausensprache bringt Volker Frey vom Klagsverband zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern in die Debatte ein: Bildung sollte Kinder auf die Welt vorbereiten, in der sie in 10, 20 Jahren leben werden. Und das wird auf jeden Fall eine mehrsprachige Welt sein.
Die Erkenntnis ist so alt wie richtig, dass man eine Sprache besser lernt, wenn man die eigene Muttersprache gut kann und sich dafür nicht schämen oder fürchten muss, weil sie in der Gesellschaft in der man lebt sie geringschätzt oder sogar verbietet. Dazu Hans-Jürgen Krumm: „Die Pausensprache gehört den Kindern, gerade emotional und von der Sicherheit her. Schule kann den Stolz auf die Sprache fördern, dann wird weniger geschimpft. Aber geschimpft wird in jeder Sprache und das sollte man den Kindern in der Pause auch ein bisschen lassen.“
Der fünf Seiten umfassende Wertekodex des FPÖ – Bürgermeisters sieht unter anderem vor, dass Kinder bis zum Ende des Kindergartenbesuchs je fünf deutschsprachige Lieder und Gedichte vortragen können müssen. Für die Sprachwissenschafterin Judith Purkarthofer ist der Plan Rabls "bis zu einem gewissen Grad eine Machtdemonstration. Inhaltlich ist das völlig irrelevant".
Verärgert über den Rabl´schen „Wertekodex“ ist auch die Generaloberin der Franziskanerinnnen, Angelika Garstenauer. Sie wehrt sich gegen "Vereinnahmung" durch den Welser Bürgermeister und die Reduktion von christlichen Feiertagen auf Brauchtum.

Gedichtepflicht und Wertekodex in Kindergärten
Gedichtepflicht und Wertekodex in Kindergärten

Bildungsreform: Alle Macht den Ländern?

Anfang Februar überraschten die schwarzen Landeshauptleute mit einer kuriosen Auslegung der Machtstrukturen rund um die neu zu schaffenden Bildungsdirektionen in den Ländern. Mit Unterstützung der Bundes-ÖVP haben sie den Vorschlag für die Verwaltungsreform so überarbeitet, dass es zu einer massiven Machtverschiebung hin zu den Ländern kommen würde. Die SPÖ und die Bildungsministerin lehnten den Schritt zur Verländerung der Schulen ab. Heinisch-Hosek legte daraufhin ihren Vorschlag in Form eines Gesetzesvorschlages vor, der das Bildungsministerium als oberste Schulbehörde vorsah. Die ÖVP lehnte den Gesetzesentwurf umgehend ab.

Laut den Oberösterreichischen Nachrichten gab Heinisch-Hosek wieder einmal der ÖVP nach. Im neuen Entwurf sollen im Wesentlichen die ÖVP-Wünsche berücksichtigt sein. Der Landeshauptmann kann also Präsident der Bildungsdirektion werden. Er wäre zwar dem Bildungsministerium weisungsgebunden, aber nur in Angelegenheiten des Bundesvollzuges. Gleiches gilt auch für den Direktor der Bildungsdirektion. Das Weisungsrecht ist in der politischen Realität so gut wie bedeutungslos. Nachdem in neuen Entwurf das Ministerium nicht mehr als oberste Schulbehörde vorgesehen ist, wird die Macht der Länder im Bildungsbereich deutlich zunehmen und für lange Zeit einzementiert. Dazu kommt, dass der Bildungsdirektor vom Landeshauptmann vorgeschlagen wird.
Ein nachhaltiger und folgenschwerere Umfaller der Ministerin.

Schule: Alle Macht den Ländern?
Schule: Alle Macht den Ländern?

Häupl: Modellregion oder „Gymnasium für alle“ auch für Wien

Wie der ORF (Ö1) heute im Mittagsjournal berichtete, will Wiens Bürgermeister Michael Häupl der ÖVP mit einem neuen Vorschlag die Gesamtschule schmackhaft machen. „Wenn die ÖVP so am Gymnasium hängt, dann machen wir doch die Gesamtschulreform ‚Gymnasium für alle‘“, sagte Häupl im Rahmen der Klubtagung der Wiener SPÖ am Donnerstag. In der darauffolgenden Pressekonferenz bekräftigte er, dass er seinen Vorstoß sehr wohl ernst meine. „Offensichtlich hat die ÖVP ein semierotisches Verhältnis zum Begriff Gymnasium“, mutmaßte der Stadtchef - der keine inhaltlichen Hürden für eine Umsetzung sieht. Schon jetzt, so gab er zu bedenken, seien etwa Lehrpläne und Schulbücher in den jeweiligen Unterstufen identisch. Laut Häupl müssten sowohl SPÖ als auch ÖVP mit der Lösung zufrieden sein: „Wir kriegen die gemeinsame Schule, die ÖVP den Begriff Gymnasium und findet darin Befriedigung.“
Außerdem kritisiert Häupl in dieser Sache auch Vizekanzler Mitterlehner. Es sei einfach „lächerlich“, dass nur in Vorarlberg und im Burgenland eine gemeinsame Schule als Modellversuch umgesetzt werden darf.

Häupl: "Gymnasium für alle"
Häupl: "Gymnasium für alle"

Der tägliche Schlafraub

Die Erkenntnis des Schlaf-Forscher Paul Kelley von der Oxford-Universität ist nichts Neues, wurde aber von ihm mit neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen eindrucksvoll bestätigt: Arbeitsbeginn um 8.00 Uhr ist viel zu früh! Der ideale Arbeitstag beginnt viel später (news.at). Frühaufsteher, die schon um 6:00 Uhr in der Früh munter aufstehen, gehören zu einer Minderheit. Ginge es nach der inneren Uhr der meisten Menschen würden sie deutlich länger schlafen – wenn sie könnten. Sie wären dann auch weniger krank und leistungsfähiger. Für Experten, wie den Münchner Chronobiologe Till Roenneberg, wäre ein Arbeitsbeginn um 10:00 Uhr die logische Konsequenz.
Dasselbe gilt natürlich auch für die Schule. In einem ausführlichen Artikel zu diesem Thema schreibt die welt.de: „Pünktlich um 8 Uhr beginnt die erste Schulstunde. Viel zu früh, finden nicht nur die Kinder, sondern auch Mediziner und Politiker. Sie fordern, den Unterrichtsbeginn nach hinten zu schieben“.
Leider wird dieses Thema in der Bildungspolitik so gut wie nicht wahrgenommen. Eine ernsthafte und vertiefte Auseinandersetzung und Diskussion über einen späteren Schulbeginn wäre aber dringend notwendig. Denn ausgeschlafene Schüler/innen und Lehrer/innen sind leistungsfähiger, arbeiten fokussierter, weniger gestresst und weniger krank, als die Mehrzahl ihrer „dauermüden“ Kolleg/innen.

Die meisten Menschen müssen zu früh zur Arbeit: Kaffee ist gut, aber nicht die Lösung des Problems. - Foto: Joachim Wiesner
Die meisten Menschen müssen zu früh zur Arbeit: Kaffee ist gut, aber nicht die Lösung des Problems. - Foto: Joachim Wiesner

"... mehr Wertschätzung für Lehrer/innen" – Heinisch-Hosek hat es auch gehört!

Bei dem Treffen von OECD-Experten, Politikern und Gewerkschaftern sprach sich deutschlands Bildungsministerin Johanna Wanka dafür aus, das Engagement von Lehrerinnen und Lehrer mehr anzuerkennen. Zugleich betonte sie, wie wichtig eine gute Erstausbildung und eine kontinuierliche Weiterbildung auch für Lehrer sind.
Unsere Ministerin, Gabriele Heinisch-Hosek, war auch dabei, wie sie uns in ihrem Ministeriums-Newsletter berichtet: „Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des „International Summit on the Teaching Profession“ der OECD. Wir haben uns über die Kompetenzen, Kenntnisse und Voraussetzung von LehrerInnen ausgetauscht. Die Gespräche drehten sich etwa um die Frage, welche Maßnahmen von Politik und Gewerkschaft gesetzt werden können, um die Kompetenzentwicklung von Lehrkräften zu stärken und sie in ihrer beruflichen Tätigkeit zu unterstützten.“
Heinisch-Hosek hat also die Rede ihrer deutschen Amtskollegin sicher gehört – und hoffentlich die Worte: „mehr Wertschätzung für Lehrer/innen“ ins Wiener Ministerium mitgenommen. Das wäre dringend notwendig. Denn den Kahlschlag des Lehrerimages durch Gehrer haben wir bei Weitem noch nicht überwunden.


Wir feiern den Weltfrauentag 2016!

(Jimdo): Fast jeder Tag des Jahres ist mittlerweile mit einem bestimmten Thema verbunden. Es gibt zum Beispiel den Valentinstag, den Vorlesetag und einen Welt-Toilettentag (ja!). Wusstet ihr, dass es sogar einen Tag der Entführung durch Aliens gibt? Der ist am 20. März. Nein, das ist kein Scherz. Während manche dieser Aktions- und Gedenktage albern anmuten, gibt es doch auch viele wichtige Aktionstage – und genau heute ist so ein Tag: Weltfrauentag 2016

 

Was Frauen wollen - ein Manifest zum Frauentag - Übernommen aus kleinezeitung.at

Heute ist die 105. Ausgabe des internationalen Frauentages: Viel wurde erreicht, aber es ist noch viel zu erreichen. Passend zum Tag eine gemeinschaftliche Absichtserklärung: Mitarbeiterinnen der Kleinen Zeitung formulieren Ziele und Vorhaben in Sachen Gleichberechtigung.
Zur Gleichberechtigung ist noch lange nicht alles gesagt.

Wir, Mitarbeiterinnen der Kleinen Zeitung, haben uns zum Weltfrauentag heute zu einem Manifest entschlossen. Worum geht es uns in den Fragen der Emanzipation derzeit am dringendsten? Was bestimmt unseren Alltag, unsere Gesellschaft, unsere Politik, was könnte unsere Gegenwart und Zukunft besser machen? 24 Ideen, Wünsche, Selbstverpflichtungen, mit denen wir das (Zusammen-)Leben von Frauen und Männern besser machen wollen.

Grafik: Jimdo
Grafik: Jimdo

Auf Augenhöhe: Wir erwarten Begegnungen auf Augenhöhe: Frauen erbringen ihre Leistung nicht, obwohl sie weiblichen Geschlechts sind, sondern weil sie die entsprechenden Qualifikationen mitbringen. Wenn wir scheitern, scheitern wir wie Männer an der Aufgabe, nicht am Geschlecht. Absicherung im Alter: Wir übernehmen die Verantwortung für unseren eigenen Lebensunterhalt und unsere Absicherung im Alter.
Gerechte Bezahlung: Wir wollen gerechte Bezahlung, und das nicht nur für uns selbst. Wertschätzung: Wir wollen, dass Mütter genauso wertgeschätzt werden wie Karrierefrauen. Sicherheit: Wir wollen eine Welt, in der sich Frauen und Männer gleich sicher fühlen können. Wir wehren uns gegen sexuelle Übergriffe und fordern alle Mitmenschen auf, einzuschreiten, wenn Frauen so bedrängt werden, dass sie sich nicht selbst helfen können, von Unbekannten, von Kollegen, auch: vom eigenen Partner. Und wir lassen uns nicht instrumentalisieren, um gegen Migranten Stimmung zu machen. Gerechte Bezahlung: Wir wollen gleiches Geld für gleiche Arbeit und mehr Geld für bessere Arbeit. Nicht nur kollektivvertraglich auf dem Papier verankert, sondern auch in der Praxis umgesetzt. Und wir werden das künftig vehementer einfordern, anstatt uns zu beschweren, dass wir weniger verdienen als unsere männlichen Kollegen. Solidarität: Wir bauen auf Solidarität unter Frauen, und wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, kämpfen wir mit offenem Visier. Kinder: Wir wollen uns, wenn wir keine Kinder haben, nicht länger rechtfertigen müssen für den Nicht-Beitrag zu Bevölkerungszuwachs und Pensionssicherung. Empathie statt Egozentrik: Wir wollen, dass Empathie höher bewertet wird als Egozentrik. Im Reden sind Frauen oft besser als Männer, auch im Reden über das, was wir denken und fühlen. Das lässt uns Probleme anders bewältigen und Konflikte anders lösen. Verantwortung übernehmen: Wir warten nicht darauf, dass es jemand für uns richten wird, sondern übernehmen Verantwortung für die Erfüllung unserer Bedürfnisse und Ansprüche, auch wenn das unbequeme Auseinandersetzungen bedeutet. Partnerschaft: Wir wählen Lebenspartner, die unsere Beziehungsentwürfe teilen. Die nicht gnädig mithelfen, sondern selbst-verständlich Dinge wie Kinderbetreuung und Haushalt anpacken – und so der Partnerin privat und beruflich den Rücken freihalten. Karenzzeit: Wir wollen keine beruflichen Nachteile haben, wenn wir in Karenz gehen. Widerstand als Chance: Wir wollen, dass unser Widerstand als Chance verstanden wird. Dass die Fähigkeit der Frauen genutzt wird, Dinge zu hinterfragen und Widersprüche auszusprechen. Frauen sind auch ohne klassischen Kadavergehorsam loyal. Vorsorge: Wir übernehmen Verantwortung für unsere Gesundheit und nehmen lebensrettende Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Realität statt Klischee: Wir leben gut mit der Einsicht, dass wir mit unseren Freundinnen und Freunden eventuell die haltbareren Beziehungen führen, und bauen unsere Zukunft nicht um einen Lebensentwurf unrealistischer romantischer Hollywoodklischees von ewiger Liebe. Zukunft: Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Mädchen, die wir aufwachsen sehen, selbstverständlich Riesenkonzerne leiten, in Regierungssesseln sitzen, Raumstationen eröffnen, Gewerkschaften vorstehen. Ungleiche Welt: Wir wollen als Frauen nicht für Dinge kämpfen müssen, die für Männer selbstverständlich sind. Aufstieg: Wir wollen die Karriereleiter hinauf – und nicht unten bleiben, nur weil es bequemer, kinder- oder partnertauglicher ist und weniger Kraft und Freizeit kosten könnte. Religion: Wir wollen, dass Frauen von ihrer Religion nicht eingeschränkt werden. Und dass Frauen und Männer die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben – in der Kirche, in der Moschee. Schule: Wir wollen die Ganztagsschule, weil wir es satthaben, ständig mit den Kindern Aufgaben zu machen und zu lernen und das bisschen Qualitätszeit, das bleibt, für die Erarbeitung und Vertiefung des Stoffes zu nutzen. Wir wollen Freizeit mit unseren Kindern. Leistung: Wir wollen nicht als "fleißig" gelten, wenn das heißt, dass Frauen gut im Dienste anderer arbeiten, aber nicht selbst führen können. Die Leistung von uns Frauen steht für sich selbst.

Schelling nervt: 550 Millionen fehlen 2016 im Bildungsbudget

Wie auf der ÖLI-HP schon mehrfach berichtet, besteht im Bildungsministerium seit Jahren ein strukturelles Budgetdefizit. Heuer macht es in Summe wahrscheinlich über 550 Millionen Euro aus. Das Problem: Die Ressortchefin, Heinisch-Hosek, kann durch ministeriumsinterne Maßnahmen dieses Defizit nicht abbauen, weil an die 90 Prozent der Ausgaben auf Gehälter fallen, die aufgrund von Verträgen, die wiederum auf gesetzlichen Vorgaben beruhen, fixiert sind. Das weiß natürlich Finanzminister Schelling, ist ihm aber offensichtlich egal – oder wahr- scheinlich recht. Somit kann er jedes Jahr nach außen hin den starken und sparsamen Finanz-verwalter vorgeben. Am Jahresende heuchelt er den Großzügigen und füllt das Budgetloch. Und jedes Jahr dasselbe lächerliche Spiel. Ein billiges Polittheater des Finanzministers, das hauptsächlich nur etwas bewirkt - es nervt.

In den letzten Tagen hat sich der Konflikt zwischen der Bildungsministerin und dem Finanz-minister zugespitzt, nachdem Heinisch-Hosek vorletzten Sonntag in der ORF-Pressestunde die Streitereien und die Blockadehaltung der ÖVP in Bezug auf die Umsetzung der Bildungsreform mit „es gäbe nur noch ein bisschen Diskussionsbedarf" herunterspielte, und davon ausging, dass Finanzminister Schelling jetzt auf einmal Rücksicht auf dringende finanzielle Sorgen der Unterrichtsministerin nimmt. "Das wird wie immer ausgeglichen werden".

Das grantige Dementi Schellings ließ nicht lange auf sich warten. Wie immer statt Argumenten, dieselbe Leier: „Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass man automatisch mehr Geld bekommt, wenn man nicht mit seinem Budget zurande kommt" (salzburg.com).

Laut Informationen von diepresse.com, sind die Probleme mit dem Bildungsbudget dramatischer als öffentlich registriert wird. Zwar wurden im Herbst vergangenen Jahres mit einem Nachtrags-budget einmalig die Lücken im Schulbudget von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) gefüllt. Allerdings handelt es sich um keine nachhaltige Sanierung: Deswegen kämpft das Unterrichtsressort heuer mit einem Loch von 550 Millionen Euro. Das führt zusätzlich zu den Auseinandersetzungen um weitere Mittel für die Betreuung von Flüchtlingskindern in den Schulen zu wachsenden Spannungen mit Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP).

Heinisch-Hosek in der Pressestunde
Heinisch-Hosek in der Pressestunde

Mitterlehner pro Gesamtschule – Türtscher droht mit Klage

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner will die Modellregion Gesamtschule Vorarlberg unterstützen

Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner hat sich bei einem Pressegespräch anlässlich seines Besuchs der Combau-Messe in Dornbirn für die Modellregion Gesamtschule Vorarlberg ausgesprochen. Er will sich dafür bei den entsprechenden Gremien einsetzen, versprach Mitterlehner. Im November 2015 wurde zwischen SPÖ und ÖVP die umstrittene 15%-Regel vereinbart, die eine Modellregion in Vorarlberg verhindern würde. Die Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und vor allem Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, wollen in den laufenden Gesprächen zur Bildungsreform die 15%-Grenze wegverhandeln. Die ÖVP, allen voran Reinhold Lopatka, war bisher strikt gegen eine Aufweichung dieser Grenze und damit für eine zumindest jahrelange Verhinderung der Gesamtschule in Österreich. Das Statement pro Modellregion des Vizekanzlers kann als ein Versuch gewertet werden, den Konflikt innerhalb der Partei zwischen der Wirtschaft, die seit Jahren vehement die Gesamtschule fordert und den reaktionären Kräften in der ÖVP, hauptsächlich die schwarze Fraktion in der Lehrergewerkschaft, in den Griff zu bekommen. Mit seinem Vorschlag, die 15%-Regel für Modellregionen prinzipiell beizubehalten, aber entsprechende Schulversuche bis maximal 5000 Schüler/innen zu ermöglichen, will er den schwierigen Spagat schaffen. Damit könnte Vorarlberg die von allen Landtagsparteien beschlossene Modellregion Gesamtschule Vorarlberg doch noch umsetzen.
Schwarzer AHS-Lehrergewerkschafter droht mit Verfassungsklage
Wie zu erwarten, hat Wolfgang Türtscher, Vorarlberger Gesamtschulgegner und FCG (ÖVP) AHS-Lehrergewerkschafter, keine Freude mit der Ankündigung des ÖVP-Chefs, die Vorarlberger bei der Realisierung der Gesamtschule in Vorarlberg zu unterstützen. Verärgert drohte er bereits mit einer Verfassungsklage, sollte in Vorarlberg die Gesamtschule Wirklichkeit werden. Weil dann Vorarlberg das einzige Bundesland wäre, in dem die Schüler/innen keine Unterstufe der AHS besuchen könnten, meint Türtscher.

Gesamtschule
Grafik: G.Pedrazzoli

Deutschlands Bildungsministerin fordert mehr Wertschätzung für Lehrer/innen

Bei dem Treffen von OECD-Experten, Politikern und Gewerkschaftern sprach sich Wanka dafür aus, das Engagement von Lehrerinnen und Lehrer mehr anzuerkennen. Zugleich betonte sie, wie wichtig eine gute Erstausbildung und eine kontinuierliche Weiterbildung auch für Lehrer sind.
Eine Qualitätsoffensive Lehrerbildung und die "Professionalisierung von Lehrkräften" ist laut Bundesbildungsministerin Johanna Wanka die einzig richtige Antwort auf die Veränderungen in der Gesellschaft und damit in den Schulen.

Johanna Wanka fordert mehr Wertschätzung für Lehrer/innen
Johanna Wanka fordert mehr Wertschätzung für Lehrer/innen

Rechtsruck in der poltischen Debatte schlägt in die Schule durch

spiegel.de: Rassismus an Schulen: Wie Lehrer mit Hetzparolen von Schülern umgehen? 

Denn rechte Übergriffe wie in Clausnitz befeuern in Schulen die Diskussion über Flüchtlinge. Viele Schüler sind entsetzt, andere lassen rassistische Sprüche los. Wichtig ist es in dieser Situation, wie die Lehrer/innen damit umgehen.
Laut Sebastian Drefahl, Geschäftsführer vom Netzwerk Demokratie und Courage e.V, suchen Pädagog/innen Unterstützung - auch weil Schüler vermehrt unreflektiert rassistische Parolen abgäben. Nicht erst seit Clausnitz, nicht nur in Sachsen. "Schülerinnen und Schüler beziehen ihr vermeintliches Wissen aus dem Netz und ihren eigenen Gruppen", sagt der Experte. "Da kursieren unglaubliche Gerüchte." Immer mehr Schüler/innen sympathisieren mit rassistischen Meinungen. Das macht „uns und vielen Lehrenden Sorgen“, sagt Drefahl.
Für Sanem Kleff, Leiterin von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, liegt die Ursache darin, dass ein Zwölfjähriger nicht rational versteht, „was passiert, aber er nimmt ein Gefühl von Ablehnung und Angst vor Flüchtlingen auf", "Das trägt er ins Klassenzimmer. Es gibt eine starke Irritation unter Jugendlichen, aber auch unter einigen Lehrern."
Deshalb sei auch die Aufklärung über Fakten schwierig, sagt Drefahl. "Einige glauben uns gerade gar nichts. Die sprechen von der 'Lügenpresse' und halten Berichte von der NPD-Website für genauso glaubwürdig wie vom Statistischen Bundesamt. Einige denken auch, wir wollten sie manipulieren. Das klingt schnell nach Verschwörungstheorien." Lehrer müssten in solchen Fällen die Glaubwürdigkeit von Institutionen wiederherstellen. Drefahl: "Aber das geht nicht von heute auf morgen und braucht außerschulische Unterstützung."

>>> mehr zum Thema auf der extra-seite "Europas Wege in der Flüchtlingspolitik" der ÖLI-HP

Auch die Politik schürt irrationale Ängste
Auch die Politik schürt irrationale Ängste

Bildungsinvestitionen 2000 – 2014: Kein Grund zum Jubeln

Wohin die Milliarden im Bildungssystem fließen, analysiert derstandard.at und Gerald Gartner bereitet die Daten der Statistik Austria aussagekräftig grafisch auf – lesenswert!

 

Österreichs gesamten Bildungsausgaben sind seit dem Jahr 2000 um 64% von 11.1 Milliarden auf 18,2 Milliarden Euro gestiegen.

Falsch ist die Aussage.im Artikel, dass die Bildungsausgaben weiterhin stärker als die Wirtschaftsleistung wachsen. Richtig ist: 2008/09 sank das BIP aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise leicht und steigt seitdem wieder annähernd parallel zu den Bildungsausgaben.
Die Ausgaben für den Schulbereich liegen weiterhin unter dem Wachstum der Wirtschaftsleistung. Wobei für den Ausbau der Neuen Mittelschulen deutlich überdurchschnittlich mehr Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Entsprechend mehr gestiegen sind die Ausgaben bei Kindergärten, Universitäten und Fachhochschulen.

Die Anzahl der Lehrerpersonen blieb konstant, die Zahl der Schüler/innen sinkt leicht.

Grafik: Gerald Gartner - derstandard.at
Grafik: Gerald Gartner - derstandard.at

Student/innen als Mentor/innen gesucht

Du kannst die Welt eines (Flüchtlings-)Kindes retten! Als Mentor/in im Programm "Nightingale"

- anerkannt als Praktikum in vielen Studienrichtungen

- Trainging-Workshop am 1.4.2016, 10-17:00 Uhr  -. Start am 6.4. oder 11.4., 16:30-18:00 Uhr

 Ein Projekt der Österr. Kinderfreunde / Initiative Interkulturelle Arbeit – gemeinsam

PROJEKTINHALT:

SCHÜLER/INNEN im Alter zwischen 8 und 12 Jahren mit Förderbedarf WERDEN VON STUDENTINNEN einmal in der Woche für ca. 3h in der Freizeit begleitet. Sie unternehmen dabei Ausflüge in Museen, Bibliotheken, Theater, die Universität, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Spiel- und Sportaktivitäten, besuchen sich gegenseitig zu Hause etc.

>>> weiter lesen


Forscher kritisieren Deutschpflicht in den Pausen

Der Verband für angewandte Linguistik (Verbal) kritisiert die Deutschpflicht in den Schulpausen, die in Oberösterreich und in der Steiermark eingeführt wird. Das berichtet diePresse.com. Es sei ein „diskriminierendes und integrationsfeindliches zweifelhaftes politisches Statement" und kontraproduktiv, so die Forscher. "Lerntheoretisch ist das durch nichts zu rechtfertigen", so die Vorsitzende Eva Vetter.
Eine Deutschpflicht nehme den Schüler/innen ihre Stimme und reduziere ihre Muttersprache zu einem Defizit. "Das ist eine Form der Ausgrenzung und nicht lernförderlich." Es sei de facto eine Ausgrenzung und führt zur Sprachlosigkeit mit all ihren sozialen Folgen.

Allumfassende Deutschpflicht in Schulen
Allumfassende Deutschpflicht in Schulen

Tagugng: Sozial.Staat.Zukunft – es geht nur anders!

Tagung zur Zukunft des Sozialstaates und zu den Ursachen der Finanz - und Wirtschaftskrise

 

Freitag 22. April 2016, ab 17:30 Uhr und Sa 23. April, ab 9:00 Uhr
Festspielhaus in Bregenz
ZUR WEBSITE               
Acht Jahre nach der schwersten Welt-Wirtschaftskrise hat sich die österreichische Wirtschaft noch immer nicht erholt. Die neoliberal orientierten Maßnahmen zeigen nicht die erwünschte Wirkung. sondern sind vielmehr die eigentliche Ursache der Krise.
Welche Alternativen gibt es, um die Krise zu überwinden und um die Wirtschaft insgesamt krisenfester zu machen?
Referentinnen und Referenten:
Heiner Flassbeck, Markus Marterbauer, Gabriele Michalitsch, Anton Amann, Romana Brait, Christa Kerschbaummayr, Michael Diettrich


Veranstaltung „Schule im Aufbruch“-Tag

Inspirieren –Vernetzen–Wissen austauschen–Ermutigen–Aufbrechen
„Wir träumen von Schulen, die die Begabungen unserer Kinder entdecken und zur Entfaltung bringen.“ Im März 2016 erarbeiten engagierte VertreterInnenvon Schulen in Vorarlberg Innovationen im Umgang mit Heterogenität –über den gesamten Schulweg hinweg.
Schwerpunkte:
Ansteckend: Wie läuft der Aufbruch in Deutschland und Österreich? →Praxis: Welche innovativen Beispiele von differenzierenden Lernarrangements und individueller Lernzielplanung bzw. Leistungsrückmeldung gibt es? →Tun: Wie können wir diese Praxis-Beispiele für unsere Schulen anpassen und zum Einsatz bringen?
Freitag, 18. März 2016, 09:00 –17:00
In der Wirke, 6971 Hard, An der Steinlache 6


Heinisch-Hosek in der Pressestunde: Meisterstück Bildungsreform

Realitätsverweigerung
Laut kurier.at ist für die Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek die Bildungsreform ein "Meisterstück". Es gäbe nur noch "ein bisschen Diskussionsbedarf", interpretierte sie in der ORF-Pressestunde die Streitereien und die Blockadehaltung der ÖVP in Bezug auf die Umsetzung der Bildungsreform herunter. Und sie glaubt wirklich, dass Finanzminister Schelling jetzt auf einmal Rücksicht auf dringende finanzielle Sorgen der Unterrichtsministerin nimmt. "Das wird wie immer ausgeglichen werden", meinte die Ministerin in der ORF-Pressestunde.
Zuversichtlich zeigt sich die Ministerin auch, dass eine Verwaltungsreform mit einer Behörde aus Bund und Ländern Ende März stehen wird.
Bezüglich der Abschaffung der Noten und der Modellregionen gibt es nichts Neues.
Dass Heinisch-Hosek den Richtwert von 37.500 Asylanträgen verteidigt und glaubt, dass die gesamte SPÖ dahinter steht, verwundert nicht. Die Gründe dafür lieferte Anton Pelinka in einem Artikel in DieZeit: Die rote Domino-Theorie – „Die SPÖ fällt um und fällt um und fällt um – immer in Richtung FPÖ“


Endlich! EU kritisiert unsoziale Steuerreform

Die österreichische Steuerreform erhöht die Ungleichheit, weil sie die hohen Einkommen mehr entlastet als die unteren Einkommen.

Darauf hat die ÖLI-UG von Anfang und immer wieder hingewiesen: > bisherige Beiträge dazu

 

Neuerdings kritisiert dies auch die EU-Kommission.
Wie derStandard.at berichtet, stellt die EU in ihrem jüngsten Länderbericht fest: Die Verteilungswirkung der Steuerreform ist dürftig. Zwar war bisher schon bekannt, dass untere Einkommensschichten weniger stark von der Entlastung profitieren als obere. Doch die Diskrepanz in der neuen Untersuchung fällt deutlich größer aus als beispielsweise in einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts. Der Effekt der Reform sei "ungleich verteilt", die Entlastung für die untersten Einkommensschichten "besonders gering".

Dass sich durch die Umverteilung nach Oben der versprochene Effekt auf den Konsum nicht einstellen will, ist jedem/r HAK-Schüler/in bereits im ersten Jahrgang klar. Die Reichen geben nun einmal nicht mehr aus, weil ihr Vermögen steigt. Die Geringverdiener/innen investieren dagegen jeden zusätzlichen Euro in der Lohntüte in den Konsum – weil es ihre Lebensumstände ein Sparen nicht zulassen. Aber unsere Wirtschaftsexperten …
Interessant in diesem Zusammenhang ist aber, dass sich der langjährige Wifo-Chef und neoliberal Einäugige, Karl Aiginger, noch kurz vor seinem Abgang in die Pension sich für eine drastische steuerliche Entlastung der Arbeitseinkommen ausspricht, weil damit der Konsum gesteigert und damit die Arbeitslosigkeit verringert wird. Das ist noch nicht neu, aber jetzt kommt es: Finanziert werden soll dies durch eine deutlich höhere Vermögensbezogene- und Energiesteuern. Und kritisiert damit auch die Steuereform, für die er bis vor kurzem noch nur Lob gefunden hat. Will er vielleicht doch noch etwas gut machen, was er jahrzehntelang durch seine zweifelhaften „Expertenanalysen“ in Österreich angerichtet hat. Man denke nur an seine Aussagen zur Steuerreform ...
Eine Leseempfehlung zu diesem Thema: Eliten, Politik und Ungleichheit – ein Teufelskreis in blog.arbeit-wirtschaft.at von Michael Hartmann

Daten Aigner Grafik Sparr
Daten Aigner Grafik Sparr

Pensionsgipfel: Überraschend vernünftig – und mutig

Überraschend vernünftig und mutig sind die Vorschläge, die SPÖ und ÖVP ausverhandelt haben.

Ein Kommentar von Manfred Sparr
Überraschend vernünftig, weil nicht erneut tiefe Einschnitte in das bestehende System zu Lasten der unselbständig Erwerbstätigen gemacht wurden. Von den präsentierten Maßnahmen sind zwar einige bezüglich ihrer Ausgestaltung noch sehr unpräzise, aber die Stoßrichtung, in welche Richtung die Regierung die nächste Pensionsreform andenkt, ist erkennbar. Das Ziel ist es demnach, die Menschen länger im Arbeitsprozess zu halten. Erreicht werden soll dies durch Bonussysteme und Erleichterung des Wiedereinstiegs ins Arbeitsleben nach längerer Krankheit (Bei langen Krankenständen wird eine teilweise Rückkehr in den Job ermöglicht) und Arbeits-losigkeit (Zugang zu Umschulungsprogrammen soll ausgeweitet werden). Außerdem sollen Umschulungsmaßnahmen bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit, also Bezug von Rehabilitat-ionsgeld (befristete Invaliditätspension) schon während der medizinischen Behandlung möglich sein. Als Bonussystem, das zum Arbeiten über 65/60 motivieren soll, ist die angedachte Redu- zierung des Pensionsbeitrages für den Arbeitnehmer und -geber um die Hälfte, wenn jemand über das gesetzliche Pensionsalter hinaus arbeitet, aber die Pension nebenbei nicht in Anspruch nimmt.
Und mutig sind die Vorschläge angesichts der massiv vorgebrachten Forderungen und Angst-parolen einzelner mächtiger Lobbygruppen, vornehmlich aus der Wirtschaft. Das Pensions-system in dieser Form sein in ein paar Jahren nicht mehr finanzierbar, die Menschen gingen immer früher in die Pension und das Beamtenpensionssystem sei sowieso viel zu teuer, so die neoliberal verankerten Lobbys. Von serösen Berechnungen, objektiver Betrachtung der Materie und Ehrlichkeit sind diese Behauptungen so weit entfernt wie alt.  >>> weiter lesen


Heinisch-Hosek zurück in der Realität: Schelling fordert Budgetdisziplin

War am Sonntag die Unterrichtsministern Heinisch-Hosek noch davon Überzeugt, dass Finanzminister Schelling jetzt auf einmal Rücksicht auf dringende finanzielle Sorgen der Unterrichtsministerin nehmen wird - "Das wird wie immer ausgeglichen werden", meinte die Ministerin in der ORF-Pressestunde – wurde sie, wie zu erwarten, eines Besseren belehrt.
Von Finanzminister Schelling kam umgehend die Einmahnung der Budgetdisziplin – wie immer statt Argumenten, dieselbe Leier. „Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass man automatisch mehr Geld bekommt, wenn man nicht mit seinem Budget zurande kommt", teilte das Finanzministerium laut salzburg.com mit. Es sei zwar unbestritten, dass eine Reihe von Ressorts durch die Flüchtlingssituation vor großen Herausforderungen stehe und es würden mit allen Ressorts dementsprechende Gespräche zum Budget geführt, sowohl zum Bundesfinanzrahmen (2017-2020) und als auch zum Budget 2017. Aber: "Das Budget für 2016 steht und wir müssen darauf pochen, dass jedes Ressort die Disziplin bringt, die von allen verlangt wird."
Dass das Bildungsministerium mit einem strukturellen Budgetdefizit kämpft, gab Schelling 2015 zwar offiziell zu und musste die „Lücke“ auch mit einer nachträglichen Budgetanpassung schließen. Für 2016 muss ihm scheinbar der immer gleiche Sachverhalt nochmals erklärt werden. Aber immerhin: Zur Betreuung von Flüchtlingen an den Schulen wurden Heinisch-Hosek bereits zusätzliche 24 Mio. Euro zugesprochen.

Heinisch-Hosek in der Pressestunde
Heinisch-Hosek in der Pressestunde

Österreichs Flüchtlingspolitik: Rechtswidrig, unmenschlich, dumm, Kurz-sichtig - EINE SCHANDE.

 Homepage ÖLI-UG: Extra-Seite "Europas Wege in der Flüchtlingspolitik“

 

Erstmals richtet die ÖLI-UG auf ihrer Homepage eine Extra-Seite ein, auf der wir uns, zeitlich begrenzt und jeweils nur einem politischen Schwerpunktthema vertieft widmen möchten.  Wir beginnen bewusst nicht mit einem Bildungsthema, sondern mit einem aktuellen, sowohl innen- als auch außenpolitisch brandgefährlichen politischen Hotspot: Europas Wege in der Flüchtlingspolitik. Ausschlaggebend für den Zeitpunkt und die Themenwahl für die extra-seite „Europas Wege in der Flüchtlingspolitik“ ist die unerträgliche Flüchtlingspolitik Österreichs, die heute aktuell durch die Bildung der Koalition der Aufnahmeunwilligen, an deren Spitze Österreich und die Länder der Balkanroute stehen, einen neuen tragischen Tiefpunkt erlebt. Statt gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Idee einer solidarischen Flüchtlingsverteilung in Europa zu unterstützen, wird Fairness, Solidarität und Menschlichkeit durch kilometerlange Grenzzäune und populistisches, nationalstaatliches und skrupelloses Handeln in der Flüchtlingsfrage ersetzt.

 

Den Anstoß für die  Extra-Seite „Europas Wege in der Flüchtlingspolitik“gab ein Kommentar zu einer Einladung im Facebook zu einer tollen Veranstaltung - „Tag der offenen Tür – Flüchtlinge laden ein zum offenen Abend“ - in Hard (Vorarlberg): „Und sagen wir ihnen dann auch, dass wir uns für die skrupellose Flüchtlingspolitik der Antiflüchtlingskoalition in Europa, allen voran Österreich und Ungarn, zutiefst schämen? Sie werden uns fragen, weshalb wir es dann zulassen, dass die Dummen in Österreich bestimmend sind. Haben wir dann wenigstens noch so viel Mumm zuzugeben, dass wir wieder einmal tatenlos zugeschaut haben (und zusehen werden), wie dummer, Kurz-sichtiger und menschenverachtender Nationalismus alles zerstört, was Bruno Kreisky, gemeinsam mit Brandt und Palme aufgebaut haben? Dass wir einfach zusehen, wie primitive, nationalistisch denkende Regierungen, allen voran Österreich, mitten in der EU kilometerlange Grenzzäune bauen und dabei sind, die friedenssichernde EU zu zerstören? Geben wir zu, dass Menschlichkeit und Solidarität in Österreich nur mehr Minderheitenprogramme sind?“

 

Auf der extra-seite ist Platz für interessante Kommentare, Artikel, Videos, FB-Posts und vor allem für eure Beiträgen zum Thema Flüchtlingspolitik, -arbeit, -projekten und mehr. Schicke uns deine Kommentare, Ideen, Informationen, Bilder usw. über die Kontaktmail.

Wir freuen uns auf eure Beiträge.


Bildungsreform: Wirtschaftskammer für Modellregion Gesamtschule

Die Wirtschaftskammer spricht sich gegen die 15-Prozent-Grenze pro Bundesland für Modellregionen zur Gesamtschulen aus. Vor allem ÖVP besteht in den aktuell geführten politischen Verhandlungen auf diese Grenze, die de facto die Einführung der Gesamtschule in Österreich unmöglich macht.
Wie vol.at berichtet, fordert der Leiter der bildungspolitischen Abteilung der WKÖ, Michael Landertshammer, man solle zumindest Vorarlberg “die Chance geben”, als Ganzes eine Modellregion einzurichten. Den Bildungssprecher der Vorarlberger Grünen, Daniel Zadra, freut´s, ÖVP-Chef Mitterlehner wohl weniger.

Grafik: G. Pedrazzoli
Grafik: G. Pedrazzoli

Beamte gehen 2,7Jahre später in Pension als ASVG, Bauern und  Selbstständige   "Experte" Christl: „.. sicher das meiste bei den Beamten zu holen“.

Staatssekretärin Sonja Steßl präsentierte die Zahlen des Pensionsmonitoring 2015 für Beamte.

Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der Beamt/innen stieg auch 2015 und liegt bei 61,2 Jahren. Prognose: In den nächsten Jahren weiter steigend. Damit gingen die beamteten Bundesbediensteten 2015 annähernd 2 Jahre und 9 Monate später in den Ruhestand als die gesetzlich Pensionsversicherten (ASVG, Bauern, Gewerbetreibende). Im Jahr zuvor war das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der Beamt/innen 60,9 Jahre.
2014 hat Steßl das erste Mal ein Pensionsmonitoring durchgeführt. Freiwillig, weil Finanzminist- er Schelling eine von ihr vorgelegte entsprechende gesetzliche Regelung und damit eine korrekte Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Pensionssysteme verhindert. Die tiefschwarzen Einflüsterer - Bauern und Selbständige - wollen es scheinbar nicht so genau wissen.
Die letzten Pensionsreformen zeigen also vor allem bei den Beamten Wirkung. Die Ursache liegt wohl darin, weil die von der schwarz-blauen Regierung eingeleiteten und in der schwarz-roten Ära weiter betriebenen Pensionsreformen, für die Beamtenpensionssystem die weit größten Verschlechterungen brachten.
Aufgrund dieser Daten könnte man annehmen, dass beim kommende Pensionsgipfel am 29. Februar 2016 weitere Einschnitte und Benachteiligungen der Beamt/innen gegenüber den ASVG, Bauern und Gewerbetreibenden kein Thema sein sollten.

„Kurzfristig ist sicher einmal das meiste bei den Beamten zu holen“

Falsch gedacht, denn laut diepresse.com meint der „Pensionsexperte“ Michael Christl: „Kurzfristig ist sicher einmal das meiste bei den Beamten zu holen“. Er ist Mitglied der Agenda Austria*, die auch bei den Beamtenpensionen in Bund und Ländern eine Durchrechnungszeit von derzeit 28 auf 40 Jahre bereits in den nächsten fünf statt in zwölf Jahren fordern. Was sich spürbar auf die Pensionshöhe auswirken würde und in den nächsten Jahren viele Beamt/innen zum früheren Pensionsantritt (Korridor) aus finanziellen Gründen „zwingen“ würde. Soviel zu Österreichs Pensionsexperten!
Es bleibt nur zu hoffen, dass die Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) wenigsten diesmal ihren Job macht und weitere Benachteiligungen der Beamt/innen nicht akzeptiert. Von Neugebauer (ÖVP) und Co war jedenfalls kein wirklicher Verhinderungswille der bisherigen Kahlschläge der Beamtenpension erkennbar – ganz im Gegenteil.

Quelle: Monitoring der Beamtenpensionen im Bundesdienst 2016
Quelle: Monitoring der Beamtenpensionen im Bundesdienst 2016

Broschüre: Monitoring


* Die Agenda Austria, ein privater Verein, der sich durch private Quellen (meist Unternehmen) finanziert und laut Eigendefinition ein „Thinktank …. mit dem Ziel, dieses Land in gesellschaftspoli-tischen und wirt- schaftlichen Belan- gen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausfor-derungen zu liefern“. Die Mitarbeiter werden ab und an von der Presse als „Experten“ befragt.


NMS: Raus aus der „persönlichen Komfortzone“!

Das Pädagogisches Argumentarium zu NMS-relevanten Themen "empört" NMS-Lehrer/innen
Im Auftrag des bmbf haben Tanja Westfall-Greiter und Christoph Hofbauer für das Bundeszentrum für lernende Schulen (ZLS) eine Argumentationshilfe für Schulleiter/innen und Lerndesigner/innen zusammengestellt.
Geht man beim Lesen der ersten Zeilen noch davon aus, dass die Verfasser das Argumentarium „als Gesprächs- und Diskursgrundlage und sachliche Information“ zu den NMS-relevanten Themen anbieten wollen, wird einem schnell klar, dass Kritik in dieser Sache nicht gewünscht wird. Bereits in der Einleitung wird dem Leser klargemacht, was von jenen „Akteurinnen und Akteure[n] auf allen Systemebenen“ zu halten ist, die diese Entwicklung nicht „als wünschenswerte, notwendige Weiterentwicklung“ sehen. Kolleg/innen, die diesem theoretischen Überbau um die NMS weniger abgewinnen können, oder ihn kritisch hinterfragen, werden als jene betrachtet, die die "Komfortzonen" nicht verlassen wollen und resistent gegenüber allem sind, was neu ist und von außen kommt. Es wird der Eindruck vermittelt, Kritik sei weder konstruktiv noch erwünscht, sondern „Widerstand gegen Veränderungszumutungen“. Das sei „verständlich“, weil „von außen herangetragene Ansprüche, die persönliche Komfortzone zu verlassen, zuerst mit Skepsis betrachtet bzw. abgelehnt“ werde. >>> siehe Download
Das Ergebnis ist ein „Argumentarium“ für den Umgang mit Widerstand.

Das Dokument erhielt die Redaktion von einem Kollegen aus der NMS. Weitere Recherchen ergaben, dass in einer Schule dieses „Argumentarium“ in einer Konferenz ausgeteilt wurde. „Teilweise wurde es kopfschüttelnd, teilweise empört (Stichwort Komfortzone) entgegengenommen“.
Dazu ein Kommentar eines Kollegen aus der NMS: „Hier handelt es sich wohl um einen Beitrag aus der nmsvernetzung.at Plattform für angehende und richtige Lerndesigner/innen. Es ist eine Anmeldung notwendig, um in den inneren Zirkel vorzudringen und an den Forumsdiskussionen teilzunehmen. Es gibt aber auch einen allgemein zugänglichen Teil. Auch Schulleiter sind mit ihren Lerndesignern im "dynamischen Duo" dort vertreten. Die Masterminds Hofbauer und Westfall sind für die Lerndesignerausbildung in Österreich zuständig. In sogenannten Bundeslernateliers (BLA) wird die Marsch- und Denkrichtung vorgegeben. Zusätzlich wird den Lerndesignern in regionalen Lernateliers (RLA) die Gedankenwelt des Hauses der Neuen Mittelschule nähergebracht. In den Forumsbeiträgen bestärkt sich der immer selbe Personenkreis in seinem Tun um die Umsetzung der NMS. Viele hadern mit ihrem Schicksal als Lerndesigner/innen an den Schulen, denn sie müssen oftmals erkennen, dass sie mit dem Gedankengebäude um die NMS bei den Kolleginnen nicht sonderlich punkten. Frustration macht sich oft in den Forumsbeiträgen darüber breit. Da passiert es schon, dass Kolleg/innen, die diesem theoretischen Überbau um die NMS weniger abgewinnen können, oder kritisch hinterfragen, als jene betrachtet werden, die die "Komfortzonen" nicht verlassen wollen. Kritik in diesem Forum wird nicht gewünscht.
Das Zentrum für lernende Schulen ZLS (wieder Hofbauer, Westfall) gibt den Takt und die Papiere vor."

Download
NMS- Argumentarium.pdf
Adobe Acrobat Dokument 245.8 KB
ZLS
ZLS

Pöbelnder Mob bedroht Flüchtlinge in Clausnitz: Die Menge tobt. "Ja! Raus!" - es herrscht Pogromstimmung.

Die Österreichische Lehrer/innen Initiative ÖLI-UG ist schockiert:

Der Vorfall in Clausnitz macht betroffen, macht Angst.

Wie www.jetzt.de berichtet, wurde am Freitagvormittag auf der Facebook-Gruppe "Döbeln wehrt sich – Meine Stimme gegen Überfremdung" stolz ein Video gepostet, das einen wütenden Mob zeigt, der in Clausnitz (Sachsen) einen Reisebus mit Flüchtlingen bei der Weiterfahrt hindert. Immer wieder brüllen und blöken sie die Parole „Wir sind das Volk“. Unter den Insassen sind auch verängstigte Frauen. Und weinende Kinder. Ein paar Stunden später löschten die Macher ihre FB-Gruppe. Nicht mehr so stolz offenbar.
Kaum hat man sich von den unfassbaren Vorkommnissen, die dieses Video zeigen, irgendwie erholt, taucht ein zweites, drastischeres Video auf, das Angst macht und an Bilder aus einer unserer wohl unrühmlichsten Periode erinnert. Die sueddeutsche.de beschreibt kurz die die wichtigsten Szenen aus diesem Video.  Darin ist zu sehen, wie ein Polizist einen jugendlichen Flüchtling gewaltsam aus dem Bus schleift - unter dem Gegröle einer Menschenmasse. Zuvor sind Männerstimmen zu hören. Sie schreien: "Verpisst euch", "Ihr braucht doch nicht arbeiten hier" und "Hol ihn raus". Die Menge tobt. "Ja! Raus!" - es herrscht Pogromstimmung.

 

"Wenn die das Volk sind, muss ich es dann auch sein?" Und was sich das Redaktionsteam jetzt.de sonst fragte, als sie das Video des pöbelnden Mobs in Clausnitz gesehen haben.

 

AfD und FPÖ - eine Bedrohung!
Die ÖLI-UG weiß, der massive Rechtsruck in der Gesellschaft ist nicht nur ein auf Deutschland begrenztes Phänomen. Und verweist mit schaudern auf die kürzlich zwischen HC Strache und Frauke Petry vereinbarte Zusammenarbeit der der rechtsextremen deutschen AfD und der FPÖ.  Zwei Parteien, die sich in der Abgrenzung vom Nationalsozialismus immer schwerer tun und in Menschenrechtsfragen Positionen einnehmen, die einer modernen aufgeschlossenen Gesellschaft fundamental widersprechen, wollen zukünftig als „Blauen Allianz“ offiziell miteinander kooperieren.
Für Harald Walser kommt die Kooperation der beiden Rechtsaußen-Parteien nicht überraschend: „Die ‚Blaue Allianz’ von AfD und FPÖ ist eine Summe von sattsam bekannten ‚Einzelfällen’, die realiter besser als ‚blaune Allianz’ zu bezeichnen ist. Deren nun avisierte Zusammenarbeit halte ich daher für eine Bedrohung.

Progromstimmung in Clausnitz
Progromstimmung in Clausnitz

Zukunftsweisende Bildungspolitik – Nicht mit ÖVP und den Schwarzen in der GÖD

Wie berichtet, sollen Ziffernnoten und Sitzenbleiben in der ersten, zweiten und dritten Klasse der Volksschule zukünftig der Vergangenheit angehören. So sieht es die Ministerin Heinisch-Hosek in ihrem aktuellen Gesetzesentwurf des Bildungsministeriums vor. Kommt einmal – eh nur selten und eh aus Furcht vor den ÖVP-Fortschrittsblockierern wieder einmal vorauseilend nur in Minimalversion – ein pädagogisch und schulorganisatorisch sinnvoller Vorschlag von der roten Bildungsministerin, wird sie umgehend von der ÖVP attackiert. Laut diepresse.com unterstellt Staatssekretär Mahrer Heinisch-Hosek "Leseschwierigkeiten". Auch die Lehrer – gemeint sind vor allem die Schwarzen Lehrervertreter/innen in der GÖD, diesmal vertreten durch Paul Kimberger - sprächen von einer "Schnapsidee". Er, Kimberger, selbst sei kein Freund davon: "Ich bin einer, der meint, dass man auf die Ziffernnote nicht verzichten soll".  
Auch die ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank teilt in ihrer OTS/PA mit, dass die ÖVP die Abschaffung der Noten und des Sitzenbleibens in der Volksschule ablehnt und stattdessen die Schulpartner in den Schulen darüber entscheiden sollen. Sie ignoriert damit die positiven Ergebnisse von ca. 2000 Schulversuchen: „Der ÖVP ist das Bekenntnis zu Leistung wichtig. Und wir nehmen Autonomie ernst: Wir vertrauen den Experten vor Ort - also den Lehrerinnen und Lehrern - und wollen nicht alles zentralistisch regeln.“
Heftige Kritik an der Blockadehaltung der ÖVP übt auch Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, in seiner Presseaussendung „Kritik am fortschrittsfeindlichen Retrokurs der ÖVP“: "Es kommt wie das Amen im Gebet: Kaum gibt es einen zukunftsweisenden Vorschlag aus dem Unterrichtsministerium, schon drückt die ÖVP auf die Stopp-Taste“, äußert sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, enttäuscht, aber wenig überrascht von der ablehnenden Haltung der ÖVP. „Die Blockadehaltung und der fortschrittsfeindliche Retrokurs der ÖVP schädigen den Bildungsstandort Österreich inzwischen nachhaltig“, stellt Walser fest und geht einen Schritt weiter als die Unterrichtsministerin: „Ich fordere neben der Abschaffung der Ziffernnoten in allen vier Volksschulklassen nachdrücklich die Einführung einer flexiblen Schuleingangsphase und von jahrgangsübergreifenden Klassen.“ Das seien erfolgreich erprobte Modelle, von denen alle österreichischen Volksschulkinder profitieren sollen. „Wenn wir schon reformieren, dann nicht zögerlich, sondern gleich anständig, denn wir wissen aus der Praxis schon längst, wohin der Reformzug fahren müsste“, appelliert Walser an die Regierungsparteien.


Volksschullehrer/innen: Berlin gefällig? Mehr Kohle gibt`s auch!

Laut einem Bericht der Berliner Zeitung herrscht in Berlin ein eklatanter Mangel an Grundschul-lehrer/innen. Deshalb sollen jetzt auch in Österreich und der niederländischen Grenzregion Lehrer/innen gesucht werden. „Ja, es gibt solche Überlegungen, wir wollen über den Tellerrand hinausschauen“, bestätigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf Anfrage der Berliner Zeitung.
„Revierwechsel gefällig? Kohle gibt’s auch bei uns“, so warb der Senat etwa auf Plakaten um Lehrer-Nachwuchs aus dem Ruhrgebiet. Nun wolle man das Rekrutierungsgebiet auf ganz Deutschland, Österreich und die niederländische Grenzregion ausweiten, wo viele auch gut Deutsch sprechen.
Schweiz ist für Berlin kein Thema, weil die Schweizer Lehrer/innen ein höheres Lohnniveau gewohnt seien. Für die Pädagog/innen in Österreich ist ein Wechsel nach Berlin in Bezug auf das Gehalt wohl auch nach der Dienstrechts-reform immer noch interessant.
"Bleiben Sie in Wien. Hier ist es auch attraktiv, um zu arbeiten"
Wie kurier.at berichtet, drohe in Wien noch kein Lehrermangel. Laut Stadtschulrat gebe es derzeit genügend Absolventen der PH. Den neuen Absolventen rät der Stadtschulrat: "Bleiben Sie in Wien. Hier ist es auch attraktiv, um zu arbeiten." Denn steigen werde der Bedarf sehr wohl. Ein frommer Appell an die Junglehrer/innen wird sicher nicht ausreichen, der Stadtschulrat ist gut beraten, wenn er sich in Zukunft ein biss´l mehr um seine Mitarbeiter/innen bemüht.

Foto: Joachim Wiesner
Foto: Joachim Wiesner

Heinisch-Hosek: Modellregionen für Gesamtschule sind Eckpfeiler

Tiroler Tageszeitung tt.com: Bildungsministerin Heinisch-Hosek hofft auf Einlenken der Gymnasien-Vertreter bei der Modellregion und lehnt Aufnahmetest für Gymnasien klar ab.
Für Heinisch-Hosek sind die geplanten Modellregionen für die gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen ein Eckpfeiler, damit „viel Zukunftspädagogik in den Klassenzimmern ankommt“ . In diesem Zusammenhang gibt es viel Lob von der Ministerin für Landeshauptmann Platter und Bildungslandesrätin Palfrader, weil sie, was die Lebenssituation und die Chancen der Kinder betrifft, sehr fortschrittlich in die Zukunft denken.
Die Ministerin hält zwar an der vereinbarten 15%-Klausel fest, aber sollte sich „im parlamentarischen Prozess etwas Anderes ergeben, dann werde ich sicher nichts dagegen haben“. Und der „Kreativität des Landes Tirol“ seien hier „keine Grenzen gesetzt.“ Die Ablehnung der AHS-Vertreter nimmt Heinisch-Hosek zur Kenntnis. „Sie vertreten die Langform ihrer Schulart. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass im heurigen Schuljahr eine neue Lehrer-Ausbildung begonnen wurde. 2019 werden die ersten AbsolventInnen fertig sein, dann gibt es nur noch eine Sekundarstufe für die 10- bis 14-Jährigen.“

G. Pedrazzolli Modellregionen für Gesamtschulen sind Eckpfeiler
G. Pedrazzolli Modellregionen für Gesamtschulen sind Eckpfeiler

Mitterlehners Hochschul-Initiative: UNIS strikt dagegen

Wie gestern berichtet,soll laut Mitterlehner eine Verlagerung von Studierenden von den Universitäten zu den Fachhochschulen erfolgen. Das ist Wissenschaftsminister Mitterlehners neue Strategie zur Steuerung des Hochschulsektors. Sie soll bis 2017 abgeschlossen sein und dessen Ergebnisse in die Leistungsvereinbarungsperiode 2019 bis 2021 einfließen.
Die Fachhochschulen freuen sich.Die Unis sind aber gegen die Verlagerung an die FHs.

Der Vorschlag, Wirtschaftsfächer von der Uni an die Fachhochschule zu verlagern, wird von den Unis nicht akzeptiert. Laut diepresse.com wehrt sich vor allem die Wirtschaftsuniversität (WU): „Keine andere Institution ist in Österreich in der Lage, in dieser hohen Qualität auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften und des Wirtschaftsrechts auszubilden. Würde sich die WU aus der Bachelor-Ausbildung zurückziehen, würde die österreichische Wirtschaft großen Schaden nehmen“, sagt Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger.

UNIS gegen die Verlagerung an die FHs
UNIS gegen die Verlagerung an die FHs

Bildungsreform: Sitzenbleiben und Ziffernoten in der Volksschule sind out

Ziffernnoten und Sitzenbleiben sollen in der ersten, zweiten und dritten Klasse der Volksschule zukünftig der Vergangenheit angehören.

So sieht es zumindest die Ministerin Heinisch-Hosek in ihrem aktuellen Gesetzesentwurf des Bildungsministeriums vor. Im Rahmen der Bildungsreform soll diese, durch viele und mehrjährige Schulversuche getestete Maßnahme umgesetzt werden. "Moderne Pädagogik darf ein Wiederholen der Schulstufen in diesem Altersbereich nicht zulassen", heißt es in dem Entwurf, berichtet derStandard.at, orf.at und diepresse.com.
Statt der Noten von 1 bis 5 sollen künftig alle Volksschüler verbale Leistungsbeurteilungen bis einschließlich der dritten Klasse bekommen. Es wäre ja kein österreichisches Bildungsreform-vorhaben, wenn es nicht gleichzeitig aufgeweicht würde. Laut Entwurf können Erziehungs-berechtigte weiterhin zusätzlich zur verbalen Beurteilung Ziffernoten verlangen. Auch freiwilliges Wiederholen einer Klasse soll zwar restriktiv behandelt werden, aber möglich sein.
Laut derStandard.at zeigt sich die ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank wenig erfreut: "Wir haben uns mit dem Koalitionspartner darauf geeinigt, dass der Schulstandort autonom entscheidet, ob es statt der Ziffernnote eine alternative Leistungsbeurteilung gibt." Und es sei problematisch, wenn eine Beurteilung, ob die Bildungsziele erreicht sind, erstmalig in der vierten Klasse erfolgt, „weil dann das letzte Volksschuljahr wiederholt werden müsste.“
Dagegen befürwortet die Bildungspsychologin Christiane Spiel von der Universität Wien dem derStandard.at gegenüber, die verbalen Beurteilungen statt Ziffernnoten. Volksschüler hätten vor dem Schuleinstieg die Eigenwahrnehmung, ganz viel zu können. Nach dem Schuleintritt werde ihnen klar, dass andere Mitschüler bestimmte Dinge besser können. "Ihr Selbstwertgefühl wird reduziert", sagt Spiel zum STANDARD. Eine differenzierte verbale Rückmeldung über das, was die Schüler gut und was sie besser machen können, ermögliche es, Selbstwertgefühl und Motivation wieder zu steigern. Lehrperson als Maßstab Zudem sei das Hauptproblem von Ziffernnoten, dass sie maßgeblich vom Maßstab der Lehrperson abhängen. Viele Lehrer würden ihre Schüler daran messen, wie gut die Kollegen in der Klasse sind. "Das ist weder fair noch motivierend", sagt Spiel. Motivierender sei es für Schüler, wenn sie auch daran gemessen werden, ob sie sich im Vergleich zu ihren früheren Leistungen gesteigert haben. "All das kann ich in einer Ziffernnote alleine nicht abbilden." Auch, dass das Sitzenbleiben abgeschafft werden soll, begrüßt die Bildungspsychologin. "Positive Effekte beim Wiederholen einer Klasse sind sehr selten", sagt sie.
Weshalb in der vierten Klasse wieder Ziffernnoten gegeben werden und das Wiederholen möglich sein soll, mag wohl daran liegen, dass die SPÖ sich wieder einmal vorauseilend vor den ÖVP-Gesamtschulblockierern fürchtet. Denn die frühe Entscheidung über die Bildungskarriere eines jeden Kindes in Österreich in der vierten Klasse erfolgt auf Basis der Ziffernnoten. Die Ein- führung der Gesamtschule der 6 bis 14-Jährigen wäre eigentlich die logische und konsequente Vorgangsweise. Aber das sind nun einmal in der Bildungspolitik keine Kriterien für die ÖVP. 


Mitterlehners Hochschul-Initiative: Mehr Fachhochschule

Laut Neos (OTS) soll eine Verlagerung von Studierenden von den Universitäten zu den Fachhochschulen erfolgen. Das ist Wissenschaftsminister Mitterlehners neue Strategie zur Steuerung des Hochschulsektors. Sie soll bis 2017 abgeschlossen sein und dessen Ergebnisse in die Leistungsvereinbarungsperiode 2019 bis 2021 einfließen.
Die Fachhochschulen freuen sich. OTS – FHK: Die Österreichische Fachhochschul-Konferenz (FHK) sieht das heute von Vizekanzler Mitterlehner vorgestellte Projekt „Zukunft Hochschule“ positiv und wird sich im Rahmen der Hochschulkonferenz konstruktiv am Prozess beteiligen. Der Abgleich des Studienangebots zwischen Universitäten und Fachhochschulen wurde bereits im Jänner 2015 von der FHK in die Hochschulkonferenz eingebracht und stellt neben der Verbesserung der Durchlässigkeit ein zentrales Anliegen der Fachhochschulen dar.
Mit einer kurzen Stellungnahme begnügt sich die uniko-Präsidentin und Rektorin Sonja Hammerschmid zu den Botschaften des Bundesministeriums: Es sei erfreulich, dass BMWFW und uniko an denselben Themen arbeiten und auch gemeinsam über die künftige strategische Ausrichtung des Hochschulsektors Überlegungen anstellen. „Das Thema Fächerabgleich zwischen den Universitäten habe ich bereits in meiner Neujahrsrede angekündigt“, fügt Hammerschmid hinzu. Die Universitätenkonferenz werde sich in den kommenden Monaten mit dieser Frage, aber auch mit Themen wie Studienplatzfinanzierung und dem Budgetbedarf für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode ausführlich auseinandersetzen. (OTS – uniko)
Die neos begrüßen zwar die Verschiebung der Studierenden zu den Fachhochschulen, kritisieren aber, dass kein Modell für die Studienplatzfinanzierung vorliegt.

Die Fachschulen freuts ...
Die Fachschulen freuts ...

Flüchtlingsklassen in Wien als Übergangslösung bis Herbst

Laut wienerzeitung.at wurden in Wien bisher neun Mittelschulklassen und eine Volksschulklasse als Flüchtlingsklassen eröffnet. Für Wiens Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky sei das "keine neue Politik", obwohl sich die SPÖ und die Grünen lange dagegen gewehrt haben. Kinder mit Migrationshintergrund sollten auf keinen Fall in Ghetto-Klassen landen, sondern von Beginn an integriert werden. Laut Czernohorszky handelt es sich dabei um eine Übergangslösung, damit bestehende Klassen nicht getrennt werden müssen. Eine Dauerlösung sei dies aber nicht. Im Herbst werden die Flüchtlingskinder wie bisher aufgeteilt.

Auch für Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek steht fest, einen Kurswechsel im Umgang mit Flüchtlingskindern gebe es nicht. Für Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, ist die Einrichtung von Flüchtlingsklassen in Wien "als Einstiegsmaßnahme unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll". Es müsse jedoch klar sein, "dass diese Klassen nicht als Notlösung zu führen sind, sondern mit einem Konzept, das die Kinder auf den möglichst raschen Übertritt in die Regelklassen optimal vorbereitet".

In Wien verfolge man den Anspruch, hieß es, alle ankommenden Flüchtlingskinder möglichst unmittelbar an Schulen zu integrieren. Andere Bundesländer würden öfters warten, "bis der Aufenthalt verfestigt ist", so Czernohorszky. Wenn im Herbst die Klassen gebildet werden, könne man die Flüchtlingskinder aufteilen. Nachdem aber der Zuzug weitergehe und er nicht wolle, dass bestehende Klassen aufgrund einer Überschreitung der Schülerhöchstzahlen getrennt werden müssen, "schaffen wir vorbereitend für die Schullaufbahn danach diese Klassen". Die Kinder sollen aber nicht diese "vorbereitenden Klassen" weiter besuchen.

Jürgen Czernohorszky: ".... keine neue Politik"
Jürgen Czernohorszky: ".... keine neue Politik"

Lehrer/innen zum PISA-Debakel

"Lasst uns unsere Arbeit machen"
kurier.at geht der Frage nach, weshalb jedes fünfte Kind, das die Schule verlässt, nicht sinnerfassend lesen kann? „Eine Katastrophe, die die Verantwortlichen achselzuckend zur Kenntnis nehmen. Und die Schule ist offensichtlich immer weniger in der Lage, Kindern Grundsätzliches zu vermitteln. Warum das so ist, wissen die am besten, die täglich im Klassenzimmer stehen: die Lehrerinnen und Lehrer.“ Als Beispiel Ingrid Teufel, eine pensionierte Volksschullehrerin einer Wiener Schule mit hohem Migrantenanteil und prekären Wohn- und Arbeitsverhältnissen der meisten Schüler/innen sind prekär. „Wer hier aufwächst, hat ein hohes Risiko, Schulversager zu werden. Und doch haben es ihre Kolleginnen geschafft, dass so gut wie alle Kinder nach vier Jahren lesen und rechnen können.“
Ingrid Teufel: "Hört auf, den Fokus nur auf Mathematik und Deutsch zu legen und immer alles zu testen, denn so erleben sich die Schwächsten immer nur als Nichtkönner. Schon aus reinem Selbstschutz fangen sie an, innerlich zu kündigen. Viel wichtiger ist es, dass alle Kinder erkennen können, dass sie Talente haben und wo ihre Stärken liegen. Wer sich als jemand erlebt, der etwas leisten kann und erfahren hat, wie man Hürden überwindet, kann mit seinen Schwächen besser leben."
Ein interessanter Artikel. Auch in diesen Stellungnahmen schwingt die Forderung nach einer Gesamtschule mit.
Auch Heinisch-Hosek „sieht frühe Trennung als Grund für schlechte Leistungen“ (Kurier 13.02.2016)

G. Pedrazzoli
G. Pedrazzoli

One World Filmclubs - Filmpaket: Frauen- und Mädchenrechte

Bei Jugendlichen stoßen Filme zum Thema Gleichberechtigung seit Jahren auf großes Interesse.

Die One World Filmclubs haben jetzt ein Paket geschnürt, das dieses Thema quer über den Erdball beleuchtet!

Mehrfach ausgezeichnet, aktuell und für Jugendliche im Rahmen eines Filmclubs kostenlos!

Und zudem passend zum diesjährigen Thema der Aktionstage Politische Bildung vonm 23.4.-9.5. zum Thema Frauen und Politik - Frauen in der Politik.

>>> Hier geht’s zum Filmpaket:

Die Gründung eines One World Filmclubs ist für Jugendliche kostenlos und jederzeit möglich:

Für Rückfragen, weitere Infos zu den Filmclubs und Tipps für einen Filmclubabend stehen wir gerne zur Verfügung.


Risikofall(e) „schwache Schüler“: Sozialstatus, Schultyp, Sprache, Wohnort, Migrationshintergrund, Kindergarten, Sitzenbleiben

In der aktuellen Sonderauswertung zur letzten PISA-Studie (2012) widmet sich die OECD ausschließlich Schüler/innen mit gravierenden Leistungsschwächen.
In Österreich sind das 11% der getesteten 15- und 16-Järigen, die wirklich Grund zur Sorge haben - und auch Sorgen machen (diePresse.at). Sie haben in allen drei Testgebieten - Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften – sehr schwach abgeschnitten. Diese Schüler/innen werden sich als Erwachsene in der Gesellschaft „nicht vollständig zurechtfinden“ können. Sie können mit Hilfe klarer Anweisungen und unter Heranziehung einer einzigen Informationsquelle zum Teil zwar simple Schlüsse ziehen, etwas komplexere Aufgaben aber nicht selbstständig lösen (orf.at).
Mit 11% "Risikoschüler/innen" ist Österreich zwar besser als der OECD-Schnitt, aber ...
Interessant ist die Analyse der möglichen Risikofaktoren. In der Sonderauswertung suchte die OECD vor allem die Gründe für die Leistungsschwächen. In den meisten Fällen ist es eine Kombination und Anhäufung verschiedener Risikofaktoren: Sozioökonomischer Status, Migrationshintergrund, Klassenwiederholung, Sprache, Familiensituation, Geschlecht, Wohnort, Schulwahl, Besuch eines Kindergartens.
Höchstes Risiko: Mädchen mit Migrationshintergrund Das höchste Risiko eines schlechten Abschneidens hätte OECD-weit demnach ein Mädchen mit Migrationshintergrund aus einem im ländlichen Raum gelegenen Alleinerzieherhaushalt mit geringem Einkommen und Bildung, in dem eine andere Sprache als jene des Untersuchungslandes gesprochen wird, das keinen Kindergarten besucht hat und in eine Schule mit berufsbildendem Schwerpunkt geht, wo sie bereits eine Klasse wiederholt hat. Für Österreich gilt Ähnliches, allerdings sind die Zusammenhänge mit der Familiensituation und dem Wohnort nicht so signifikant ausgeprägt. Größter Risikofaktor für ein schlechtes Abschneiden war OECD-weit das Sitzenbleiben: Wer eine Klasse wiederholte, hatte selbst unter Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrunds und der anderen Charakteristika das 6,4-fache Risiko auf eine Einordnung als leistungsschwacher Schüler (derStandard.at).
Starke Argumente für die Gesamtschule
Die Ergebnisse der Sonderauswertung sind starke Argumente für die Gesamt- und Ganztagesschule. Das bestätigt laut diePresse.at auch die Bildungsministerin Heinisch-Hosek. Die gemeinsame Schule „hat positive Auswirkungen auf die Leistungen der SchülerInnen …. [und] die Ganztagsschulen bieten eine Verlängerung des Schulalltags und stellen damit eine effektive Förderung der SchülerInnen dar. Risikofaktoren wie geringe Sprachkenntnisse oder Sozialstatus sind besser ausgleichbar."
Für die Gesamtschulgegner, allen voran der AHS-Gewerkschafter Ekkehard Quin, wird es langsam eng. Das gebetsmühlenartige Wiederholen von Angstparolen wird wohl niemand mehr erschrecken, sondern vor allem die Glaubwürdigkeit der Reformblockierer immer mehr in Frage stellen.

Grafik aus: Pisa Low-Performing Students
Grafik aus: Pisa Low-Performing Students

Link OECD - Auswertung


Consumer Classroom – viel Unterrichtsmaterial und brauchbare Tools

Consumer Classroom ist eine interaktive Website für Lehrer/innen und laut Eigendefinition dieser interessanten Community-Website „eine umfassende Bibliothek von Verbraucherbildungsressourcen aus der gesamten EU“. Zusammen mit den interaktiven und Collaboration-Tools, erleichtert sie die Vorbereitung von Lektionen und das Teilen mit Schülern und anderen Lehrer/innen.
Ziel dieser Website ist es die Verbraucherbildung zu fördern und insbesondere für in weiterführende Schulen in Europa. „Es handelt sich hierbei um eine multilinguale, europaweite Website, die von der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Kommission finanziert wird.“
Die Stärke der Website liegt in der Qualität ihrer Unterrichtsressourcen und ihrer Collaboration-Tools, wie dem Lesson Builder, den Foren und dem Live-Chat. Sie eignet sich für Lehrer und Schüler im Alter von 12 bis 18 Jahren, ist jedoch für jeden offen, der gerne einen Beitrag dazu leisten möchte. Die Website wurde entwickelt, um Lehrern den Unterricht zu Verbraucherinhalten zu vereinfachen, um anwendungsbereite Lektionen für ihre Schüler zu erstellen oder zu finden, und um online mit anderen Lehrern und Klassen in Europa zusammenzuarbeiten. Uvm.

Foto: Joachim Wiesner
Foto: Joachim Wiesner

Jochen Krautz: Kompetenz als Problem - Vortrag und Diskussion

Hintergründe und Auswirkungen des Kompetenzkonzepts in Schule und Bildung
Prof. Dr. Jochen Krautz
07. April 2016 | 20 Uhr   ORF Landesstudio Vorarlberg  Dornbirn Eintritt frei
• Das Kompetenzkonzept ist wissenschaftlich ungeklärt. Es dient, Bildung messbar zu machen.
• Kompetenzkataloge kann man nicht unterrichten.
• Kompetenzorientierung vernachlässigt die Inhalte und senkt das Bildungsniveau.
• Kompetenzen vernachlässigen die Moralität und steuern das Wollen.
• Kompetenzen zielen auf Anpassung.
• Die OECD verfolgt eine Strategie kultureller Entwurzelung.
• Folge in Schule und Elternhaus: Verwirrung und Verlust von Pädagogik und Didaktik.
Eine Kooperation der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft UBG und der Vorarlberger LehrerInneninitiative VLI in der Reihe „Schule Bewegen”
Prof. Dr. Jochen Krautz ist Professor für Kunstpädagogik am Fachbereich F – Design und Kunst der Bergischen Universität Wuppertal.

Jochen Krautz
Jochen Krautz

Pensionsgipfel: Bernhard Achitz (ÖGB):"Dramatische Arbeitsmarktlage beachten!"

ÖGB-Achitz: Pensionsgipfel zum Konjunktur- und Beschäftigungsgipfel machen (OTS)
Rekordarbeitslosigkeit: Menschen brauchen Jobs, wenn das faktische Pensionsalter steigen soll
Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, fordert anlässlich der aktuellen Arbeitsmarktdaten: „Die dramatische Lage auf dem Arbeitsmarkt darf die Bundesregierung auch beim Pensionsgipfel am 29. Februar nicht ignorieren“. Deshalb müsse der Pensionsgipfel ein Konjunktur- und Beschäftigungsgipfel sein, weil „alle edlen Gedanken darüber, wie wir es schaffen können, das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen, sind völlig sinnlos, wenn es keine Arbeitsplätze gibt“, so Achiz.
Achiz nimmt nicht nur die Politik in die Pflicht, sondern stellt auch Forderungen an die Unternehmen. Arbeitsplätze, Arbeitsmittel und die Arbeitsorganisation müssen so gestaltet werden, dass für ArbeitnehmerInnen in jedem Lebensalter die belastungs- und beanspruchungsoptimale Ausführung der Arbeit gewährleistet ist. Achitz: „Die ArbeitnehmerInnen können nur dann länger arbeiten, wenn sie dazu körperlich und psychisch in der Lage sind.“ Und dafür müssen die Unternehmen sorgen.
Ein erster Schritt wäre, dass Arbeitgeber endlich „damit aufhören, Menschen mit spätestens 45 Jahren als unvermittelbar zu betrachten“, fordert Achitz.
Wie zu erwarten hat die Industriellenvereinigung diese ÖGB-Forderungen umgehend zurückgewiesen. Aus dieser Richtung darf wieder einmal keine Bewegung zur Vernunft erwartet werden.

G. Pedrazzoli
G. Pedrazzoli

Änderungen in der Reisegebührenvorschrift ab 2016

Im Rundschreiben des Bundeskanzleramts zur 2. Dienstrechts-Novelle 2015 werden unter Pkt. 7. die Änderungen in der Reisegebührenvorschrift behandelt:

1. Ersatz für die Benützung von Massenbeförderungsmitteln: Es gebührt nur noch gegen Nachweis ein Ersatz der entstandenen Kosten für die Benützung von Massenbeförderungsmitteln vom und zum Bahnhof.

2. Anstelle der bisher fixen Beträge, die für zurückgelegte Eisenbahnstrecken gebührten, tritt ein Beförderungszuschuss. Dieser deckt sämtliche Beförderungskosten (alle Massenbeförderungsmittel im Fern- und Nahverkehr) ab: Für die Kilometer 1 bis 50 beträgt der Beförderungszuschuss 0,20 € je Kilometer, für die folgenden 51 bis 300 Kilometer 0,10 € je Kilometer und ab 301 Kilometer 0,05 € je Kilometer.

Ist die Wegstrecke max. 8 Kilometer, beträgt der Beförderungszuschuss insgesamt 1,64 €. 

Der Beförderungszuschuss darf pro Wegstrecke höchstens 52,00 € betragen.

Werden für eine oder mehrere Teilstrecken die Auslagen nachgewiesen (wird beispielsweise eine Teilstrecke mit dem Zug zurückgelegt), ist für den Beförderungszuschuss die Summe der Weglängen der übrigen Teilstrecken der Wegstrecke maßgebend.

Rechenbeispiel aus dem Rundschreiben:

Für die Ermittlung der Weglänge ist die kürzeste Wegstrecke maßgebend.

Eine Dienstnehmerin des Bundesministeriums für Bildung und Frauen legt bei einer Dienstreise von 1010 Wien, Minoritenplatz 5, zur Bundeshandelsakademie nach 9020 Klagenfurt, Kumpfgasse 21A, 303 Kilometer zurück. Der Beförderungszuschuss beträgt für die Hinfahrt insgesamt 35,15 € (50 Kilometer * 0,20 € + 250 Kilometer * 0,10 € + 3 Kilometer * 0,05 €). Bei der Rückfahrt legt sie 301 Kilometer zurück. Hierfür beträgt der Beförderungskostenzuschuss 35,05 €.

Kommentar von Gary Fuchsbauer: Das angegebene Beispiel zeigt dabei, dass Hin- und Rückfahrt getrennt zu beachten ist. Die 303km vom BMBF in Wien zur HAK Klagenfurt finde ich mit maps.google.at auch, aber für den Rückweg braucht google mindestens 311km - das BKA aber nur 301!?!?

Dienstreisen
Dienstreisen

Sonderbeitrag: Bildungsdemo in Linz am 2. Februar 2016

Gemeinsame Schule! Demokratische Schule! Mehr Geld für Bildung!
Bericht von der Demonstration der Bildungsinitiative Oberösterreich.

Selten prägen tiefgreifende und umfassende Analysen der aktuellen Situation, zukunftsorientierte Idealvorstellungen und vollständig begründete Forderungen das inhaltliche Bild von Demonstrationen, wie bei der Demonstration der Bildungsinitiative OÖ „für eine gemeinsame Schule aller PflichtschülerInnen, für eine demokratische Schule und für mehr Geld für Bildung“. Redner/innen mit großer Erfahrung im Bildungssystem, in der Bildungspolitik und Gewerkschaftsarbeit beeindruckten und konnten die Anliegen der Bildungsinitiative überzeugend argumentieren.

Stellvertretend für alle Redner/innen seien hier erwähnt:

Reinhart Sellner, UGÖD-Vertreter in der ARGE LehrerInnen und im GÖD-Vorstand, ist ein profunder Kenner des österreichischen Bildungssystems und der Bildungspolitik und kennt die Ursachen der aktuellen Bildungssystemmisere sehr genau. 

Renate Brunnbauer, Pflichtschullehrerin und Vorsitzende der kuli-UG, zeigt in ihrer Rede eindrucksvoll die Folgen der reaktionären Bildungspolitik aus der Sicht einer engagierten Pflichtschullehrerin auf.

>> zum Sonderbeitrag der Bildungsdemo in Linz


Bildungspolitik: Unerträgliche Machtposse

Die schwarzen Landeshauptleute lassen keinen Versuch aus, um die Macht in der Bildungspolitik an sich zu reißen – rücksichtslos und ohne Genierer. Und sie werden bei dieser unerträglichen Posse von der Bundes-ÖVP kräftig unterstützt. Aktuell geht es um die Auslegung der Machtstrukturen rund um die neu zu schaffenden Bildungsdirektionen in den Ländern. Dazu hat nach drei! Monaten „der sogenannten Einigung“ (Harald Walser) im Rahmen des Bildungsreformpapiers 2015 die ÖVP den Vorschlag für die Verwaltungsreform so „überarbeitet“, dass es zu einer Machtverschiebung hin zu den Ländern kommen würde.

Dazu Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann (SPÖ) in diepresse.com „Was ich nicht gutheißen werde, sind Schritte in Richtung Verländerung der Schule.“ Und Elmar Mayer, ebenfalls SPÖ, in den Vorarlberger Nachrichten: „Der ÖVP-Vorschlag würde das Parlament aushebeln“.

Nachdem ÖVP und SPÖ knapp drei Monate nach der Präsentation der Bildungsreform erst über die Gesamtschule und nun über die Schulverwaltung streiten, herrscht Verärgerung: „Es ist unerträglich, dass die Regierung bisher nicht in der Lage war, ein Papier vorzuschlagen“, sagt der grüne Bildungssprecher Harald Walser im Gespräch mit der „Presse diepresse.com“.

Bildungspolitik: Es geht um Macht ...
Bildungspolitik: Es geht um Macht ...

Bundespräsidentenwahltipp - Quiz

Kreidekreis - Abo für ein ganzes Jahr gewinnen ...

Es kann zwar sein, dass im Wahlkampf eine Dynamik für oder gegen die eine Kandidatin oder den anderen Kandidaten entsteht.

Schätze das Wahlverhalten der Österreicherinnen und Österreicher ein und gewinne! Fünf Teilnehmer/innen, die dem endgültigen Wahlergebnis am nächsten kommen, gewinnen ein Kreidekreis-Abo für ein Jahr.

>>> Zum Bundespräsidentenwahltipp - Quiz

Rechtsweg ist ausgeschlossen - wie immer bei solchen Gewinnspielen. Aber ihr wisst, dass ihr der ÖLI vertrauen und euch auf sie immer verlassen könnt .....  

>>> Zum Bundespräsidentenwahltipp - Quiz - so wurde getippt

Bundespräsidentenwahltipp
Bundespräsidentenwahltipp

Gesamtschule: Tiroler Gymnasialdirektoren setzen auf Eskalierungsstrategie

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, eskaliert der Konflikt über die Gesamtschul-Modellregion Tirol. Einige Gymnasialdirektoren sind in den letzten Wochen vor allem wegen ihren, an Peinlichkeit kaum zu überbietenden, polemischen und beleidigenden Äußerungen gegen die Befürworter der Modellregion und die verantwortliche Bildungs-LR Beate Palfrader (VP) unangenehm aufgefallen. Nachdem nun der Verein der Tiroler Gymnasialdirektoren die Einladung Palfraders zur Mitarbeit in der Steuerungsgruppe für pädagogische, rechtliche und inhaltliche Fragen ausgeschlagen hat, reicht es der Schulratspräsidentin und Bildungs-Landesrätin. Sie wirft den AHS-Vertretern vor, die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Bildungssystems zum Wohle aller Kinder nicht wahrnehmen zu wollen.
Palfrader übt zudem scharfe Kritik an polemischen und beleidigenden Äußerungen einiger Direktoren. „Das muss endlich unterlassen werden." Sogar im Unterricht würden AHS-Lehrer gegen die Modellregion Stimmung machen. „Da wird den Schülern mitgeteilt, sie müssten dann neben den Dummen sitzen", ist Palfrader entsetzt. Diese Lehrer würden nicht nur dem Ruf der Pädagogen schaden, sondern auch ein Bild bestätigen, dass sich die Öffentlichkeit da und dort berechtigterweise mache, betont sie gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

Grafik: G.Pedrazzoli
Grafik: G.Pedrazzoli

Schüler fordern zentrale Korrektur der Zentralmatura

Die Schülervertretung reagierte prompt auf die massiven Manipulationsvorwürfe im Rahmen der Zentralmatura 2015 von Werner Peschek, Mathematikdidaktiker der Uni Klagenfurt. Die vlikraft.at berichtete darüber.
Bundesschulsprecher Maximilian Gnesda fordert nicht zum ersten Mal eine zentrale Beurteilung der Zentralmatura anstelle der Korrektur durch die Klassenlehrer/innen.
Wie Gnesda in einer Presseaussendung betont, habe er bereits im Jänner die zentrale Korrektur gefordert, um eine objektive und vergleichbare Matura zu gewährleisten.
„Eine Zentralmatura, die zentral vorgegeben wird und österreichweit das gleiche Format hat, nicht zentral zu benoten, ist ein Widerspruch in sich. Will ich österreichweit eine einheitliche Matura, muss ich diese auch österreichweit gleich korrigieren!“, sagt Gnesda, betont aber auch, dass es „um keinerlei Misstrauen gegenüber dem Lehrpersonal“ gehe. Die Schülervertretung wolle „aber bei der Zentralmatura gleiche Rahmenbedingungen – jede und jeder soll danach die Gewissheit haben, fair behandelt worden zu sein“.
Quin, Vertreter der AHS-Lehrer/innen, reagiert laut APA auf die Manipulationsvorwürfe mit dem Vorschlag, die Kompensationsprüfung in Mathematik schriftlich durchzuführen - und zwar als "halbe" Matura mit der Hälfte der Zeit und auf die Grundlagenaufgaben beschränkt.
Einer zentralen Korrektur der Maturaarbeiten, wie es die Schülervertretung fordert, kann Quin "bei aller Skepsis gegenüber zentralen Klausuren an sich" etwas abgewinnen: "Das wäre vom System her logisch und korrekt."

Grafik: DieZeit
Grafik: DieZeit

ÖVP-Unterstützung für die schwarzen Reformblockierer bröckelt

Gesprächsverweigerung der Bildungseliten
Kommentar von Peter Nindler in den Tiroler Nachrichten Seite 2 / 04.02.2016:
Laut Nindler konnten sich die Gymnasiallehrer in ihren Elfenbeinturm zurückziehen, weil sich die Bildungspolitik seit Jahren selbst blockiert. Ein wesentlicher Grund, dass die offensichtlichen Schwachstellen im Bildungssystem nicht behoben werden, sei die mächtige AHS-Gewerkschaft, für die Reformen nur dann sinnvoll seien, wenn sie die Gymnasien nicht betreffen. Und „jahrzehntelang war die ÖVP der größte Schutzschirm für die einzementierte Schulordnung“, stellt Nindler in seinem Kommentar fest. Und weiter: „Weil Bildung der Schlüssel für soziale Chancengleichheit ist und die frühe Auslese der Kinder nach der Volksschule diesem Ziel wiederspreche, wird über eine gemeinsame Schule der 6- bis 14-jährigen nachgedacht. Auch in der ÖVP und vor allem in Tirol“ und Vorarlberg. Und deshalb bröckle die ÖVP-Unterstützung für die schwarzen Reformblockierer in der AHS – Gewerkschaft immer mehr. „So paradox es auch klingt: Gerade die selbsternannten Bildungseliten verweigern sich einem Reformprozess in der Ausbildung. Da werde ein Schrebergarten der Eitelkeiten und Standesdünkel gepflegt“, ärgert sich Nindler.

Grafik: G. Pedrazzoli
Grafik: G. Pedrazzoli

Angst: Schulnachricht in der vierten Klasse Volksschule

Auch für die Salzburger Nachrichten (04.02.2016 S 26) sind heute die Schulnachrichten der Viertklässler ein Thema. Die vlikraft.at berichtete bereits ausführlich darüber. In diesem Artikel „Angst vor den Semesternoten“ geht es vor allem um die Ängste und Belastungen der frühen und meist endgültigen Entscheidung, ob das Kind ins Gymnasium oder in die Neue Mittelschule zugeteilt wird und damit seine Bildungsbiografie festgeschrieben ist. Eine betroffene Mutter bringt es auf den Punkt: „Wir reden hier von der AHS-Unterstufe, nicht von der Elite-Uni Harvard.“ Und deshalb ist es für sie unmenschlich, dass hier von Kindern plötzlich eine Leistung verlangt werde, die über ihren künftigen Lebensweg entscheide. 

Auch in diesem Artikel wird klar: An der Gesamtschule führt kein Weg vorbei. Zumindest kennen wir derzeit keine andere brauchbare Lösung des Problems.

Grafik: G. Pedrazzoli
Grafik: G. Pedrazzoli

Zentralmatura: „vertuschen, nachkorrigieren, nachhelfen, manipulieren“

Die Zentralmatura ist seit einer Woche wieder das große Bildungsthema. Die oelig.at berichtete darüber, dass einige Auffälligkeiten bei den Ergebnissen auf große Probleme nicht nur bei der erstmaligen Vorbereitung und Durchführung der Zenralmatura hindeuten, sondern auch Systemfehler offenlegen. Für die Grünen genügend Stoff für eine parlamentarische Anfrage. Laut derStandard.at weist das Bildungsministerium Kritik an auffälligen Zentralmaturaergebnissen als nicht aussagekräftig und überzogen zurück. Den Gender-Gap werde man untersuchen, bei den Oberstufenrealgymnasien gebe es ein paar Ausreißer. Also nichts Neues.

Interessant ist, wie derStandard.at in einem aktuellen Artikel „Experte: Hohes Maß an Manipulation bei Zentralmatura“ berichtet, die Kritik von Werner Peschek, Mathematikdidaktiker der Uni Klagenfurt. Schon vor einem Jahr warnte Peschek: "Man wird vertuschen, nachkorrigieren, nachhelfen."

Nach den Ergebnissen der neuen Reifeprüfung 2015, fühlt sich Peschek bestätigt: "Es kam bei der Durchführung und Korrektur der schriftlichen Klausuren wie auch bei der mündlichen Kompensationsprüfung, wie es kommen musste.“ Überrascht hat ihn „nur das hohe Ausmaß der Anforderungsmanipulation bei der Zentralmatura."

Die Ausfallsquote bei der Zentralmatura ist nur mehr ein Viertel der bisherigen Matura, nach der mündlichen Kompensation noch einmal geringer. Auch für den Bildungsforscher Günter Haider ist das zumindest „auffällig“.

Laut derStandard.at hält Peschek ein anderes Problem für viel gravierender: "Es gibt einzelne Klassen, eventuell auch Schulen, die aus unterschiedlichsten Gründen den Anforderungen der Zentralmatura derzeit nicht gewachsen sind." Und fordert für diese Klassen, dass die Anforderungen absenkt werden. „Das kann man transparent und kontrolliert – einer Zentralmatura angemessen – tun oder versteckt und unkontrolliert der Kreativität der Schüler, der Lehrer und oder der Schulleitungen überlassen", sagt Peschek.

Das Ministerium lehnt Pescheks "Notfallaktionsplan" ab. Das führte zu "versteckten, nicht kontrollierbaren und konsequenzenlosen Absenkungen der Anforderungen durch unkorrekte Vorgehensweisen bei der Durchführung oder der Korrektur der schriftlichen Prüfungen und vor allem auch bei der mündlichen Kompensation gekommen, die zu keinen Verbesserungen führen", stellt Peschek klar und fürchtet ein Weiter-wie-bisher.

Grafik: DieZeit
Grafik: DieZeit

Deutschpflicht in den Pausen: Große Unterschiede in den Ländern

Wie auf der oeliug.at schon öfters berichtet, will die schwarz-blaue Regierung in Oberösterreich in den Schulen Deutsch als Pausensprache einführen. Die meisten Bundesländer lehnen aber Deutsch als Pflichtsprache in den Pausen ab.
Laut DiePresse.com gehen manche Länder den Weg der "Empfehlung", mehrere wollen die Schulen selbst entscheiden lassen. In Oberösterreich besteht noch Uneinigkeit darüber, ob es eine Verpflichtung oder ein „Bemühen“ geben soll. In der Steiermark soll, wie in Oberösterreich, eine „Empfehlung“ an die Schulen gehen, die dann selber entscheiden soll, ob sie sie in die Hausordnung aufnimmt oder nicht.
Aus Salzburg, Niederösterreich und Vorarlberg kommt zurückhaltende Zustimmung. Empfehlungen sind in diesen Ländern aber kein Thema. Nur in Vorarlberg stehe man einer Empfehlung im Sinn einer Sensibilisierung aufgeschlossen gegenüber.
Ablehnung kommt aus Tirol („Unzulässig und nicht zielführend“) und den roten Ländern. „Das wird es in Wien sicher nicht geben“, sagt der neue Stadtschulratspräsident, Jürgen Czernohorszky, zur „Presse“. „Nicht nur aus Gründen des Menschenbilds, sondern weil es nichts Dümmeres gibt, als Kindern das Wort zu verbieten.“ Auch in Kärnten wird es keine Pflicht geben. Als undenkbar bezeichnet Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger das. Selbst eine Empfehlung hält er nicht für sinnvoll. „Warum soll man sich etwas umhängen, nur um populistisch in Erscheinung zu treten?“ Burgenlands Landesschulratspräsident, Heinz Zitz, hält Verordnen weder für sinnvoll noch für umsetzbar.

OÖ LH-Stv Thomas Stelzer (ÖVP)
OÖ LH-Stv Thomas Stelzer (ÖVP)

Mädchen sind die Betrogenen bei der Zentralmatura

Mädchen bei Zentralmatura in Englisch unerwartet schlecht - und in Mathe sowieso.

Die Analyse der Ergebnisse der Zentralmatura deckte eine unerwartete Ungerechtigkeit und damit einen weiteren unakzeptablen Fehler des Systems „zentralen Reifeprüfung“ auf. Unerwartete und allen Studien widersprechende Geschlechterunterschiede. Österreichweit durchgehend schnitten die Mädchen nicht nur in Mathematik, sondern auch in Englisch deutlich schlechter ab als ihre Mitschüler - 60 Prozent mehr Fünfer für Mädchen (6,9 Prozent) als für Buben (4,3 Prozent), berichtet Lisa Nimmervoll derStandard.at. Dass das Ergebnis in Mathematik noch schlechter für die Maturantinnen ist, wurde erwartet und interessiert de facto niemanden. Was eigentlich der wirkliche ganz große Skandal unseres Bildungssystems ist.

Aber zurück zum Unerwarteten: Allen Studien zum Trotz schnitten die Mädchen in den Fremdsprachen (Englisch) schlechter ab als die Burschen. Ein eindeutiges Indiz – oder treffender – ein weiterer eindeutiger Beweis, dass das Bifie mit dem Management der Zentralmatura komplett überfordert war/ist und das System der zentral geprüften Reife- und in Zukunft auch in der BMHS Diplomprüfung dringend neu überdacht werden sollte.

Europaweit, bis auf wenige Ausnahmen wird zentral geprüft! Na und? Europaweit, bis auf wenige Ausnahmen, ist die Gesamtschule seit Jahrzehnten Standard. Überall, außer in Österreich, ist eine systemerzwungene, meist eine der  folgenschwersten Entscheidung der Bildungsbiographie von neuneinhalb jährigen Kindern ein absolutes NO GO! Aber geht es um die Zentralmatura, werden alle Bedenken vom Tisch gewischt.

Der unerträgliche bildungspolitische Systemsumpf in Österreich treibt immer seltsamere Blüten. Ein aktuelles Beispiel ist die aktuelle Forderung des langzeitbeleidigten Bildungswissenschafters von der Universität Salzburg, Günter Haider, wegen den schlechten Ergebnissen bei der Zentralmatura das BORG auf fünf Jahre zu verlängern. Wer solche Wissenschaftler im Lande hat, sollte ernsthaft darüber nachdenken, sich selber Gedanken zu machen.

Foto: Joachim Wiesner
Foto: Joachim Wiesner

„Systematisches Mobbing“ durch Landesschulrat Niederösterreich

„Kommt so was nur im LSR für Niederösterreich vor oder gibt es ähnlich gelagerte Fälle auch in anderen Landesschulräten?“ fragt sich Harald Walser in FB bei diesem haarsträubenden Fall, in dem eine Schuldirektorin von ihrer Inspektorin gemobbt wird, weil sie sich vor 10 Jahren geweigert hat, an einer „politischen Informationskette“ zum Landeshauptmann mitzuwirken („So funktioniert Erwin Prölls Spitzelsystem!“).
Dazu orf.at "Bürgeranwalt": Evelyn Mayer, Direktorin der HLW Biedermannsdorf in Niederösterreich zieht deswegen vor Gericht, woraufhin Ministerium und Landesschulrat beschließen, die Direktorin vor Gericht als Täterin statt als Opfer dastehen zu lassen. Der Oberste Gerichtshof sorgt für Ordnung und verurteilte den Landesschulrat.
Auf seinem Blog präsentiert Harald Walser ein brisantes Detail, das erst jetzt aufgetaucht ist: Ein Aktenvermerk und ein Mail aus dem Jahr 2011 belegen, dass Behörden beschlossen haben, „Mutmaßungen“ in den Raum zu stellen, um Evelyn Mayer „selbst nicht als Opfer, sondern Täterin von Mobbing“ dastehen zu lassen. Walser: „Das muss man sich vorstellen: Offizielle Dienststellen beschließen, vor Gericht eine von ihrer Vorgesetzten gemobbte Beamtin systematisch noch einmal zu mobben, um einer Schadenersatzforderung zu entgehen. Das oberste Gericht ist darauf zum Glück nicht eingestiegen.“

Behörden mobben systematisch Direktorin
Behörden mobben systematisch Direktorin

Deutschpflicht in den Pausen: Landesschulrat OÖ macht Druck

Der Landesschulrat und die schwarz-blaue Landesregierung in Oberösterreich lassen sich durch die massive Kritik an der geplanten Deutschpflicht an Schulen in der Pause nicht beirren. Der Landesschulrat hat seinen Textentwurf für die Hausordnung präsentiert und erhöht damit de facto den Druck auf die Schulen, die im Regierungsprogramm der FPÖ und ÖVP vereinbarte "Forcierung von Deutsch als Schulsprache“ umzusetzen.

Daran ändert sich auch nichts, wenn jetzt auf einmal der Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer nie „von Pflicht gesprochen“ haben will und darauf hinweist, dass der Textentwurf, von den Schulpartnern in die jeweilige Hausordnung aufgenommen werden kann. Ziel sei es aber, dass auf dem Schulareal Deutsch als gemeinsame Sprache forciert werde. (oönachrichten).

>> bisherige Beiträge zum Thema (04.12 - 07.12.15)

Enzenhofer will Deutschpflicht in OÖ Schulen
Enzenhofer will Deutschpflicht in OÖ Schulen

Angst vor der Gesamtschule

Wie zu erwarten, war heute die Schulnachricht für die Viertklässler Thema in den ORF-Nachrichten. Wie seit Jahrzehnten wird auf die Bedeutung und gleichzeitig untragbare Belastung der im Durchschnitt neuneinhalb Jährigen, ihrer Eltern und der Lehrer/innen hingewiesen, die diese "folgenschwerste Entscheidung im Verlauf jeder Bildungsbiographie: Gymnasium – ja oder nein“ mit sich bringt. Und alle Jahre wieder melden sich je eine/r der bildungspolitisch reaktionären schwarzen Lehrergewerkschafter und Elternvertreter/innen zu Wort. Heuer war es Paul Kimberger, oberster Gewerkschafter der Pflichtschullehrer/innen und der neugebackene Präsident des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV), Gernot Schreyer. Und alle Jahre wieder wird über den alles andere als objektiven, die Schüler/innen untragbar belastenden und sowieso unbrauchbaren Sortiermodus auf Basis der Schulnachrichten gejammert. So weit so gut, das stimmt ja, zumindest ist es in Bezug auf die erwähnten Ursachen wenigstens die halbe Wahrheit. Aber nicht mehr auszuhalten sind die Vorschläge der Beiden: Lehrer/innen müssen in der vierten Klasse gerechtere Noten geben (Schreyer) und nicht die Schulnachricht, sondern eine Potentialanalyse der Kinder – erstellt von Lehrer/innen und/oder Psychologen - soll als Sortierkriterium dienen (Kimberger). Das ist Unsinn, Herr Kimberger! Die derzeit einfachste, wirkungsvollste und nachhaltigste Lösung der Probleme, die Gesamtschule, wurde nicht einmal andeutungsweise er erwähnt.
Entweder fürchten die schwarzen Vertreter der Eltern und Lehrer/innen die Gesamtschule, wie der Teufel das Weihwasser, oder sie sind abgrundtiefe Zyniker und nehmen die Leiden der Kinder und ihrer Eltern billigend in Kauf.   
Ein Rat an Paul Kimberger von seinen Tiroler Gewerkschaftskolleg/innen. In roten Lettern ist auf ihrer Startseite zu lesen: „Wer überholen will muss die Spur wechseln“. Rückwärts auf dem Pannestreifen fahrend, kommt man nicht weiter. Schon gar nicht in der Bildungspolitik.

Paul Kimberger - Potentialanalyse statt Schulnachricht
Paul Kimberger - Potentialanalyse statt Schulnachricht

Neuer Elternvereinsvorsitzender: Hoffnungslos konservativ....

Es ist ja nicht so, dass man vom neuen Präsidenten des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV), Gernot Schreyer, erwartet, dass er eine weniger konservative Linie fährt und dafür etwas offener und differenzierter seine Aufgabe angeht, als sein Vorgänger. Seine erste Pressekonferenz macht aber klar, was wir von ihm bildungspolitisch erwarten können. Leider wenig Ermutigendes.
Laut m.kurier.at plädiert Schreyer ernsthaft für eine Verschiebung der Neuen Oberstufe. Begründung: "Wir haben Signale aus den Schulen, dass da noch einige Baustellen existieren“ und er „einen Anstieg der Dropout-Zahlen“ befürchtet. Also wenig Konkretes, viel Hörensagen.
Schreyer lehnt sowohl die e Gesamtschule - "Die Reduktion auf eine Einheitsschule ist weder ein Verdienst am Land noch an unseren Kindern", als auch die Ganztagesschule vehement ab. Weil "in der die Kinder ganztägig bespaßt werden" und sich die Eltern darum kümmern sollen, was die Kinder lernen und am Nachmittag zu tun haben.

Bundeselternverband
Bundeselternverband

Das große Zittern der Viertklässler: AHS oder NMS?

Falter 4/16 – Sibylle Hamann: Im Zweifel für die Holzklasse
Nächste Woche wird es wieder verteilt: das Semesterzeugnis. Es entscheidet über Gymnasium oder Mittelschule. Doch es ist ein höchst untaugliches Instrument.
Wie jedes Jahr um diese Zeit erhalten alle Schüler/innen ihre Schulnachrichten. Für die Viertklässler ist das „kleine Zeugnis“ besonders wichtig, fällt damit für die durchschnittlichen neuneinhalb Jahre alten Kinder die „folgenschwerste Entscheidung im Verlauf jeder Wiener Bildungsbiographie: Gymnasium – ja oder nein“, wie Sibylle Hamann richtig feststellt. Zwar ist in Wien die Situation von ganz besonderer Brisanz, aber im Prinzip trifft das auf ganz Österreich zu. Die Ängste der Eltern und der Druck auf die Kinder und Lehrer/innen ist enorm. Kein Wunder also, dass „Tausende Eltern und tausende Volksschullehrerinnen und einige wenige -lehrer deswegen in den vergangenen Monaten schlecht geschlafen“ haben. „Mit Einsern oder Zweiern in Deutsch und Mathematik ist man dabei. Mit einem Dreier in einem der beiden Fächer ist man so gut wie draußen. In Wien steht die Chance ungefähr 50:50.“ Ist man einmal in einer Schulform, kommt man so gut wie nicht mehr weg. Gut für die, die es ins Gymnasium geschafft haben. Denn: „Einmal drin, für immer drin. Umso mehr Gewicht hängt am Semesterzeugnis der vierten Klasse“, welches für einen objektiven, fairen und gerechten Sortiermodus absolut ungeeignet ist.
Schulübergreifende anonymisierte Lesetests decken in der fünften Schulstufe riesige Leistungsdiskrepanzen sowohl im Gymnasium als auch in der NMS auf. „Was die Vermutung aufdrängt, dass gar nicht nach „Leistung“, sortiert wird, sondern nach anderen Kriterien: nach Schichtzugehörigkeit, nach Erwartungshaltungen, nach sozialer Homogenität.“
Man weiß es eh, dass es so ist und die regionale Aufschlüsselung der AHS-Übertritte nach Bezirken zeigt es deutlich: In Wieden treten „77 % der Viertklässler in die AHS über, im benachbarten Margareten hingegen nur 36 %. In Hietzing sind es 79 %, in Rudolfsheim-Fünfhaus nur 39 %. In Währing 78 %, in der Brigittenau 41 %. Weil es in bürgerlichen Bezirken doppelt so viele intelligente Neuneinhalbjährige gibt wie in Arbeiterbezirken? Nein. Wohl eher, weil man in besseren Wohngegenden eher meint, ein neuneinhalbjähriges Kind „gehöre“ halt ins Gymnasium.“
Ständig werden verbesserte Kriterien für die Einteilung der Viertklässler versprochen und ausprobiert. Bisher ohne Erfolg, denn, davon sind immer mehr überzeugt, nur die Einführung der Gesamtschule könnte das Problem lösen. „Der ehemalige Gymnasialdirektor und unermüdliche Bildungsaktivist Erwin Greiner hingegen sieht in alldem bloß hilflose Versuche, ein Sortierungssystem aufrechtzuerhalten, dessen Untauglichkeit und Ungerechtigkeit längst erwiesen ist. Seine ehemalige Schule in der Theodor-Kramer-Gasse ist eine von ganz wenigen AHS, die – im Rahmen eines Schulversuchs – seit Jahrzehnten auch Kinder ohne AHS-Reife aufnehmen. „Bei einem Jahrgang habe ich mir die Mühe gemacht, acht Jahre später nachzuschauen: Jeder sechste Jugendliche, der bei uns maturiert hat, wäre mit neuneinhalb aussortiert worden“, erzählt er. „Manche Kinder brauchen halt ein bissl mehr Zeit, bis ihnen der Knopf aufgeht. Und um jedes einzelne, das uns da verlorengeht, ist es jammerschade.“
Erwin Greiner war selbst ein Arbeiterkind, das eigentlich nicht ins Gymnasium „gehörte“. Heute kämpft er mit aller Leidenschaft für die gemeinsame Schule der Zehn-bis 14-Jährigen. Ebenso wie der Bildungswissenschaftler Karl Heinz Gruber. Auch den meisten der für diese Geschichte befragten Volksschullehrerinnen wäre es lieber, ihnen bliebe die Trennungsaufgabe erspart.“

G. Pedrazzoli
G. Pedrazzoli

Bildungsreform: Die Lösung liegt in der Modellregion Vorarlberg

SPÖ und ÖVP stehen sich bei der Bildungsreform selbst im Weg, schreibt Lisa Kogelnik in ihrem Kommentar im derStandard.at zur aktuellen Streiterei der ÖVP. Und stellt pragmatisch fest: 

Die Lösung liegt in Vorarlberg. Und recht hat sie!
Eine Lösung wäre einfach. Im – von einem schwarzen Landeshauptmann geführten – Vorarlberg sind sich alle Parteien darüber einig, dass im ganzen Bundesland die Gesamtschule getestet werden soll. Umfassende wissenschaftliche Vorbereitungen laufen bereits. Vorarlberg ist ein kleines Bundesland, eingefleischte Gesamtschulgegner müssten keine umfassende Änderung des gesamten Schulsystems fürchten. Es spricht also nichts dagegen, die Wünsche der Vorarlberger zu erfüllen. Freilich würde dann im restlichen Österreich die 15-Prozent-Grenze gelten. Damit müssten sich SPÖ und Grüne abfinden. Dann wäre auch eine Zweidrittelmehrheit für den Beschluss garantiert, und es bestünde Rechtssicherheit für jene Schulen, die künftig eine Modellregion für die Gesamtschule bilden.

G. Pedrazzoli Voarlberg als Modellregion
G. Pedrazzoli Voarlberg als Modellregion

Gesamtschule rutscht auf der schwarz-blauen Ebene ins Aus

Wahrscheinlich ist nicht die gesamte ÖVP gegen die Gesamtschule. Ihr Klubchef Lopatka jedenfalls zieht derzeit eifrig an den politischen Fäden, um die von der Bildungsreformkommis- sion vorgeschlagene 15% - Hürde für Gesamtschul-Modellregionen zu halten. Was de facto das Aus für die Gesamtschule in Österreich für sehr lange zeit bedeutet. Was bedeutet, dass die Grünen der Bildungsreform sehr wahrscheinlich nicht zustimmen. Er braucht also die FPÖ als Partner für die „Verfassungsmehrheit“. Zumindest für einen Teil der Bildungsreform. Da kommt Lopatka gerade recht, dass, wie die diepresse.com berichtet, der Verfassungsjurist Bernd-Christian Funk die Ansicht vertritt, der Beschluss bezüglich der Modellschulregion erfordere keine Zweidrittelmehrheit. Laut derStandard.at, widersprechen ihm zwar die Verfassungsrecht- ler Theodor Öhlinger und Heinz Mayer. Trotzdem bestätigen auch die Rechtsexperten des ÖVP- Klubs Funkes Ansicht. "Wenn die Grünen nicht mitstimmen wollen, dann eben nicht", sagte Lopatka am Dienstag im STANDARD-Gespräch. Für den Beschluss der geplanten Bildungsdirektionen habe er schon erste Gespräche mit der FPÖ geführt. "Hier gibt es keine unüberbrückbaren Hindernisse."
Fällt die SPÖ in der Schulpolitik wieder einmal um und beschließt mit der ÖVP die Gesamtschulfrage im Alleingang, hat Lopatka nicht nur die Gesamtschule im Auftrag der bildungspolitischen Hardliner in der ÖVP verhindert, sondern auch einen weiteren politischen Meilenstein in Richtung FPÖ/ÖVP – Koalition gesetzt.
Ob die Warnung des Bildungssprechers der Grünen, Harald Walser, ein solcher Beschluss wäre für SPÖ und ÖVP „ein Ritt über den Bodensee – und bei diesen Temperaturen würde ich das nicht empfehlen“ (diepresse.com), die Gesamtschulregion Vorarlberg noch retten kann, wird sich zeigen. So wie sich derzeit Lopatka verhält, werden die Anliegen des Vorarlberger Landeshauptmannes Wallner (ÖVP) im ÖVP-Klub nicht wirklich ernst genommen.   

G. Pedrazzoli Gesamtschulinitiative auf glitschigem Terrain
G. Pedrazzoli Gesamtschulinitiative auf glitschigem Terrain

Österreichs Pensionssystem ist gut aufgestellt und zukunftstauglich!

Eine faktenorientierte Diskussionsunterlage
Eine Analyse von Dr. Norbert Schnedl
Norbert Schnedel, Bereichsleiter Dienstrecht in der GÖD, stellt in seiner  Analyse (> GÖD) dem, in der letzten Zeit vermehrt öffentlich geäußerten Unsinn über die Entwicklung des Pensionssy-stems, Fakten gegenüber. „Öffentliche Äußerungen von sog. „Pensionsexperten“ über die zukünftige „Unfinanzierbarkeit“ des Pensionssystems und daraus resultierender sofortiger Änderungsbedarf sind interessensgeleitet (Industriellenvereinigung, WKO, Agenda Austria (IV-nahe) etc.) bzw. einem oberflächlichen Zugang geschuldet“, so Schnedl.
Schnedl arbeitet die Vorteile der umlagefinanzierten gesetzlichen Pensionsversicherung gegenüber der kapitalgedeckten Systeme heraus. Es braucht „kein angespartes Kapital, das sich am Kapitalmarkt vermehrt oder auch vermindert hat.“ Entgegen der vielen negativen Vorher-sagen, bringt die Umlagefinanzierung “ ein soziales Sicherungssystem mit sehr hoher Bestands-kraft.“ Seit den 70er-Jahren hat sich die Zahl der PensionistInnen um mehr als die Hälfte erhöht und das Pensionsniveau ist deutlich angestiegen. Und das System hat diesen Kostenanstieg trotzdem verkraften können. "Dies war und ist deshalb möglich, weil nicht die absoluten Zahlen von Relevanz sind, sondern das Produktivitätswachstum, die Systempflege und der politische Wille zur Verteilung.
Außerdem wird von den „Pensionsexperten“ konsequent verschwiegen und in ihren Berechnungen fahrlässig ignoriert, dass die Reformschritte der Vergangenheit Wirkung zeigen. Die öffentlichen Pensionsausgaben werden von 13,9% des BIP im Jahr 2013 bis 2060 um 0,5% steigen.  Schnedl: „Ein Anstieg von 0,5 % des BIP über einen Zeitraum von mehr als 45 Jahren soll für eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt nicht verkraftbar sein?“
Die öffentlich immer lauter, von immer mehr unqualifizierten Personen „eingeforderte „große Reform“ ist jedenfalls nicht notwendig. Das behauptete Anliegen, das Pensionssystem für die Jungen zukunftsfit zu machen, entbehrt nicht einer gewissen Kaltschnäuzigkeit. Die geforderten Reformen führen nämlich letztendlich zu erheblichen Kürzungen der zukünftigen Pensionen gerade dieser Jungen. Seriös ist ein solches Agieren nicht“, stellt Schnedl klar.
Resümee von Norbert Schnedl: „Es ist Nonsens, bei einem prognostizierten starken Anstieg der Anzahl von Pensionisten einen Rückgang des Bundesbeitrages einzufordern. Das ist realitäts- fern und würde extrem starke Kürzungen der Pensionsansprüche der heute Jungen erfordern. Wenn Budgetknappheit zu Geldbedarf führt, dann sollte die üppige Förderungspraxis der Gebietskörperschaften durchleuchtet werden. Bei den Förderungen und Subventionen für Unternehmen ist Österreich mit Abstand Weltmeister.
Der Anteil der über 60-Jährigen wird in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen. Pensions- quote und Altenquote müssen sich aber nicht zwangsläufig parallel entwickeln. Um das Ziel einer höheren Beschäftigungsquote der über 60-Jährigen zu erreichen, muss die Wirtschaft bereit sein, ältere Arbeitnehmer auch zu beschäftigen bzw. in Beschäftigung zu halten. Derzeit ist oft das Gegenteil der Fall. Das ist unser wirkliches Problem!“

Die geforderten Pensionsreformen führen letztendlich zu erheblichen Kürzungen der zukünftigen Pensionen der Jungen.
Die geforderten Pensionsreformen führen letztendlich zu erheblichen Kürzungen der zukünftigen Pensionen der Jungen.

Schwarz will Bildungsreform jetzt doch mit Blau

Harald Walser (Grüne): „Bildungsreform: Die Lopatka-ÖVP ist auf FPÖ-Kurs. Die Mitterlehner-ÖVP auch? Fällt die SPÖ im Liegen schon wieder um?“
kurier.at: Laut Kurier zeigt sich die ÖVP zuversichtlich, mit den freiheitlichen Stimmen die notwendige Verfassungsmehrheit für die Bildungsreform zu holen. Sie versucht damit die Grünen aus dem Rennen zu nehmen und damit das endgültige „Aus“ für die Gesamtschule zu erreichen. 
Eine Zustimmung der FPÖ wurde eigentlich ausgeschlossen, weil diese der Reform anfangs ablehnend gegenübergestanden war. Doch ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka sieht im KURIER-Gespräch große Chancen für eine Einigung mit den Freiheitlichen: "Ich halte bei der Bildungsreform eine Beschlussfassung von SPÖ, ÖVP und FPÖ für durchaus möglich. Die Gespräche, die ich mit der FPÖ geführt habe, waren konstruktiv und Erfolg versprechend", berichtet der ÖVP-Klubchef. "Und ich sehe das positiv, wenn die FPÖ bereit ist, auch Verantwortung zu übernehmen."

Grafik: G. Pedrazzoli - Rückt die Gesamtschule weit in die Ferne?
Grafik: G. Pedrazzoli - Rückt die Gesamtschule weit in die Ferne?

Fiedler: Reformstau überwinden – Landeshauptleute entmachten

Interview im kurier.at mit Franz Fiedler
Laut Franz Fiedler muss der lähmende Reformstau in Österreich überwunden werden. Die Regierung muss endlich agieren und dort ansetzen, „wo es die wirtschaftliche Entwicklung, die Entwicklung des Budgets betrifft. Ehe man an eine tief greifende Verwaltungsreform herangehen kann, sind verfassungstechnische Weichenstellungen vorzunehmen“, die die „Gesundheit, Bildung, Energie, Umwelt, Wirtschaft und Baurecht gänzlich in einer Bundeskompetenz“ vereinheitlichen.
Fiedler begründet diese Notwendigkeit damit, dass wir „eine Reihe von Kompetenzen [haben], die entweder geteilt sind oder in die falsche Zuständigkeit fallen“. Dadurch werden in den oben genannten „Schlüsselbereichen die Steuergelder vom Bund eingehoben, den Ländern im Zuge des Finanzausgleichs zugute kommen, von den Ländern ausgegeben werden, ohne dass sie eine Verantwortung für die Einnahmen übernommen haben.“
Dass sich die derzeit mächtigen Landesfürsten dagegen wehren werden, ist sich Fiedler selbstverständlich bewusst. Trotzdem müsse endlich bestimmt dagegen vorgegangen werden, dass die Landeshauptleute in Österreich weiterhin eine Machtstellung haben, „die ihnen in anderen föderalen Ländern nicht zukommt. Rechtlich gesehen haben die Landeshauptleute keine Möglichkeit, einzugreifen. Die Landeshauptleutekonferenz hat nicht einmal eine juristische Verankerung. Sie ist ein juristisches Nihil, wie der Lateiner sagen würde. Und von diesem Nichts lässt sich die Republik treiben. Die Regierung muss sich einmal auf die Hinterfüße stellen, nicht in die Knie gehen. Sie muss auf Konfrontation mit den Landeshauptleuten gehen. Sobald von einem Landeshauptmann ein hartes Wort kommt, ist die Diskussion beendet. Anders ausgedrückt: Da sitzen die Blockierer, die all jene Reformen bisher verhindert haben, die zu Lasten der Landeskompetenz gegangen wären. Die Kompetenz liegt beim Parlament!“

Die Regierung muss sich einmal auf die Hinterfüße stellen, nicht in die Knie gehen. Sie muss auf Konfrontation mit den Landeshauptleuten gehen
Die Regierung muss sich einmal auf die Hinterfüße stellen, nicht in die Knie gehen. Sie muss auf Konfrontation mit den Landeshauptleuten gehen

Suchmaschinen und Websites für Kinder – Webinar #15

Ein interessantes Seminarangebot für Eltern und Lehrer/innen .

Einfach online, einfach von zu Hause aus am Seminar teilnehmen.

Suchmaschinen und Websites für Kinder – Webinar #15     

Beginn: 28. Januar 2016 20:00 uhr 
Thema: Auch Kinder wollen das Internet nutzen. Für die Eltern stellt sich dann die Frage: Welche Seiten darf mein Kind nutzen? Eine Vielzahl an speziell für Kinder entwickelten Suchmaschin- en, Spiele-, Rätsel, Bastel- und anderen Seiten unterstützen Sie bei Fragen der Medienerziehung. Dieses Webinar bietet einen kurzen und kompakten Überblick über verschiedene empfehlenswerte Angebote.
Referent: Georg Gaube ist freier Referent für das Institut für Medienbildung in Salzburg. Er arbeitet bei den IT-Services der Universität Salzburg und hält dort Kurse zu den Themen Computer und Internet. Er beschäftigt sich unter anderem mit den Internet-Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen.
Was ist ein Webinar?
Webinare sind ein kostenloses Angebot von digi4family. Ein Webinar ist eine Web-Videokonfe- renz, an der jede/r Interessierte über Video, Mikrofon oder Chat teilnehmen kann. Ein Klick auf das Foto führt Sie vom Computer, Smartphone oder Tablet (mit kostenloser App) direkt in den Webinar-Raum. Jeden Donnerstag von 20-21 Uhr. 

Mit einem Klick zum Webinar #15
Mit einem Klick zum Webinar #15

Eine Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind.

orf.at: Vermögen der Ärmeren zurückgegangen
Die 62 reichsten Menschen der Welt, 53 davon Männer, besitzen inzwischen „genau so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung“. Vor einem Jahr habe dieses noch dem Vermögen der 80 Reichsten entsprochen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Hilfsorganisation Oxfam.
Das Vermögen der Ärmeren ist zurückgegangen, das der Reichen hat zugenommen. Das wird akzeptiert, weil wir in einer Welt leben, deren Regeln von den Superreichen für die Superreichen gemacht werden – Neoliberalismus eben. Aber nicht erwartet hat man die hohe Geschwindigkeit, mit der die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Aber wen juckt das? Die Superreichen, die das mit einem Fingerschnippen ändern könnten? Sicher nicht! Oder setzen George Soros und Mark Zuckerberg doch einen Trend?
Unfaire Vermögensverteilung – Österreich ist Spitzenreiter
Laut Allianz Global Wealth Report (Herbst 2015) ist die Ungleichheit der Vermögensverteilung in Österreich seit Ende der 90-er Jahre besonders hoch und nimmt überdurchschnittlich stark zu. Gemessen wird die Vermögensverteilung innerhalb eines Landes mit dem Gini-Koeffizienten - je höher dieser ausfällt, desto ungleicher ist das Vermögen verteilt. Der Wert für Österreich liegt aktuell bei 73,6 und hat sich seit dem Jahr 2000 um zwei Punkte verschlechtert. Der Durchschnitt der entwickelten Länder weist 64,6 aus. Neben den USA haben in dieser Gruppe nur noch Schweden und Großbritannien einen höheren Wert als Österreich. In den USA hat die ungleiche Vermögensverteilung in der Gesellschaft dem Bericht zufolge in den Jahren der Krise am stärksten zugenommen.

 

Dazu Harald Walser (Grüne): „Das sollte uns interessieren, denn hier verlaufen die wahren Konfliktlinen in dieser Welt. Einfach unfassbare Zahlen“.


BMHS-Landestag OÖ – Oberlaber: "Demokratie ist überbewertet - ich hätte die Wahl nicht gebraucht"

Zuerst das Positive vom Oberösterreichischen Landestag der GÖD-BMHS: Der Solidaritätsantrag für die aktuellen, schon lange dauernden Kollektivvertragsverhandlungen der IT-Branche, wurde am Dienstag einhellig vom BMHS-Landestag OÖ beschlossen.
Gary Fuchsbauer (ÖLI-UG) bedankt sich in diesem Zusammenhang auch bei den „KollegInnen der Mehrheitsfraktion in der BMHS, dass sie sich doch als GewerkschafterInnen für das gewerkschaftliche Urprinzip Solidaritaet durchringen konnten.“ fuchsbauer lässt aber nicht unerwähnt, dass es beim BMHS-Landestag OÖ in Bezug auf Demokratieverständnis auch äußerst bedenkliche Vorkommnisse gab. So haben „viele KollegInnen der Mehrheitsfraktion in der BMHS ein anderes gewerkschaftliches Urprinzip, die Demokratie, bei den Abstimmungen zur Schulleitungswahl und zu Gewerkschaftswahlen nicht nur mit Handheben, sondern auch argumentativ mit Füßen getreten.“ So meinte zum Beispiel der Vorsitzende Oberlaber, "Demokratie ist überbewertet". Was er bei der Schuldemokratie wörtlich und bei der Gewerkschaftsdemokratie noch drastischer mit "ich hätte die Wahl nicht gebraucht" gesagt hat.

Demokratie ist nicht ihr "Ding"
Demokratie ist nicht ihr "Ding"

Budgetdefizit! Wie gibt´s denn so etwas?

Wenn wieder einmal der Sparstift an die Schule gelegt wird, denken wir zuerst an die Hypo Alpe Adria und dann schauen uns diesen Videoclip an >> Die Anstalt-ZDF und ....


GÖD hat mit Gewerkschaftsdemokratie nichts am Hut!

Seit Jahren ersucht Gary Fuchsbauer (ÖLI-UG) Otto Aiglsperger (zuständig für Organisation und Presse-Öffentlichkeitsarbeit in der GÖD) und Fritz Neugebauer (GÖD-Vorsitzender) um Aufklärung über Transparenz von Wahlergebnissen und Gewerkschaftsdemokratie. Vergeblich.
In einem dreiviertel Jahr findet wieder ein GÖD-Kongress statt, die Landestage der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben schon begonnen.
Gary Fuchsbauer merkt dazu an: „Es wäre doch nett, wenn die Delegierten und die GÖD-Mitglieder vorher wissen könnten, auf Grundlage welcher Wahlergebnisse die Zusammensetzung von Gewerkschaftsorganen erfolgt.“
Es wird aber wieder keine Antwort auf all die Fragen geben, die Gary Fuchsbauer seit einigen Jahren in regelmäßiger Folge an Aiglsperger und Neugebauer stellte. Genauso wie noch immer keine Gewerkschafts-wahlordnungsreformkommission eingesetzt wurde und auch die in den letzten Jahren wiederholt angekündigte Besprechung zu dieser Sache nicht stattgefunden hat.
„Da mir vor Weihnachten Otto Aigslperger per Papierpost persönlich "friedliche Weihnachten" und ein "erfolgreiches Jahr 2016" gewünscht hat und unter seiner Unterschrift auch der GÖD-Adler und "Gewerkschaft öffentlicher Dienst" steht, bin ich zum neuerlichen Fragenstellen ermutigt“, meint Fuchsbauer und stellt dazu frei von Ironie klar: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass meine Gruppe, die seit Jahrzehnten "Unabhängige GewerkschafterInnen für mehr Demokratie" heißt, irgendwann doch die GÖD zu diesem Mehr an Demokratie bewegt.“
Wer weiß, wieviel Jahre es noch dauern wird, bis, wie Fuchsbauer das nennt, „Mehr an Demokratie“, in der GÖD-Spitze einkehrt. Fix ist jedenfalls, es wird nicht so lange dauern wie in der GÖD-BMHS in Vorarlberg überhaupt ein Funken an Demokratie spürbar werden wird! Denn die GÖD-BMHS in Vorarlberg wählt einfach nicht, wenn sie ordentliche Verluste erwartet. Ohne Genierer und weit weg jeglichen schlechten Gewissens.

Gary Fuchsbauer - kämpft seit vielen Jahren für "Mehr an Demokratie“ in der GÖD
Gary Fuchsbauer - kämpft seit vielen Jahren für "Mehr an Demokratie“ in der GÖD

Bildung wird vererbt – „Das ist das große Unglück der Schule“

wienerzeitung.at: Interview mit Susanne Jerusalem
Wenn jetzt das eine oder andere Kind oder ein Viertel oder die Hälfte der Klasse nicht mitkommen, dann heißt es Pech gehabt. Dann bekommt das Kind entweder Nachhilfe, d.h. die Eltern klemmen sich dahinter, oder es kommt nicht mehr mit. Der Plan sagt nicht, hol das Kind ab, wo es steht, sondern der Plan sagt, zieh mich durch. Schule ist darauf aufgebaut, dass die Eltern ausgleichend wirken. Und hier sind wir beim Hauptproblem, dass nämlich Bildung vererbt wird, weil nur Eltern, die entweder das Geld oder die Bildung haben, dafür sorgen können, dass Missstände ausbalanciert werden. Das ist das große Unglück der Schule.

Susanne Jerusalem
Susanne Jerusalem

Tirol bereitet die Einführung der Gesamtschule vor

Nach Vorarlberg geht auch Tirol einen weiteren Schritt in Richtung Modellregion einer Gesamtschule für die Zehn- bis 14-Jährigen. Wie derStandard.at berichtet, will die Landesregierung eine Steuergruppe für die Vorbereitung einsetzen. Mitglieder sind die zuständige Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP), der ÖVP-Abgeordnete und ehemalige Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, der grüne Landtagsklubchef Gebi Mair und die grüne Nationalratsabgeordnete und Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer.

Laut der Tiroler Tageszeitung gibt es dazu weitere Arbeitsgruppen wie „Recht und Organisation“ bzw. „Pädagogik und Ressourcen“, in denen Mitglieder des Landesschulrats und der Bildungs-abteilung des Landes sowie Bildungsexperten und Vertreter aller Schultypen mitarbeiten.

Weil es im Zillertal kein Gymnasium gibt, wird in diesem Tal die Gesamtschule bereits jetzt schon getestet und wissenschaftlich begleitet. Palfrader würde den Modellversuch Zillertal gerne ausbauen. Das Problem dabei: Die im Bildungsreformpapier vorgeschlagene 15% Grenze für Gesamtschul – Modellregionen. Geht es nach der Bundes-ÖVP, darf an dieser, de facto die Gesamtschule verhindernde Grenze, nicht gerüttelt werden.

Mit der neuen Tiroler Gesamtschulinitiative werden die schwarzen Hardliner in den Verhandlungen zur Bildungsreform weiter unter Druck gesetzt.


Schulen schauen – Brücken bauen   Brücke II

Schulen schauen – Brücken bauen- Brücke II
Di 2. Februar 2016, 08.00 bis 16.00 Uhr,

VS Bregenz Augasse, BG Gallusstraße, HAK/HAS Bregenz
Die Brücke II ist der zweite Teil einer Veranstaltungsreihe der ARGE Gemeinsame Schule, der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft und des Landeselternverbandes. Dabei können Lehrpersonen und Eltern verschiedenste Schultypen an ausgewählten Schulen kennenzulernen.
Die Intention ist, vor allem bei Lehrerinnen und Lehrern, die Gegebenheiten an anderen Schulen kennenzulernen, Einblick in deren pädagogische Arbeit zu bekommen und allfällige Vorurteile abzubauen.
Brücke II beinhaltet den Besuch der Volksschule Bregenz Augasse (8.00 bis ungefähr 9.45 Uhr), des Bundesgymnasiums Bregenz Gallusstraße (10.00 bis 11.45 Uhr), Mittagessen ebendort und abschließend den Besuch der Handelsakademie Bregenz (13.00 bis 15.00 Uhr).

Wir treffen uns um 7.45 Uhr vor der Volksschule Bregenz Augasse.


Mitterlehner hat es also doch „intellektuell begriffen“

Wie DiePresse.com berichtet, fand Wissenschaftsminister und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) beim Neujahrsempfang der Universitätskonferenz ehrliche Worte: „Wir haben es intellektuell begriffen. Bildung sei wichtig, mehr Geld gebe es aber nicht. Wir haben auch andere Parameter – und der Hauptfaktor ist das Bundesbudget.“
Dass er damit nicht nur sich, sondern auch seine Kolleg/innen aus der Politik und vor allem aus der Regierung nicht gut aussehen lässt, war wahrscheinlich nicht eingeplant. Obwohl er nur die Wahrheit gesagt hat: Die Entscheider/innen in der großen Koalition wissen eh was bildungs-, sozial-, gesellschafts- und wirtschaftspolitisch richtig und dringend notwendig wäre – es ist ihnen aber schlicht und einfach egal. Muss ihnen ja egal sein, weil bestimmte Lobbys diktieren, was sie zu tun haben. Und die nun einmal nur am eigene Vorteil interessiert und nicht am Wohl der Gemeinschaft.
Wäre es nicht so, hätten die letzten Finanzminister, Kanzler und Vizekanzler wohl sagen müssen: „Wir haben es intellektuell begriffen. Die Banken haben gezockt und verloren. Bankenrettungspakete gibt es aber keine. Wir haben auch andere Parameter – und der Hauptfaktor ist das Bundesbudget.“

Reinhold Mitterlehner
Reinhold Mitterlehner

Zentralmatura an den BHS auf Schiene

Heuer findet zum erstmals die „Neue Reife-und Diplomprüfung“ (Zentralmatura) an allen Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) statt. Termin ist der Montag, 9. Bis Donnerstag 19. Ab heuer sitzen also österreichweit alle Maturant/innen der AHS, HAK, HTL, HLW und BAKIP vor zentral gestellten Maturaaufgaben.

 

Gab es im letzten Jahr vor der erstmaligen Durchführung der Zentralmatura an den AHS noch ordentlich Wirbel, Verunsicherung und Kritik, wie DiePresse.com berichtet, sind bis jetzt diese Probleme an den BHS noch nicht aufgetreten. Obwohl die Organisation an den BHS deutlich komplizierter ist. An der BHS sind um 30% mehr Maturant/innen und zusätzlich macht die teilweise deutlich unterschiedliche Ausrichtung (Lehrpläne, Stundentafeln usw.) von HAK, HTL, HLW und Bakip HAK und Bakip eine einheitliche Aufgabenstellung unmöglich. Die Deutsch-Matura ist an AHS und BHS gleich. Für Englisch gilt das nur teilweise und für Mathematik gar nicht. Mathematik ist ein Sonderfall. Die Matura besteht aus zwei Bereichen. Teil A ist für alle BHS-Typen, also sowohl HTL als auch Bakip, gleich und testet die Grundkompetenzen. Teil B ist je nach Schultyp unterschiedlich.
Die Matura gliedert sich in drei Teile: die Diplomarbeit, die schriftliche und die mündliche Matura. Die Diplomarbeit ist das Pendant zur Vorwissenschaftlichen Arbeit an den AHS, beschäftigt sich aber mit einer berufs- oder betriebspraktischen Fragestellung und wird meist in einer Gruppe geschrieben.

 

Es bleibt nur zu hoffen, das Ministerium lernfähig war/ist und sich die Pannen des letzten Jahres nicht wiederholen – und vor allem, dass die Maturant/innen gut vorbereitet sind und erfolgreich ihre Reife- und Diplomprüfung ablegen.

Foto: Sparr
Foto: Sparr

Bildungskompass: Das gläserne Kind als Zukunftsvision – nein danke!

Kurt Scholz in Quergeschrieben (DiePresse.com)
Mit einem Apell schließt Kurt Scholz seine fundierte Analyse und sein mit „Herzblut“ geschriebener Kommentar zum geplanten Bildungskompass:

„Kinder brauchen keine paramilitärische Musterung, sondern Zuwendung, Vertrauen und menschliche Wärme. Man kann es auch Liebe nennen.“
Der Bildungskompass soll alle „Details der jugendlichen Entwicklung“ speichern. Kontinuierliche Tests der Kinder und Jugendlichen vom 3. bis zum 18. Lebensjahr sollen die Daten liefern. „Das ist Unfug“, so Scholz und begründet dies unter anderem damit, dass nicht „ohne Grund wurden in den 1970er-Jahren die Schülerbeschreibungsbögen, in denen man kleine entwicklungsbedingte „Defizite“ der Kinder jahrelang verfolgen konnte“, abgeschafft wurden. 2015/16 wird es nicht von berufener Seite, sondern von einem Genetiker exhumiert.

 

Scholz attestiert den Befürwortern des Bildungskompasses zwar durchaus gute Absicht, aber die „Praxis erwies das Gegenteil: Wenn jemand als Kind eingenässt hatte, konnte das den jungen Menschen per Schülerbeschreibungsbogen bis zur Matura verfolgen. Diesen Unsinn als Bildungskompass aufzuwärmen, ist eine Zumutung. Will man Defizite der Kinder feststellen, rede man mit den Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern. Sie kennen aus dem täglichen Umgang den Förderbedarf besser als ein Genetiker.

Kinder brauchen nicht Tests, sondern Zuwendung. Man fördert ihre Anlagen nicht mit dem Kompass in der Hand, sondern durch Ausbau von Beratungsstellen.“

 

Redaktionelle Anm.: Laut Staatssekretär Mahrer (derStandard.at) endet nach elf Jahren das Dauerscreening mit einem „Talente-Check“, „den die Wirtschaftskammern mit den Ländern machen.“ Ganz am Schluss holen sich die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung für ihre Klientel die elf Jahre gesammelten Screening-Daten der Kids - für den „Talente-Check“.

Siehe auch bisherige HP-Beiträge zu diesem Thema:

> MedienpädagogInnen warnen vor Überwachung im Bildungssystem

> Bildungskompass: Hengstschläger zu „seinem Bildungskompass“

> Chronologie des Elementarkompasses

> Kinderscreening für die Wirtschaft? Bitte festhalten. Und das möglichst früh!

Foto: Sparr
Foto: Sparr

"Darum die private Trägerschaft bei Kindergärten und Schulen abschaffen“

Interview von Lisa Nimmervoll mit Migrations- und Bildungsforscherin Barbara Herzog-Punzenberger über religiöse Sektierer in Kindergärten, Österreichs "religionsfreundliche" Haltung im Schulwesen und soziale Segregation in privaten Bildungsstätten (derStandard.at)
Herzog-Putzenbereger zeigt in diesem Interview die große Bedeutung der sekundären Sozialisation, die sich hauptsächlich außerhalb der Familie abspielt und in den Bildungseinrichtungen erfolgt/erfolgen sollte. In den meisten privaten Kindergärten und Schulen würde die Verantwortung der „außerfamiliäre Institutionen für die Integration jedes Individuums in die moderne, plurale Gesellschaft“ nicht wahrgenommen. Die privaten Bildungseinrichtungen tendierten sehr stark zu einer Segregation nach sozialer Schicht, nach Einwanderungsgeschichte oder Religion. Dementsprechend verfügen Privatschulen „über eine andere Zusammensetzung der Schülerschaft als die in denselben Bezirken liegenden öffentlichen Schulen.“ Die führe dazu, führt Herzog-Putzenberger weiter aus, dass der „Anteil der Eltern, die über einen höheren Bildungsabschluss und eine höhere berufliche Position verfügen, ist in den privaten Institutionen wesentlich höher. In vielen Schulbezirken ist es auch sehr auffällig, dass der Anteil von Kindern aus zugewanderten Familien in den privaten Einrichtungen wesentlich niedriger ist, manchmal sogar bei wenigen Prozenten oder null, während der Durchschnitt der umliegenden öffentlichen Schulen über 20 oder 30 Prozent liegt. Die Zahlenverhältnisse zeigen, dass den Kindern und Jugendlichen privater Einrichtungen oftmals vorenthalten wird zu lernen, wie in sozial und kulturell vielfältigen Teams gespielt, gearbeitet und gemeinsam Ziele erreicht werden. Dies ist aber ein notwendiger Baustein, um Vorurteile abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Und, nebenbei gesagt, Charity-Aktionen können die Verantwortung für Ungleichheit höchstens überpinseln, den Alltag des Zusammenlebens und Zusammenlernens aber nicht ersetzen.“
„Darum sollten wir die private Trägerschaft bei Kindergärten und Schulen abschaffen – oder aber unterziehen wir sie einem grundsätzlichen Wandel, der an der Wertebasis unserer Gesellschaft orientiert ist“, fordert die Migrations- und Bildungsforscherin.

Barbara Herzog-Punzenberger
Barbara Herzog-Punzenberger

Herbstferien Schuljahr 2016/17

Der Landesschulrat für Vorarlberg hat per Verordnung für alle mittleren und höheren Schulen sowie den Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht in Vorarlberg den 27. Oktober, 28. Oktober und 31. Oktober 2016 für schulfrei erklärt. > siehe Kalender rechts
Die drei für schulfrei erklärten Tage müssen durch Unterricht am 18. April 2017 (Dienstag nach Ostern) und am 06. Juni 2017 (Dienstag nach Pfingsten) sowie durch den Einsatz eines schulautonomen Tages eingebracht werden. Diese Verordnung findet für jene Schulen keine Anwendung, an denen der Schulgemeinschaftsausschuss aus besonderen schulspezifischen Gründen einen diesbezüglichen Beschluss gefasst hat.

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Begutachtungsentwurf: Ausbildungspflicht bis 18 ab Schuljahr 2016/17

Laut Sozialminister Rudolf Hundstorfer (OTS) sind von der Ausbildungspflicht an die 5.000 Jugendliche pro Jahr betroffen. Jugendliche, die nach der Schulpflicht (neuntes Schuljahr) bis zu ihrem 18. Lebensjahr weder eine weiterführende Schule besuchen, noch in einem betrieblichen oder außerbetrieblichen Lehrverhältnis stehen oder entsprechende AMS-Maßnahmen in Anspruch nehmen. Nicht zur Anwendung kommt das Gesetz, wenn die Jugendlichen ein soziales Jahr leisten, den Präsenzdienst/Zivildienst absolvieren oder Kinderbetreuungsgeld beziehen.
Hundstorfer begründet die Ausweitung der Ausbildungspflicht damit, dass „neun Jahre Bildung vielfach für die Anforderungen unseres Arbeitsmarktes nicht ausreichen“. Unterstützung erhielt er diese Woche WIFO-Chef Karl Aiginger. Im Rahmen einer Analyse des Arbeitsmarktes stellte Aiginger fest, dass Fachkräfte fehlen und nicht ausgebildete Menschen im österreichischen Arbeitsmarkt so gut wie nicht mehr vermittelbar sind. „Wir werden niemanden zurücklassen. Deshalb wird die Ausbildungspflicht mit dem Schuljahr 2016/17 für den ersten Jahrgang starten. Sanktionen wird es erst ab 2017/18 geben“, sagte Hundstorfer und stellt klar, dass die „meisten Jugendlichen setzen nach Ende der neunjährigen Schulpflicht ohnedies ihren Schulbesuch fort oder absolvieren eine Lehre, bei rund 5.000 Jugendlichen pro Jahrgang trifft dies leider nicht zu und sie brechen ihre Ausbildung ab. Sie nehmen eine Hilfstätigkeit auf oder ziehen sich ganz aus den Systemen Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt zurück“.
Überprüft werden soll die Ausbildungspflicht durch eine in jedem Bundesland neu zu schaffende Koordinierungsstelle. Die erforderlichen Informationen für die Prüfung erhält die Koordinierungsstelle von den Schulen, Lehrlingsstellen, Krankenkassen und dem AMS. Außerdem sind die Eltern zur Meldung verpflichtet, wenn sich ihre Schützlinge der Ausbildungspflicht entziehen. Die Koordinierungsstelle soll vor allem beratend und unterstützend tätig werden. Bestraft wird nur in Ausnahmefällen und nur die Eltern, nicht die Jugendlichen.
Eine interessante Frage stellte sich in diesem Zusammenhang derStandard.at:

Was passiert, wenn ich trotz Ausbildungspflicht mit 16 einen Job als Hilfsarbeiter annehme? 
Antwort: Dann leitet das Sozialministerium ein Prüfverfahren ein, ob die Beschäftigung gegen die Ausbildungspflicht verstößt. Zunächst werden die Eltern und die Jugendlichen zu einem Beratungsgespräch geladen. Wird dieser Einladung wiederholt nicht nachgekommen, gilt das Arbeitsverhältnis automatisch als nichtig. Auch wenn im Zuge des Prüfverfahrens herauskommt, dass die Tätigkeit nicht mit dem "Perspektiven- oder Betreuungsplan" vereinbar ist, wird diese für nichtig erklärt. Der Arbeitgeber kann diesen Jugendlichen dann also nicht mehr weiterbeschäftigen.
Wie zu erwarten, tut sich damit der Koalitionspartner (ÖVP).
Die Reaktionen der Oppositionsparteien:
Die Grünen: Investitionen in Ausbildung und Jobs sind der richtige Weg
FPÖ: Hundstorfer spielt mit gezinkten Karten
neos: Ausbildungspflicht ist der falsche Weg
Team Stronach: ? Die haben Wichtigeres zu tun. Das beweist ihr aktueller Einsatz im Kampf gegen die „heimische Titelflut …“ (derStandard.at)

Rudolf Hundstorfer
Rudolf Hundstorfer

Bildungsreform: Grüne fordern Bundeskompetenz für Bildungsdirektionen und keine 15%-Grenzen für Modellregionen.

Wie bekannt, braucht die Regierung für die Umsetzung – zweidrittel Mehrheit - der Bildungsreform die Zustimmung der Grünen. Und die Grünen stellen neben der bisher öffentlich gemachten Forderung, die 15%-Grenzen für Modellregionen zu streichen, eine weitere, politisch nicht weniger brisante Bedingung für ihre Zustimmung. Die neuen Bildungsdirektionen müssen alleine dem Bund unterstellt. Die im Bildungsreformpapier vorgesehene "Bund-Länder-Behörden" wird von den Grünen abgelehnt.
Laut APA – Meldung „Bildungsreform - Grüne wollen dreistelligen Millionenbetrag einsparen“ über die Pressekonferenz von Harald Walser und Gabriele Moser, würde eine einheitliche Bundeskompetenz im Schulbereich spürbare Einsparungen und deutliche Verbesserungen im Schulsystem bringen. Die Problemfelder seien lange bekannt, erklärte die Grüne RH-Sprecherin Gabriele Moser. So weise der RH in zahlreichen Berichten immer wieder auf die "zersplitterte Kompetenzlage" in der Verwaltung (involviert sind hier Bund, Länder, Gemeinden und die Schulen selbst) hin. Dieser "Kardinalfehler" ziehe laut Moser einen "Rattenschwanz an Detailfehlern" nach sich, was dazu führe, dass "Steuergelder versickern" und "in falschen Taschen landen".
Dass etwa die Besoldungsabrechnung der Lehrer im Vergleich mit dem Bund teurer und in verschiedenen Bundesländern noch dazu unterschiedlich zu Buche schlage, weise darauf hin, dass eine Kompetenzverschiebung in Richtung der Länder das System nicht billiger machen würde. Den Bundesländern im Zuge der Reform mehr Macht zukommen zu lassen, "müssen wir als Grüne im Frühjahr verhindern", sagte Walser.
Siehe auch der.Standard.at „Bildungsreform: Grüne wollen mehr Mitsprache für Bund“

und Die Presse.com „Gesetz: Grüne pokern um Schulreform“

>>> Siehe auch frühere Beiträge dazu

Pröll und Schule: Alle macht den Landesfürsten
Pröll und Schule: Alle macht den Landesfürsten

2. Dienstrechtsnovelle 2015

Die zweite Dienstrechtsnovelle 2015 ist mittlerweile als Bundesgesetzblatt kundgemacht.
164. Bundesgesetz: 2. Dienstrechts-Novelle 2015

 

Die wenigen, für den Schulbereich relevanten Änderungen:

•    Anhebung der Gehälter und Zulagen um 1,3 % ab 1.1.2016
•    §§ 63 b GehG, 90 e VBG: Abgeltung von Abschlussprüfungen
Nunmehr ist auch eine Abgeltung für die Abschlussprüfungen in der BMS vorgesehen.
•    §§ 5 (3); 7 (3); 7a RGV: Reisegebührenvorschrift
Anstelle der nachgewiesenen Auslagen für die Beförderung mit einem oder mehreren Massenbeförderungsmitteln ist auf ein „Beförderungszuschuss“ auszuzahlen. Dieser beträgt je Wegstrecke für die ersten 50 km 0,20 € je km, für die weiteren 250 km 0,10 € je km und für jeden weiteren km 0,05 €. Insgesamt darf der Beförderungszuschuss 52,00 € nicht übersteigen. Bei Weglängen bis 8 km beträgt der Beförderungszuschuss 1,64 €. Die Fahrtauslagen für die Benützung der Massenbeförderungsmittel sind damit abgegolten. Sich die Bahnkarte vorher im Sekretariat ausstellen zu lassen, ist weiterhin möglich.
Dazu ein Kommentar von Gary Fuchsbauer: Wenn aber aus Zeit- u.a. Gründen mit dem eigenen PKW gefahren wird oder die selbst bezahlte ÖBB-Vorteilskarte genutzt wird, gibt's wieder weniger Geld. Und die von der ÖLI und der BMHS-Gewerkschaft geforderte (automatische) Valorisierung der 20/10/5 Cent gibt's auch nicht, somit wird der "Beförderungszuschuss" real immer weniger wert. Ehrlicherweise wird es nun nur mehr "Beförderungszuschuss" genannt und somit zugegeben, dass wir öffentlich Bedienstete unsere Dienstreisen zum Teil selbst bezahlen müssen. Ist das die Wertschätzung, von der die Politik gern spricht?
•    §§ 55 a GehG, 90 f VBG: Ernennung bzw. Überstellung im Lehrerbereich
Bei der erstmaligen Ernennung in die Verwendungsgruppe L2a1 bzw. bei der erstmaligen Einreihung in die Entlohnungsgruppe l2a1 ist bei Vorliegen der Ernennungserfordernisse gem. Zi. 25.1. Abs. 3 und 4 der Anlage 1 zum BDG kein Vorbildungsausgleich in Abzug zu bringen.
>> Siehe auch dazu die GÖD – INFO von  Norbert Schnedl und Hannes Gruber


VLI - Veranstaltung: Neujahrsgespräch mit NR Dr. Harald Walser zu aktuellen bildungspolitischen Fragen

Einladung
Wir laden alle Freunde/innen, Kollegen/innen und Interessierten aus AHS, BMHS, Pflicht-schulen, Berufsschulen und Kindergärten ein zum:

Neujahrsgespräch mit NR Dr. Harald Walser

zu aktuellen bildungspolitischen Fragen
Montag, 11. Jänner 2016 20:00 Uhr

Dornbirn Hotel Krone

Harald Walser
Harald Walser

Editorial von  Gerhard Pušnik

Was die beiden Regierungsparteien in Sachen Bildung derzeit zu bieten haben, das sehen Sie auf Seite 1. Das lange angekündigte und von Minist- erin Heinisch- Hosek und Staatssekretär Mahrer am 17. Nov. abgeklatschte Papier der Bildungsre-formkommission ist recht dünn – deshalb jedoch nicht weniger gefährlich für das öffentliche Schul- wesen – ausgefallen. Keines der zentralen Proble- me wird einer für die SchülerInnen und LehrerInn- en positiven Erledigung zu- geführt. Eine der größten Herausforderungen – die Bildung und Integration von nach Österreich geflüchteten Kin- dern und jugendlichen Erwachsenen – wird prak- tisch ignoriert, die schon lange geforderte und notwendige zusätzliche sozial-psychologische Unterstützung für die Schulen können wir uns vom Mund absparen, nämlich von den unter-dotierten vorhandenen Stundenkontingenten. Die fehlenden 340 Mio. € im Budget des Bildungs-ministeriums werden fehlend bleiben. Die starke soziale Selektion durch Bildung wird fortgesetzt. Modellregionen werden mit einer 15 %-igen Sperrminorität praktisch verhindert. Also, alles wie gehabt.

Der Kreidekreis ist neu gestaltet, bunter und inhaltlich vielfältiger. Wir bedanken uns bei den bewährten Kreidekreis-AutorInnen und bei den ExpertInnen für ihre Beiträge. Zahlreiche Themen dieser Ausgabe können Sie auf unsere Webseite www.oeliug.at vertiefen und aktualisiert nachles- en. Wir würden uns freuen über viele Rückmel-dungen zu unseren Bemühungen und natürlich über Kommentare zu den einzelnen Beiträgen.


Gesamtschule: Gesamtschulmodellregion Vorarlberg doch möglich?

Noch am selben Tag der Präsentation der Bildungsreform 2015 war klar, dass ein großer Diskussionsbedarf besteht und noch einige schwierige Verhandlungen bis zur geplanten Gesetzwerdung der Reform Mitte 2016 bevorstehen.
Der schwierigste Knackpunkt ist die von der Reformkommission vorgesehene 15% - Beschränkung für Gesamtschulregionen (maximal 15% der Schulen und Schüler/innen in einem Bundesland). Damit wäre nicht nur die in Vorarlberg geplante und beschlossene „Modellregion Vorarlberg“ unmöglich, sondern die Gemeinsame Schule de facto in ganz Österreich für längere Zeit auf Eis gelegt. Jetzt kommt aber wieder Bewegung in die die Diskussion. In einen APA-Interview kündigt BM Heinisch-Hosek an, dass sie sich „einer parlamentarischen Bewegung für mehr … nicht verschließen“ werde.
Für die Umsetzung der Reform braucht es eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Also die Zustimmung entweder der Grünen oder der FPÖ. 
Dazu Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, in den Vorarlberger Nachrichten: „Und die wird es gewiss nicht geben, sollte eine echte Modellregion Vorarlberg nicht im Gesamtpaket enthalten sein.“ Es sei schon bemerkenswert, so Walser weiter, „dass man jetzt uns Grüne braucht, um bei der Bildungsreform die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Die FPÖ stimmt bekanntlich nicht einmal einer 15-Prozent-Größe bei der Modellregion zu, scheidet also als Partner für einen Beschluss aus. Also wird man uns brauchen, um eine Bildungsreform im Parlament mit der dafür notwendigen Mehrheit durchbringen zu können.“


Bildungsbudget: Schellings unfreundliche Nasenlöcher

Irgendwie typisch für die derzeitige österreichische Politik.

Allen ist nach dem bildungspolitischen Niedergang in der Gehrer-Ära klar: Österreich braucht dringend eine große Bildungsreform. Eine Arbeitsgruppe präsentiert mit über zehnjähriger Verspätung ein großkoalitionäres, wie immer stark ÖVP lastiges Kompromissreformmodell - über dessen inhaltliche Qualität die ÖLI-UG auf dieser Homepage bereits ausführlich berichtet hat. Noch Ende November gab sich Staatssekretär Mahrer (ÖVP) optimistisch, dass seine „fast geile“ (Mahrer) Bildungsreform finanziert werden kann. Laut Mahrer machte Finanzminister Schelling (ÖVP) „freundliche Nasenlöcher“. >> siehe weiter unten "Bildungsreform entpuppt sich immer mehr als reines Sparpaket"

Im neuen Jahr, einen Monat später, schaut die Sache wieder ganz anders aus. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) plagt seit Jahren ein strukturelles Budgetloch, das die ÖVP-Finanzminister partout nicht beheben wollen. Waren es 2015 noch 340 Mio. Euro, sind es 2016 bereits 550 Mio. Euro. Laut Heinisch-Hosek sei dieses Problem alleine mit Sparmaßnahmen nicht lösbar. Der Finanzminister denkt aber nicht daran dem Bildungsministerium die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Ein billiges, parteipolitisches Taktieren, das die Verhinderung einer positiven Entwicklung des österreichischen Bildungssystems billigend in Kauf nimmt.


Steuerreform auf Kosten der unteren und mittleren Einkommensbezieher/innen

Ab 01. Januar 2016 werden die Steuern für die Österreicher/innen nach den Vorgaben der 2015 beschlossenen Steuerreform berechnet. Dass die Steuerreform vor allem die hohen Einkommen entlastet, deshalb den Konsum so gut wie nicht erhöht und der größte Anteil der Steuerersparnis in den Kapitalmarkt fließt, ist zwar absurd, wird aber von einer breiten Mehrheit schweigend zur Kenntnis genommen oder schlicht und einfach nicht verstanden.
Steuerreform – Das ist Klassenkampf. Von oben.
Paul Aigner fasst in seinem Blog „Klassenkampf“ die Auswirkungen des neuen Steuerrechtes zusammen und kommentiert das Ergebnis: „Salzburgs ÖVP-Chef Haslauer schlägt heute im “Standard” vor, den Anspruch für eine staatliche Leistung nicht mehr individuell zu prüfen, sondern nur einer bestimmten Anzahl an Menschen diese Leistung zukommen zu lassen. Was sich im konkreten Fall gegen Flüchtlinge richtet, wird bei entsprechendem “Erfolg” auch gegen andere ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen angewendet werden. Gleichzeitig leistet sich diese Republik eine Steuerreform, die den obersten 20% über 100 Euro im Monat schenkt, während die verdienstärmsten 40% mit maximal einem knappen Drittel abgespeist werden.
Das ist Klassenkampf. Von oben.“
Die VLI und ÖLI-UG hat mit ihren Analysen der beschlossenen Reform (und den vorangegangenen Steuerreformmodellen der SPÖ und ÖVP) mehrfach auf diesen „neoliberalen Schwachsinn“ hingewiesen:
Unsoziale Steuerreformmodelle der ÖVP und SPÖ - Auswirkungen auf dem Gehaltszettel
UGÖD: Vermögenssteuern statt Sparpakete
UGöD zu Steuerreform: Schluss mit dem Parteienhickhack auf Kosten der ArbeitnehmerInnen!

Grafik: Sparr manfred Daten: Aigner Paul
Grafik: Sparr manfred Daten: Aigner Paul