IHS - „Schulexperte“ zur Schulreform
Diesmal schafft es der IHS-Bildungsforscher Lorenz Lassnigg sogar mitten auf die Titelseite des Standards. Titel „Experte will Schulreform mit Lehrern, aber ohne Gewerkschaft“. Man ahnt was im Bericht von Petra Stuiber folgt. Eine Lobeshymne auf den Bildungsexperten des Instituts für Höhere Studien (IHS) und seinem Positionspapier. Er, Lassnig, habe sich die Problemfelder in der Bildungsdiskussion vorgenommen und minutiös in ihre Einzelteile zerlegt. Jetzt wisse er, weshalb in der Bildungsreform in Österreich nichts weitergehe: „Nicht gegensätzliche Positionen sind das Problem – sondern dass diese nicht in einem vernünftigen inhaltlichen Diskurs behandelt werden", so Lassnig in seinem Positionspapier. Nicht wirklich neu sind seine ersten Erkenntnisse, dass die größten Hemmschuhe für sinnvolle Innovationen im Bildungsbereich, der von gegenseitiger Abwertung geprägte politische Diskurs, die Intransparenz der Finanzierungsströme und der Ressourcenverteilung und eine sture Standesvertretung. Wer jetzt annimmt, dass sich der Forscher dieser drei, zwar alt bekannten, Erkenntnisse annimmt und entsprechend kritische und „faktenbasierte“ Schlüsse und Antworten sucht, irrt.
Die wohl ursächlichsten Gründe für den Stillstand in der Bildungsreform sind die beiden erstgenannten „Hemmschuhe“: Das parteipolitisches Hickhack und die neoliberale Finanz- und Ressourcenpolitik, für die in erster Linie FM Schelling verantwortlich ist. Aber das interessiert den IHS-Forscher wenig und Petra Stuiber (DerStandard) überhaupt nicht. Sondern die Gewerkschaft soll für den gesamten bildungspolitischen Stillstand verantwortlich sein. Die Gewerkschaft der Lehrer/innen sei eine Interessenvertretung, die auf die Bewahrung materieller Vorteile beschränkt und innovationsfeindlich. Die Lehrergewerkschaft führe einen Abwehrkampf gegen vermeintlich "praxisferne" bildungswissenschaftliche Institutionen – mit dem Bifie als "liebstem Pappkameraden". An diesem Punkt kommen Zweifel auf, ob es sich beim IHS-Bildungsforscher – Selbstdefinition des IHS – wirklich um einen Bildungsexperten mit Anspruch auf Wissenschaftlichkeit – Definition Petra Stuiber – handelt.
Gefährlich nahe bewegt sich der IHS Bildungsforscher dem Niveau eines "Stammtischbildungsexperten", wenn er dem Standard erzählt, er habe persönlich zum ersten Mal seit Jahrzehnten das Gefühl, dass er wisse, "wie es gehen könnte". Und das, obwohl er sich selbst immer eifrig am Reformdiskurs beteiligt habe. Die Kurzformel (sehr vereinfacht) lautet dabei: nicht gleich das ganze Haus umbauen – wenn keiner das Geld hat und niemand weiß, wie man Ziegel richtig schichtet. Stattdessen: aufräumen, ausmisten, die Hütte mit bereits vorhandenen, aber längst vergessen geglaubten Schätzen neu aufmöbeln. Das Um und Auf für den Forscher wäre, die professionelle von der standespolitischen Interessenvertretung der Lehrer zu trennen. Sprich: Die Lehrergewerkschaft sollte weiterhin für Gehalts- und Arbeitszeitfragen zuständig sein – aber nicht länger für inhaltliche Fragen.
Danke IHS, für ihre sicher kostspielige Bildungsforschung. Aber solche „Experten“ haben wir schon zur Genüge.
Förderung, Ausstattung, Mittagessen: Eltern von Ganztagsschülern in Deutschland bewerten die Angebote für ihre Kinder besser als Eltern von Halbtagsschülern. Das ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, berichtet SPIEGELonline.
Das Ergebnis der Studie, bei der ausschließlich Eltern befragt wurden, bringt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, auf den Punkt: "Ganztagsschulen sind der beste Rahmen für die individuelle Förderung der Schüler, Vorausgesetzt, die Qualität stimmt."
Die Untersuchung sollte die Frage: „Was ist besser, Ganztag oder Halbtagsunterricht?“ aus der Sicht der Eltern beantworten. Dabei mussten die Eltern in den Kategorien „Klassen“, „Lehrer“ und „Schule“ eine Bewertung durchführen (Siehe Grafiken):
Bewertung der Klassen
„Denken Sie bitte an die Klasse Ihres ältesten Kindes. Wie beurteilen Sie die folgenden Aspekte: Klassengröße, sozialer Zusammenhalt und individuelles Lerntempo?“
Die Ganztagesschulen schnitten in allen drei Aspekten besser ab als die „Halbtagsschulen“.
Bewertung der Lehrer
„Wenn Sie an die Arbeit der Lehrkräfte in der Klasse Ihres ältesten schulpflichtigen Kindes denken. Wie schätzen Sie die Arbeit der Lehrkräfte ein?“
Lehrer/innen in Ganztagesschulen wurden in allen abgefragten Aspekten von den Eltern signifikant besser bewertet als ihre Kolleg/innen in den nicht Ganztagesschulen.
Bewertung der Schule
Auch in der Kategorie „Schule“ schneiden die Ganztagesschulen in allen Aspekten besser ab. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede der Beurteilung, ob die Gebäude und das Gelände zu vielerlei Aktivitäten einlädt, das Essenangebot gesund und ausgewogen ist und es Ruheräume und Rückzugsorte für die Schüler/innen gibt.
Aus der Sicht der Eltern ein eindeutiges Ergebnis pro Ganztagesschule, wenn, wie Dräger betont, „die Qualität stimmt. Um die erforderliche Qualität in allen drei Kategorien zu gewährleisten, müssen die organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen und ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
Es scheint so, als ob die aktuelle Bildungspolitik in Österreich (siehe dazu unseren Bericht: „Hammerschmids Realpolitik: Akt 1. Ganztagsschule, die allen schmeckt?“) auf dem richtigen Weg ist. Wenn sich die Koalitionsparteien darauf einigen, wer die Finanzmittel aus der Bankenabgabe verteilen darf – das BMB oder die Landesfürsten. Und hoffentlich hält sich wenigsten bei der aktuellen Bildungsdebatte der Bildungsausgabensparmeister FM Schelling mit Wortmeldungen zurück .....
Lobrunde, Logbuch, Sofalandschaft mitten im Schulwohnzimmer, keine Schulglocke. Wen wundert es, wenn „Körperwahrnehmung“ im Stundenplan steht? Die Kollegin, die dieses "Fach" unterrichtet, arbeitet mit Klangschalen. Die Mostviertler und Sibylle Hamann (Falter) sind überzeugt: „So geht Schule!“.
Ganz heimlich habe sich das Mostviertel zum Experten für die Schule der Zukunft gemausert, schreibt Hamann, denn seit zwei Jahren würden in dieser Region – still, aber konsequent – die Ideen der deutschen Schulreformerin Margret Rasfeld in die Praxis umgesetzt. „Schule im Aufbruch“ heißt die Bewegung, die, unterstützt vom Gehirnforscher Gerald Hüther, an Boden gewinnt. Im Mostviertel sind von 180 Pflichtschulen etwa die Hälfte dabei, 70 Volks- und Mittelschulen, sowie das Amstettner Gymnasium.
„Alles geht. Man muss es nur machen“, ist die Antwort Josef Hörndlers, Pflichtschulinspektor und Bildungsmanager für die Region, auf Hamanns Frage:„Was kann Österreich vom Mostviertel lernen?“
Dazu gibt es jetzt ein Webinar-Angebot mit Josef Hörndler, „dem innovative Bildungsmanager aus Amstetten.“
Jeder kann beim Webinar mitmachen. „Ganz gemütlich über PC, Laptop, iPad oder Smartphone am Seminar mitmachen“, versprechen die Anbieter.
„Josef Hörndler, erzählt, wie im Mostviertel mit Unterstützung des gesamten Schulaufsichtsteams viele Schulen den Aufbruch gestartet haben und steht für eure Fragen zur Verfügung.“
Montag, 26. September 2016, 17:00 – 17:45
Anmeldung:
Wer heuer seine Überstunden ansparen, also die Zeitkontoregelung in Anspruch nehmen will, muss das Ansuchen bis spätestens 30. September 2016 über den Dienstweg an den LSR schicken.
-> Info zum Zeitkonto und Vorlage für das Ansuchen (Download)
Auf "Portal Austria" kann kann seit heuer das persönliche Zeitkonto mit den bisher angesparten und verbrauchten Zeitgutschriften als pdf-Datei herunterladen.
Die folgenden Bilder zeigen den "Weg" zum persönlichen Zeitkonto und mehr wichtigen Informationen.
Beachte: Einige Funktionen, wie leider auch das Zeitkonto, funktionieren bei der Verwendung einiger Internet-Browser (zum Beispiel der Explorer/Edge, Google Chrome und Safari) nicht immer. Mit Mozilla Firefox (kostenloses Downlod) funktioniert das Portal tadellos.



Fässer füllen oder Flammen entzünden
Eine Veranstaltung des Vereins „Gemeinsam Zukunft Lernen“ in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Lustenau.
"Wie eine zukunftsfähige Bildung gelingen kann"
Vortrag des Erziehungswissenschaftlers und Filmemachers Reinhard Kahl
Mittwoch, 21.09.16, 20.00, Reichshofsaal, Lustenau
Experten warnen schon seit Jahrzehnten davor, die meisten Schüler/innen leiden fast täglich darunter, Eltern schulpflichtiger Kinder fragen sich: Muss das sein? - und für die nordischen Staaten ist es sowieso ein Tabu: Schulbeginn vor 9:00 Uhr.
Wie bereits des Öfteren auf der ÖLI-HP berichtet, ausführlich diskutiert und argumentiert, beginnt für viele Kinder die Schule einfach zu früh: um Punkt acht - oder früher, wie das in Österreich üblich ist. Denn längst kennen wir aus vielen Studien, welche Nachteile ein zu früher täglicher Schulbeginn für Kinder und Jugendliche bringt, die aufgrund ihres Chronotyps um diese Zeit einfach noch viel zu müde sind. Dabei handelt es sich nicht um ein Minderheitenproblem, sondern es betrifft mehr als die Hälfte der Kinder und über 70% der Jugendlichen.
Das wird auch weiterhin so bleiben, schreibt Georg Renöckl im derStandard.at: "Derzeit sind keine Änderungen geplant", heißt es aus dem Bildungsministerium.
Renöckl beantwortet in seinem Artikel die Frage, müssen Kinder, die nicht so recht aus den Federn kommen, also einfach früher schlafen gehen? So einfach ist das nicht, sagen Mediziner wie Reinhold Kerbl, Vizepräsident der österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Vorstand der Kinder- und Jugendabteilung des Landeskrankenhauses Hochsteiermark: "Welcher Chronotyp jemand ist, beruht auf genetischer Veranlagung." Auch das Alter spiele eine Rolle: Bei Pubertierenden verschiebt sich der Schlafrhythmus generell in Richtung „nachtaktiv“. Die Folge: Ständiger Schlafmangel führt zu einem "sozialer Jetlag". Mit teils dramatischen Auswirkungen nicht nur auf die schulischen Leistungen, sondern auch auf die Gesundheit: Chronischer Schlafmangel kann nachweislich zu Wachstumsstörungen, Fettleibigkeit und Depressionen führen.
Deshalb raten die Experten dringend zu einem Experte späterem Beginn.
Obwohl zahlreiche und sehr eindeutige seriöse Studien belegen, dass ein späterer Unterrichtsbeginn für etwa 70 Prozent der Jugendlichen positive Auswirkungen hätte, wird sich laut Bildungsministerium am zu frühen Unterrichtsbeginn nichts ändern. Die Gründe sind vor allem pragmatischer Natur: Arbeitswelt und Schule sind aufeinander abgestimmt, viele Eltern beginnen selbst um acht Uhr zu arbeiten. Dazu kommt, dass Unterricht in Österreich nach wie vor meist vormittags stattfindet: Wenn bis zum Mittagessen fünf bis sechs Unterrichtsstunden durchgezogen werden müssen, geht sich ein späterer Schulbeginn einfach nicht aus.
Es bleibt nur zu hoffen, dass der Ausbau der Ganztagesschulen endlich auch Bewegung in Richtung späteren, den Schüler/innen entsprechenden Beginn des Unterrichtes bringt.
Drei Tage vor Schulbeginn erfahren plötzlich 126 junge Flüchtlinge aus Oberösterreich, dass sie nicht mehr in die Schule gehen dürfen1.
Grund ist eine neue Regelung aus dem Bildungsministerium: Geflüchtete Jugendliche dürfen kein 10. Schuljahr mehr als außerordentliche SchülerInnen absolvieren. Selbst wenn die Schulen sie als außerordentliche SchülerInnen aufnehmen wollten, dürften sie das nicht. Auch das Geld für zusätzliche Deutschkurse an der Schule fällt dadurch weg.
Immer wird davon gesprochen, wie wichtig Integration ist – gerade bei Jugendlichen. Das Bildungsministerium macht Integrationsbemühungen zunichte, wenn es junge Menschen aus ihrem Umfeld reißt und ihnen die Bildung verweigert. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Kinder in die Perspektivlosigkeit geschickt werden! Sie sollen die Möglichkeit bekommen, mit Gleichaltrigen zu lernen.
Mach mit und fordere Bildungsministerin Sonja Hammerschmid per Mail auf, umgehend Voraussetzungen zu schaffen, damit diese Jugendlichen – wie alle ihre MitschülerInnen – in die Schule gehen dürfen. >>> LINK zum Mitmachen
Reinhart Sellner schrieb der Ministerin:
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr.in Sonja Hammerschmid,
ich musste erfahren, dass junge Flüchtlinge noch immer kein freiwilliges 10. Schuljahr mehr absolvieren dürfen, das ihnen nach Flucht und Unsicherheit endlich den sicheren, geordneten schulischen Alltag bietet, gemeinsam mit anderen Jugendlichen, und der ihnen die Möglichkeit Deutsch zu lernen. In Oberösterreich wurde ihnen diese Verweigerung von sozial-integrativer schulischer Bildung drei (!) Tage vor Schulbeginn mitgeteilt.
Wenn man junge Menschen, die ohnehin in einer äußerst schwierigen Situation sind, plötzlich aus ihrem Klassenumfeld reißt und ihnen den Zugang zu Bildung verweigert, werden Integrationsbemühungen von LehrerInnen, Integrationsbeauftragten und NGOs zunichte gemacht. Lassen Sie nicht zu, dass diese Jugendlichen in die Perspektivlosigkeit geschickt werden!
Ich fordere Sie auf, umgehend Voraussetzungen zu schaffen, damit diese jungen Menschen weiterhin in die Schule gehen und Deutsch lernen dürfen.
Glück auf, trotz alledem + freundliche Grüßen
Reinhart Sellner
Steirische Direktoren holen sich ihre Lehrer/innen von der "Jobbörse"
Eine Lobeshymne von Walter Müller im derstandard.at zur neuen Online-Jobbörse für Lehrer/innen.
Eine AHS-Direktoren und die amtsführende steirische Präsidentin des Landesschulrates, Elisabeth Meixner, kommen in diesem Artikel zu Wort. Und von ihnen hört man nur überschwängliches Lob. So funktioniert die Online-Tool „Get your teacher“: Jede Lehrerin, jeder Lehrer, die/der einen Job beim Landesschulrat will, muss sich über diese Online-Plattform bewerben. Das betrifft auch Lehrer/innen, die sich von einer Schule versetzten lassen wollen. Die Direktor/innen können dann über die Internetplattform eine Vorauswahl der Lehrer/innen, die sie benötigen und deren Anforderungsprofil der Schule am weitesten entgegenkommen, selbst vornehmen und eine Zuweisung beim Landesschulrat beantragen.
"Das ist eine absolute Verbesserung zu früher, ich bekomme jetzt genau den Lehrer oder die Lehrerin, den oder die wir an unserer Schule brauchen", schwärmt Eva Ponsold, Direktorin des Grazer Wirtschaftskundlichen Gymnasiums WIKU. Weshalb der Parteieneinfluss durch das System gestoppt wird, wie Ponsold meint, begründet sie damit, dass „auf der elektronischen Plattform nichts über eine Parteizugehörigkeit“ stehe. Das ist allerdings interessant. Denn das dürfte wohl den allermeisten Österreicher/innen, sicher auch den Steirer/innen, nicht bekannt gewesen sein, dass bisher ein/e Lehrer/in in den Bewerbungsunterlagen ihre Parteizugehörigkeit angeben mussten. Aber sie ihr sei das „ohnehin so was von egal", sagt Ponsold, "und ich kann behaupten, ich spreche für zumindest 80 Prozent der Direktoren." Bravo! Das ist zumindest eine Ansage, die dem Landesschulrat (LSR) wohl wenig Freude machen wird, unterstellt sie doch damit, dass vor der Einführung der Online-Bewerbung und der Zuteilung durch den LSR, die Parteizugehörigkeit von doch wesentlicher Bedeutung war.
Laut derstandard.at zeige sich die amtsführende steirische Präsidentin des Landesschulrates, Elisabeth Meixner, mit dem bisherigen Verlauf des Pilotprojektes rundum zufrieden: "Das Projekt läuft mit großem Erfolg, da sich die einzelnen Schulen wirklich die Bewerber und Bewerberinnen aussuchen können, die dem Anforderungsprofil der Schule entsprechen. Aufgrund dieses großen Erfolges wird unser System nun von anderen Bundesländern übernommen."
Also alles gut!
Im Artikel wird nicht erwähnt, dass die Direktor/innen und die Schulbehörde ebenfalls Eintragungen in das Profil der/des Bewerber/in durchführen können. Die, und das gibt zu denken, der/die Bewerber/in nicht sehen kann. So waren zumindest die Informationen, die vor ein paar Monaten öffentlich geworden sind. Auf meine bisherigen Recherchen und Nachfragen in der Schulbehörde, wurde dies nicht dementiert.
Das Bundeskanzleramt hat zur Vordienstzeitenan-rechnung, zum Vorbildungsausgleich usw. für die Berechnung des Besoldungsdienstalters (endlich) ein Rundschreiben versandt.
Es geht um die Umsetzung der Bundesbesoldungs-reform 2015, die mit dem Ersatz der Besoldungsrele-vanten Messgröße „Vorrückungsstichtag“ durch das „Besoldungsdienstalter“ und die Anrechnung der Vordienstzeiten von Grund auf neu regelt.
Deshalb war für die praktische Umsetzung der neuen Gesetzeslage eine Neudefinition der Richtlinien durch das Bundeskanzleramt für die Anrechnung der Vordienstzeiten und des Vorbildungsausgleiches für die Ermittlung des Besoldungsdienstalters, dringend erforderlich.
Leider legt das BKA das Gesetz, dem Spargedanken folgend, sehr restriktiv aus. Zumindest wird diesbezüglich eine Gleichbehandlung aller Betroffenen angestrebt. Denn Abweichungen von den Richtlinien und Grundsätzen durch die Dienstbehörden und Personalstellen sollten, wenn möglich, „zur Wahrung des einheitlichen Vollzugs und der Gleichbehandlung aller Bediensteten vor dem Gesetz“ nur im Einzelfall und nur bei Vorliegen außergewöhnlicher Umstände, die ein Abgehen von diesen Richtlinien unumgänglich machen, möglich sein.“ Die Gründe für ein Abgehen von den Grundsätzen müssen entsprechend umfangreich dargelegt und zu dokumentiert werden.
Geschäftszahl: BKA-921.000/0027-III/5/2016
Titel: Rundschreiben über die Anrechnung von Vordienstzeiten
Im Rundschreiben Nr. 10/2016 des Bundesministeriums für Bildung (BMB) wurden die aktuellen valoriesierten Beträge für die Abgeltung von Prüfungen veröffentlicht.
Gary Fuchsbauer hat daraus die aktuellen Prüfungsgebühren berechnet und angepasst. Die ab 1. September 2016 gültigen Prüfungsgebühren wurden entsprechend der Gehaltserhöhung 2016 geändert.
Wie jedes Jahr gibt es von der ÖLI-UG eine Zusammenfassung der aktuellen Prüfungsgebühren auf einer A4-Seite als Download zum ausdrucken und aufhängen.
Im Dienstrechtsskriptum der ÖLI-UG sind die Prüfungsgebühren auf Seite 71 – 74 im Detail aufgelistet und ebenfalls aktualisiert.
Beides findet ihr als Download unter diesem Link.
Information der PHV
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!
Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass die Anmeldefrist für Fortbildungsveranstaltungen an der PH Vorarlberg für das Wintersemester 2016/17 vom 1. bis 19. September 2016 über PHonline möglich ist. Anschließend beginnt die Dienstauftragsphase, die Fixplatzvergabe erfolgt am 11. Oktober 2016.
Die aktuellen Studienverzeichnisse wurden an die Dienststellen geliefert. Die PDF-Ausgabe des Studienverzeichnisses kann von der Website der PH Vorarlberg abgerufen werden:
Zur Anmeldemaske:
Die Studienabteilung der PH Vorarlberg steht für Anfragen MO - FR, von 08:00 - 16:00 Uhr (05522/31199-300 oder 05522/31199-400), gerne zur Verfügung
Leserbrief Der Standard von Wolfgang Berchtold
Zum Bericht von Lisa Nimmervoll bzw. zu den Aussagen von Mathematikdidaktiker Werner Peschek
Matura Probleme
Der Mathematikdidaktiker Peschek meint am 29.6. im Standard, die Schüler hätten die Mathematura „nicht so hundertprozentig ernst genommen“. Diese Aussage zeigt, wie wenig Bezug die Schultheoretiker zum Schulalltag haben. Die Zentralmatura hat nämlich ganz im Gegenteil dazu geführt, dass es in den Maturaklassen nur noch ein Hauptfach gibt, nämlich Mathematik. Ich bin Deutschlehrer an einer Oberstufe und muss den Aussagen von Herrn Peschek heftig widersprechen. Während der gesamten 8. Klasse spielen alle anderen Fächer eine Nebenrolle: an Wochenenden, Feiertagen und während der Ferien wird nur noch Mathe gebüffelt. Mit der Konsequenz, dass sich der Großteil der MaturantInnen mit ihrer Schwäche auseinandersetzt und kaum Zeit für ihre Stärken bleibt. Was wir brauchen ist eine Matura, die es den SchülerInnen erlaubt, Schwerpunkte nach Begabungen zu setzen. Sinnvoll wäre eine Wahlmöglichkeit zwischen zwei Schwierigkeitsgraden, einer A- und B-Matura. Der Schüler wählt zwei A-Fächer und ein B-Fach. Der mathematisch begabte Schüler, der auch ein technisches Studium anstrebt, wählt z.B. die anspruchsvolle Mathematura (A), der Sprachbegabte die gehobene Englisch-Matura. Das derzeitige Übergewicht an Mathematik für alle ist ein Unding und verhindert, dass sich MaturantInnen mit Freude und Motivation auf ihre Matura vorbereiten.
Wie vorarlberg.orf.at/news berichtet, wurde in Vorarlberg eine mit den Bildungssprecher/innen aller Fraktionen im Landtag politisch besetzte Arbeitsgruppe eingerichtet, die Maßnahmen zur Verbesserung des Bildungsniveaus prüfen soll.
Der Grünen-Bildungssprecher Daniel Zadra und seine Kollegen von FPÖ, SPÖ und NEOS fordern jetzt eine Offenlegung aller Detail-Ergebnisse der Zentralmatura – bis zu einzelnen Klassenergebnissen. Die ÖVP-Bildungssprecherin Barbara Schöbi-Fink ist noch skeptisch.
Die Lehrervertreter lehnen das ab. Für sie ist die eilige Einrichtung einer rein politischen Arbeitsgruppe ein „Akt der Verzweiflung“ ohne erkennbaren Problemlösungshorizont. Auch das Risiko des Durchsickerns der Daten an die Medien bestehe und vor allem sollte eine fundierte Analyse der Detailergebnisse sinnvollerweise durch Experten und nicht Politiker erfolgen.
Für AHS-Lehrervertreter Gerhard Pusnik kommt das nicht infrage. Für eine fundierte Analyse braucht es laut Pusnik keine Veröffentlichung von Daten. Dies sei nur dazu geeignet, einen Schuldigen zu suchen. Pusnik hält die neue Arbeitsgruppe generell für einen Akt der Verzweiflung. Die Probleme seien nicht neu, doch sei ihnen die Politik seit Jahren mit Ignoranz begegnet.
Auch BHS-Lehrervertreter Manfred Sparr ist gegen eine Offenlegung - zumal eine Analyse der Ergebnisse die Aufgabe von Fachexperten sei und nicht von Politikern.
Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) gibt die einzelnen Schulergebnisse bei der Matura nicht an die Öffentlichkeit. Das wird nicht von allen gutgeheißen, auch die Bildungsforscher sind sich bei der Beurteilung der Frage, ob ein Schulranking gut oder schlecht ist, nicht einig. Seit es standardisierte Tests wie die Zentralmatura gibt, stellen viele die Frage: Warum werden Resultate der Schulen nicht veröffentlicht? (Bernadette Bayrhammer in diepresse.com).
Die Argumentation des Bundesministeriums für Bildung BMB ist kurz und nachvollziehbar: „Wir wollen keine Schulen schlechtmachen.“ Frei übersetzt: Wenn man in Österreich eine solche Liste veröffentliche, beginne das Bashing einzelner Standorte. Jene Schulen, die es ohnehin schon schwieriger hätten, würden auch noch an den Pranger gestellt, so Bernadette Bayrhammer.
Das Ministerium, die Landesschulräte/der Stadtschulrat kennen die Ergebnisse der zentralen Tests, die Schulen und die Lehrer/innen wissen ebenfalls ihre Ergebnisse. Man wisse anhand dieser Daten, welche Schulen schlecht seien – und arbeite gemeinsam mit der Schulaufsicht daran, sie zu verbessern, stellt das BMB klar.
Ein aktuelles Beispiel aus Vorarlberg unterstreicht die Befürchtungen des BMB. Die Nennung jener Schulen in den Medien, die bei der Zentralmatura oder anderen standardisierten Tests schlecht abgeschnitten haben, nützen niemanden, sondern fügen den betroffenen Schulen einen, unter Umständen großen Imageschaden zu. Das wirkt sich wohl oder übel negativ auf die zukünftigen Schüleranmeldungen aus, das wiederum macht den Einsatz notwendiger und spürbarer Verbesserungsmaßnahmen deutlich schwieriger, vielleicht sogar unmöglich.
Die Junos - jungen Neos - sehen das anders. Sie wollen Schulen vergleichen, damit die Qualität steigern und Schüler/innen einbinden. Und all das sei „mit der Geheimniskrämerei des Bildungsministeriums rund um die Zentralmatura nicht möglich“, beklagen sie im Facebook und wollen deswegen „das Heft selbst in die Hand“ nehmen und „starten #MaturaLeaks!“. NEOS Nationalratsabgeordnete Claudia Gamon postet dazu: „Unsere neue Bildungsministerin will die Schulergebnisse bei der Zentralmatura nicht veröffentlichen. Aber nur wenn wir hier transparent sind, können wir schwächere Standorte gemeinsam dabei unterstützen, besser zu werden. Schülerinnen und Schüler, sagt uns wie die Matura bei Euch an der Schule ausgefallen ist.“
Die „geleakte“ Schule in Vorarlberg könnte doch bei den jungen NEOS einmal anklopfen und nachfragen, wie sie, die Junos, in dieser Situation „schwächere Standorte gemeinsam dabei unterstützen [können], besser zu werden“. Nachfragen kost ja nichts, od´r!?
Weil die Schulnoten oft nicht ein realistisches Abbild der Schüler/innen-Leistung geben, will das Bundesministerium für Bildung (BMB) ein neues System zur Leistungsbeurteilung und -beschreibung entwickeln: Ein Kompetenzraster soll dafür sorgen, dass Lehrer sich bei der Beurteilung nicht mehr an der Durchschnittsleistung der jeweiligen Klasse orientieren, berichtet orf.at.
Hans Neuweg, Abteilungsleiter für Wirtschafts- und Berufspädagogik an der Universität Linz und selbst viele Jahre Lehrer, sieht die Ursache der oft nicht aussagekräftigen Schulnoten nicht in einer unfairen und willkürlichen Benotung durch die Lehrer/innen. Sondern meint, dass die Pädagog/innen die Rangfolge bei der Leistung der Schüler/innen einer Klasse sogar sehr gut einschätzen - erst bei der Betrachtung über Klassen und Schulen hinweg hinkt die Vergleichbarkeit.
Obwohl die alte, aber immer noch aktuelle Leistungsbeurteilungsverordnung definiert, wie die Leistungen der Schüler/innen zu beurteilen sind, glaubt Neuweg, es gäbe „derzeit keine genaue Definition, was ein ‚Sehr Gut‘, ein ‚Gut‘ etc. eigentlich genau ist.“ Und deshalb orientierten sich Lehrer/innen bei ihrer Benotung - bewusst oder unbewusst - immer auch an dem Leistungsdurchschnitt, den es in der jeweiligen Klasse gibt.
Laut orf.at erarbeitet das BMB mit Lehrer/innen aus der Schulpraxis Kompetenzraster für jedes Fach und jede Schulstufe der Sekundarstufe. Diese sollen klar darstellen, wofür eine Note tatsächlich steht: Auf einem A4-Blatt pro Schüler und Semester soll dann ersichtlich sein, welche Teile des Lehrplans er schon beherrscht und wo er sich noch verbessern muss.
Durch die Kompensationsprüfungen konnte zwar das eher schlechte Abschneiden in der schriftlichen Matura einigermaßen korrigiert werden, trotzdem müssen nach den Ergebnissen der heurigen Zentralmatura noch einige dringende Fragen beantwortet werden.
Große Leistungsunterschiede überall
Genauestens analysiert werden müssen jedenfalls die Ursachen der teils gravierend unterschiedlichen Ergebnisse zwischen den Bundesländern, Schultypen, Schulen und Klassen (Details werden leider vom bmbf unter Verschluss gehalten) in allen drei schriftlichen Maturafächern. Vor allem auffällig ist der Gender-Effekt bei den Leistungen in Englisch und Mathematik. Eine gute zusammenfassende Analyse dazu machte von Sebastian Fellner im derStandard.at
Wer sucht die Fehler?
Wichtig ist jedenfalls, dass nicht wie bisher üblich wieder das BIFIE selbst seine Arbeit evaluiert, sondern die Analyse/Untersuchung extern durchgeführt wird. Sonst, so die bisherigen Erfahrungen, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit noch lange auf ein gutes Funktionieren der Zentralmatura warten müssen.
Abschaffung der Kompensationsprüfung?
Die Abschaffung der Kompensationsprüfung zu fordern, wie dies der Sprecher der AHS-Direktoren, Wilhelm Zillner und der Klagenfurter Mathematikdidaktiker Werner Peschek medial sehr erfolgreich tun, lenkt die Diskussion in eine falsche Richtung. Das sieht auch BHS-Lehrervertreter Himmer (fsg) im Interview im der.standard.at so: „"Das gab es ja auch bei der alten Matura, und die Fragen sind ja auch für diese Prüfung zentral erstellt. Dass so viele danach positiv waren, ist eigentlich ein Zeichen, dass sie die Chance genützt und sich darauf besonders konzentriert haben. Das gehört zu einer fairen Prüfung dazu – gerade bei so einer Einmalprüfung." Zillner glaubt jedoch, dass „man“ bei der mündlichen Kompensationsprüfung „ein wenig die Objektivität“ verliere, „weil es menschelt". Diese Aussage hat es in sich. Unterstellt er und Peschek doch damit den Direktor/innen, dass sie entweder als Kommissionsvorsitzende oder Kommissionsmitglieder in der Funktion der Schulleiter/in unkorrekte, weil nicht objektive Kommissionsbeschlüsse tolerieren. Ein dienstrechtlich heikles Vergehen. Und wenn der Sprecher der AHS-Direktor/innen mangelnde Objektivität bei den mündlichen Kompensationsprüfungen diagnostiziert, müsste er doch bei allen mündlichen Reifeprüfungen zum selben Ergebnis kommen. Will er diese auch abschaffen?
Erste Ergebnisse der schriftlichen Reife- bzw. Reife- und Diplomprüfung
an AHS/BHS/Bildungsanstalten im Haupttermin 2015/16
Zu den detaillierten Notenverteilungen vgl. Tabellen und Grafiken (>> Download)
Gesamte Pressemitteilung (>> Download)
Auszug aus der Pressemitteilung des bmbf
Ergebnisse nach Schularten
Die schriftliche Reife- bzw. Reife- und Diplomprüfung haben bestanden:
Gesamt:
o 99,0% der Kandidat/innen in Deutsch
o 96,7% der Kandidat/innen in Englisch
o 93,8% in Mathematik bzw. Angewandter Mathematik
AHS:
o 98,9% der Kandidat/innen in Deutsch (2015/16: 99,5%)
o 97,9% der Kandidat/innen in Englisch (2015/16: 97,9%)
o 93,1% in Mathematik (2015/16: 96,7%)
BHS:
o 99,1% der Kandidat/innen in Deutsch
o 95,5% der Kandidat/innen in Englisch
o 94,6% in Angewandter Mathematik
Bei einem Vergleich der Ergebnisse der Schularten ist darauf Bedacht zu nehmen, dass sich die Konzeption der schriftlichen Reife- bzw. Reife- und Diplomprüfung an den lehrplanmäßigen Erfordernissen der jeweiligen Schulart orientiert. Daher gibt es in einigen Prüfungsgebieten Abweichungen zwischen den Prüfungsformaten sowie in der verpflichtenden Wahl der Prüfungsgebiete.
Ergebnisse nach Bundesländern
Die Ergebnisse differieren z.T. deutlich zwischen den Bundesländern. Unterschiede sind vor den Kompensationsprüfungen deutlicher sichtbar.
Ausgewählte Ergebnisse:
AHS:
o Deutsch: Die Sehr-gut-Quote liegt in den Bundesländern zwischen 13,3% in Vorarlberg und 21,0% Kärnten (jeweils vor den Kompensationsprüfungen), die Zahl der Nicht genügend zwischen 4,2% (Oberösterreich) und 9,3% (Burgenland). Nach den Kompensationsprüfungen liegen die Nicht-genügend-Quoten der Bundesländer zwischen 0% und 2,5%.
o Englisch: hohe Quote an Sehr gut (31,5%) und niedrige Nicht-genügend-Quote (3,9%) in Wien, ähnlich in Oberösterreich (27,4% Sehr gut, 3,7% Nicht genügend) – alles vor den Kompensationsprüfungen
o Mathematik: Nicht-Genügend-Quoten schwanken zwischen 13,4% in Oberösterreich und 33,2% in Vorarlberg; nach den Kompensationsprüfungen liegen die Nicht-genügend-Quoten zwischen 2,7% und 9,9%.
BHS:
o Deutsch: Hier hat Kärnten vor den Kompensationsprüfungen mit 1,2% die niedrigste Nicht-genügend-Quote und die höchste Quote an Sehr gut (19,2%).
o Englisch: Hohe Quote an Sehr gut in Wien (19,9%). Geringste Nicht-genügend-Quote in Tirol (7,4%). Nach den Kompensationsprüfungen bewegen sich alle Bundesländer zwischen 2,8% und 7,8% Nicht genügend.
o Angewandte Mathematik: Hier ist Oberösterreich vor den Kompensationsprüfungen das beste Bundesland (10,0% Sehr gut, 9,4% Nicht genügend). In Vorarlberg (18,3%), Wien (19,1%) und Salzburg (19,5%) gibt es prozentuell die meisten Nicht genügend. Nach den Kompensationsprüfungen liegen die Nicht-genügend-Quoten zwischen 3,0% und 8,7%.
Über Jahrzehnte hat er mit seinen Cartoons aktuelle und vor allem wichtige gesellschaftspolitische Themen in seiner unnachahmlichen Art und Weise dargestellt. Seine Aquarelle waren immer der Spiegel der österreichischen Gesellschaft – wahr und schonungslos. Dabei malte er niemals gegen die Schwachen an, sondern gegen Rassismus, Sexismus, Bigotterie, Korruption und Spießbürgertum (ORF). Er wird uns fehlen!
Der Beach Boy unter den Zeichnern. Das Enfant terrible der heimischen Karikaturszene. Keiner konnte die Spezies Österreicher in ihren charakteristischen Ausprägungen so genau beobachten und bis zur Kenntlichkeit so überzeichnen, dass man diesen Figuren tatsächlich immer wieder begegnet. Oder einer den anderen unter fettleibigen, glubschäugigen Gestalten plötzlich erkennt: "Franz, das bist ja du!", schreibt Werner Rosenberger im Kurier.
Und Doris Priesching im Standard: Deix selbst bezeichnete sich als "Lustzeichner", aber auch als "Harmoniejunkie". Und genau so lassen sich seine Kreaturen lesen: Als die ganz normale oder, besser, grindige Grundnatur von Herrn und Frau Österreicher, vornehmlich bei diversen Verrichtungen des Alltags zwischen Sadomaso-Sex und Muttermord inklusive saftigen Versen und allem, was dazugehört: Zumpferln, Dutteln, Wabbelbäuchen, Hängeärschen, Bremsspuren, Ejakulationsflecken.
Er war das Neue, das Unerhörte, das Provokante in Person (News) – und das bis heute.
Wir laden alle Freunde/innen, Kollegen/innen und Interessierten aus AHS, BMHS, Pflichtschulen, Berufsschulen und Kindergärten ein zum
Jahres-Abschluss-Treffen
am Sonntag, 03. Juli 2016 / ab 18:00 Uhr / Neu Amerika (Anfahrt: Achsiedlung)
(Bei Schlechtwetter: Gemütlicher Hock bei Sabine Mathis, Aureliastraße 4, Bregenz)
• Selbstverpflegung (Grill- und Trinkzeug)
• Gute Laune und
• Badetuch nicht vergessen!
"Mein Tod heißt Ernst und eines kann ich jetzt schon sagen:
Er hat mein Leben bereichert" (A. Gabriel)
Lesung:
Andreas Gabriel ( BRG / BORG Schoren )
am Montag, 04. juli 2016
in der Traube/ Alberschwende
Ein neues Sparpaket des Kantons Luzern sieht drastische Kürzungen bei den Pädagog/innen vor. In der Schweiz sind die Schulen und damit die Gestaltung der Arbeitszeit und der Gehälter für Lehrer/innen hauptsächlich Ländersache.
Die geplanten Maßnahmen der Luzerner Regierung sind sowohl in der Art, als auch in ihrem Ausmaß „schweizweit ein Novum“, berichtet der blick.ch.
Mehrarbeit:
Die Lehrer/innen sollen eine „Lektion“ mehr als bisher unterrichten. Das ärgert Martin Huber, Präsident der Luzerner Schulleiter. Eine Lektion entspreche mit Vorbereiten und Korrigieren etwa zwei Stunden. Künftig müsste demnach eine Luzerner Primarlehrer/in mit Vollpensum wöchentlich 54 statt wie bisher 52 Stunden arbeiten, argumentiert Huber.
Kein „Dienstalters-Geschenk“, weniger Weiterbildung und reduzierte Altersentlastung:
Die Mehrarbeit und die weiteren geplanten Sparmaßnahmen der Luzerner Regierung ergeben eine massive Belastung für die Pädagog/innen. Zu nenen wäre da zum Beispiel die Streichung des Bonus nach 10, 20, 30 oder 40 Berufsjahren in Form von Ferien oder Geld, weniger Geld für die Weiterbildung und die Reduktion der Altersentlastung, „Das birgt Risiken“, meint Martin Huber. „Wenn die Arbeitsbedingungen schlechter werden, verschärft sich der Fachkräfte-Mangel noch weiter.“
Demotivation und „Abwanderung“:
Die Lehrer/innen haben genug von den sukzessiven Verschlechterungen der letzten Jahre. Besonders das Streichen des Dienstalters-Geschenks trifft sie emotional: „Das Schlimmste daran ist die mangelnde Wertschätzung“, beklagt eine Lehrerin. Auch die Erhöhung der Lektionen sei ein harter Brocken, denn schon „heute ist die Belastung massiv.“
Die Folgen der destruktiven Schulpolitik sind bereits heute spürbar. Weil in den meisten anderen Kantonen die Arbeitsbedingungen attraktiver sind, wandern die Lehrer/innen dorthin ab. Mit den geplanten Verschlechterungen schwindet natürlich auch die Motivation. Man erhöht das Arbeitspensum des Lehrpersonals und streicht gleichzeitig die Anerkennung.
Kommt das Sparpaket wie geplant, wird es zwangsläufig Abstriche geben. Dennoch darf die Unterrichtsqualität nicht sinken, meint eine Lehrerein zum „Blick“. „Zuerst werden deshalb Aktivitäten gekürzt. Dazu gehören Klassenlager, Exkursionen oder der Sporttag. Zu den Verlierern zählen auch die Kinder.“
Wie im letzten Jahr, konnte die Mehrzahl der Maturant/innen ihre(n) „Fünfer“ in der schriftlichen Reife- bzw. Reife-und Diplomprüfung durch die Kompensationsprüfung ausbessern.
Vom Ministerium gibt es, wie berichtet, bis 24. Juni keine offiziellen Zahlen zu den Ergebnissen der heurigen Zentralmatura. Wie die diePresse.com berichtet, sind aus Oberösterreich konkrete Zahlen durchgesickert: In Mathematik waren vor der Kompensationsprüfung 15,5 % negativ. 2015 waren es 6,3 %. Nach den Kompensationsprüfungen hat sich das Ergebnis deutlich verbessert. Noch 4,5 % sind negativ. Im Vorjahr waren es noch 4 %. In Englisch bleiben nach der Kompensationsprüfung von 4,5 % negative Beurteilungen noch 2% über. In Deutsch von knapp 4 % noch 0,6 %.
Sehr erfreulich sind die Ergebnisse an der größten Schule Österreichs, der HTL Mödling. Direktor Harald Hrdlicka verriet im Gespräch mit der „Presse“, dass von den 350 Maturant/innen nach den Kompensationsprüfungen in Mathematik ein einziger Schüler negativ ist. Vor der Kompensationsprüfung waren noch acht Schüler/innen in Mathematik negativ.
Weil die „Bildungsreform: Schulrechtspaket Teil 1“ jetzt den Unterrichtsausschuss passiert hat und der Ministerrat den Beschluss gefasst hat, kommen die ersten offiziellen Informationen vom bmbf an die Elternverbände und die Schulaufsicht und dann wohl bald auch an die Schulen (hoffentlich).
Also, so gut wie fix ist, dass jetzt auch die BMHS, nicht nur die BMS und die AHS, autonom die Einführung der Oberstufe NEU auf 2018/19 bzw. 2019/20 verschieben können. Spätester Termin für die Entscheidung/das Ansuchen wird derzeit der 1. Dezember angegeben.
Die Entscheidung obliegt dem/der Direktor/in nach Anhörung des Schulgemeinschaftsaus-schusses (SGA). Der SGA hat ein „Anhörungs“- aber kein Entscheidungsrecht.
Und welche Rolle spielt dabei der Dienststellenausschuss? Für den Vorsitzende des Fachausschusses Vorarlberg BMHS wird dies im Personalvertretungsgesetz (PVG) geregelt: "Weil sich die NOST auf die Diensteinteilung und Arbeitsorganisation der Lehrer/innen auswirkt, muss die Schulleitung aufgrund des PVG §9 Abs. 2 den Dienststellenausschuss in die Entscheidung einbinden, konkret: das Einvernehmen herstellen." Deshalb empfiehlt der Vorsitzende, "im Vorfeld der Entscheidung eine Konferenz durchzuführen". Eine Abstimmung über die zu wählende NOST-Option im Rahmen der Konferenz wäre wohl die optimale Vorgangsweise, meint der Personalvertreter aus dem Ländle.
Schlussendlich ist die absurde Kritik des Vizekanzler Reinhold Mitterlehner an der Sozialpartnerschaft der Versuch, diese Abzuschaffen. Wer wissen will, was in Österreich ohne die Sozialpartnerschaft passiert, muss sich nur an die Regierungszeit der ÖVP/FPÖ Koalition in Erinnerung rufen. In dieser Zeit war die Sozialpartnerschaft de facto nicht mehr vorhanden. Die Folgen spüren wir noch heute und sie werden uns noch einige Jahre weh tun.
Mitterlehner geht noch einen Schritt weiter. Mit seiner Kritik beabsichtigt er in erster Linie die Schwächung der Arbeitnehmervertretung in der Sozialpartnerschaft. Der Wirtschaftsblock soll seinen politischen Einfluss weiter ausbauen dürfen. Mitterlehner forderte nach dem gestrigen Ministerrat etwa eine komplette Umorientierung auf das, was Österreich brauche und nicht, was die jeweilige Klientel gerade brauche (ORF Vorarlberg). Und fügte erklärend ein Beispiel an, das die Arbeitnehmervertreter als unverantwortlich und eigennützig diffamierte.
Dementsprechend fallen die Reaktionen der Sozialpartner auf die Kritik Mitterlehners unterschiedlich aus. Heftige Kritik der Arbeitnehmervertretungen und Zurückhaltung bis leise Zustimmung von der Arbeitgeberseite und der Landwirtschaftskammer.
Nicht so in Vorarlberg: Wieder einmal stößt der Chef des Vorarlberger ÖGB, Norbert Loacker, all jene vor den Kopf, die er eigentlich vertreten sollte und die dafür ordentlich Beiträge zahlen, wenn er gegenüber den ORF Vorarlberg zum Besten gibt, dass Mitterlehner “gar nicht so unrecht habe“ und ergänzt konspirativ, „auch in Vorarlberg sei die Sozialpartnerschaft zu Sausgruber-Zeiten eine andere gewesen“. Meinte er damit vor allem Schüssel/Haider- Phase? Ja, was mein er denn überhaupt?
Wie absurd die Vorwürfe gegen die Sozialpartner sind, vor allem jener, dass sie reine Klientelpolitik betreiben, analysiert Conrad Seidl im derStandard.at „Sozialpartner: Es lebe die Klientelpolitik!“
Die Regierung sollte die Sozialpartner nutzen, anstatt sie zu verärgern, mahnt Seidl, denn die Organisationen der Sozialpartner sind dazu da, die Interessen ihrer Mitglieder durchzusetzen – gegen die Interessen, die andere Sozialpartnerinstitutionen haben mögen. Und gegen Vorhaben von Regierungen und Parlamenten. Wenn es nicht anders geht, auch mit Demos und Streiks.
Dabei ist diese Kritik auch deshalb ungerecht, weil die Sozialpartner oft besser als die Parteien sind, wenn es um das Schließen von Kompromissen geht: In Bildungsfragen etwa sind sich Wirtschaftskammer und Industrie einerseits sowie AK und ÖGB andererseits mehr einig als SPÖ und ÖVP, die einander in der Regierung blockieren. Die Sozialpartner haben sogar ein gemeinsames Konzept erstellt, stellt Seidl fest.
Montag, 06. Juni 2016 19:30 Uhr - Gh Engel in Götzis Hauptstraße 31
Unsere Themen:
• Matura Neu: Reife Prüfung?
• AHS und BMHS Bundestage: GÖDlich getagt?
• Anstellungssituation: Voll beschäftigt?
• Aus- und Einsichten
• Termine und Veranstaltungen
• Allfälliges
Nationaler Bildungsbericht Österreich 2015, Band
Der Nationale Bildungsbericht Teil 3 (Band 2) ist wie Teil eins (2009) und zwei (2012) in einer Kooperation zwischen dem BIFIE und dem IHS entstanden und „dient als empirische und wissenschaftliche Grundlage für die bildungspolitische Diskussion und Steuerung des Schulwesens in Österreich. Band 2, "Fokussierte Analysen bildungspolitischer Schwerpunktthemen", enthält Expertisen führender österreichischer Bildungswissenschaftlerinnen und Bildungswissenschaftler zu zentralen Entwicklungsthemen und Problemfeldern des Schulwesens.“ (Hrsg.)
Zwei Punkte sind in diesem Bericht besonders erwähnenswert:
Die vollständige Abschaffung der Ziffernoten in der Volksschule und
die Forderung der Einführung der Gesamtschule auch in der Sekundarstufe I
"Eine vollständige Abschaffung der Ziffernnoten in der Volksschule könnte zu einer leistungsförderlicheren Beurteilungspraxis beitragen, die jedenfalls das Erreichen der Mindeststandards garantiert". Hauptproblem ist derzeit die zwingende Notengebung in der vierten Klasse. Sie soll die AHS-Reife festlegen, was in Bezug auf den signifikanten Zusammenhang der Mathematiknoten mit dem Bildungsstand der Eltern und der Tatsache, dass "die Volksschule zu extrem positiven Beurteilungen tendiert“, zu einer problematischen Skalenverzerrung führt und damit die fragwürdige Aussagekraft der Noten im Allgemeinen noch verstärkt.
Außerdem führt die Erfüllung der Erwartungen der Eltern durch die Lehrer/innen dazu, „dass die Abschlussnoten kontinuierlich ansteigen und der Zugang zur AHS immer weniger von tatsächlichen Fähigkeiten und Kompetenzen, sondern stärker von der Beziehungen, der sozialen Durchsetzungsfähigkeit und der Bildungsaspiration der Eltern abhängt", zitiert kurier.at aus dem Bericht.
Die Abschaffung der Ziffernoten reicht aber bei weitem nicht aus. Die Autoren sprechen sich generell gegen seine Selektion der Kinder in AHS und Neue Mittelschule mit zehn Jahren aus: "Eine Fortführung des Gesamtschulkonzepts in der Sekundarstufe würde die Transition deutlich vereinfachen."
Die Kapitel des Bildungsberichts 2015:
Kapitel 1: Die österreichische Volksschule
Kapitel 2: Leistungsbeurteilung unter Berücksichtigung ihrer formativen Funktion
Kapitel 3: Medienkompetenz fördern – Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter
Kapitel 4: Auf die Mitschüler/innen kommt es an? Schulische Segregation – Effekte der Schul- und Klassenzusammensetzung in der Primarstufe und der Sekundarstufe I
Kapitel 5: Früher Bildungsabbruch – Neue Erkenntnisse zu Ausmaß und Ursachen
Kapitel 6: Schulleitung im Wandel: Anforderungen an eine ergebnisorientierte Führungskultur
Kapitel 7: Schulautonomie oder die Verteilung von Entscheidungsrechten und Verantwortung im Schulsystem
Kapitel 8: Ein pragmatischer Zugang zu einer Policy-Analyse: Bildungsfinanzierung als Governance-Problem in Österreich
Kapitel 9: Zusammenfassung der Herausgeberinnen und Herausgeber
Das neue Dienst- und Besoldungsrecht Pädagogischer Dienst (pd) führt für alle Berufsschul-lehrerInnen mit alten und schlecht bezahlten Sonderverträgen zu einer massiven Schlechterstellung in der Entlohnung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen im neuen Besoldungsschema.
So wurden gleich bei den ersten Lohnberechnungen der in den Pädagogischen Dienst (pd) aufgenommenen KollegInnen durch die Anerkennung der Vordienstzeiten wesentlich höhere Einstiegsgehälter festgestellt, als bei den LehrerInnen mit Sondervertrag. Durch die zweistündige Erhöhung der Lehrverpflichtung mit nicht unterrichtlicher Tätigkeit im Pädagogischen Dienst (pd) fallen Tätigkeiten, wofür KollegInnen im Sondervertrag noch Zulagen erhielten, an die jüngeren KollegInnen, welche sie nicht mehr extra bezahlt bekommen.
Bei Neueinstellungen führt dieser Umstand sofort zu einem Verlust oder der Verringerung der Zulagen bei den älteren KollegInnen mit Sondervertrag an der Schule. Wie weit und wie schnell man davon betroffen wird, ist schulabhängig vollkommen unterschiedlich und von der Zahl der Neueinstellungen abhängig.
Unsere JunglehrerInnen sind an dieser Situation schuldlos und unser Augenmerk muss sich auf die rasche Korrektur der Vertragsbedingungen konzentrieren.
Um dieses Unrecht zu beenden, fordert die ÖLI-UG die Bundesministerin in einer Petition auf
1. ein Optierungsrecht einzuräumen oder, für den Fall, dass gesetzliche Stichtagsregelungen
kein Optierungsrecht zulassen,
2. eine Anpassung der Gehaltsstufen der Sonderverträge IL in der Art vorzunehmen, dass
die massiven Gehaltsunterschiede minimiert werden.Wir bitten die Kolleg/innen aller Schultypen um Unterstützung unserer Forderungen.
Als eines der wichtigsten Ziele ihrer Arbeit bezeichnete die neue Bildungsministerin Sonja Hammerschmid die Gestaltung eines Bildungssystems, „in dem alle die Chance auf die beste Bildung haben“. Eine immer wiederkehrende Diskussion, die vor einigen Wochen nach bekannt werden der schlechten Deutschkenntnisse der österreichischen Schüler/innen, an Brisanz spürbar zugelegt hat. Seither steht die Förderung von Problemschulen wieder im Mittelpunkt. Aber ein „Patentrezept gibt es bis dato keines“, stellt Romana Beer (orf.at) in ihrem Beitrag: „Index soll für gerechte Verteilung sorgen“, fest.
Sonja Hammerschmid wolle „in einem Land leben, in dem alle Kinder dieselben Chancen haben - unabhängig davon, wo sie wohnen und wer ihre Eltern sind“. Zahlreiche Studien zeigen allerdings, dass der Weg zur Chancengleichheit in der Bildung noch ein langer ist - denn Bildung wird in Österreich nach wie vor vererbt.
Aber auch der Schulstandort ist mitentscheidend, weil die Kinder in sogenannten Brennpunktschulen nachweisbar geringere Chancen auf schulischen Erfolg haben. Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die Finanzierung der Schulen „nach dem Gießkannenprinzip“ erfolgt. Das bestätigt auch Wiens Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky: „Standorte mit großen Herausforderungen bekommen im Wesentlichen die gleichen Mittel zu Verfügung gestellt wie jene mit geringeren.“
Die noch von Heinisch-Hosek angeregte und von ihrer Nachfolgerin Sonja Hammerschmid übernommene Forderung, die Ressourcenzuteilung an einen Sozialindex zu binden, soll diesem Umstand Rechnung tragen. Beer (ORF.at): Sowohl der Stadtschulrat als auch die Wiener AK, die Armutskonferenz und die Initiative Bildung Grenzenlos schlagen eine indexbasierte Verteilung von Ressourcen vor - den „Chancenindex“.
Beer (ORF.at) lässt zum Schluss auch noch Michael Bruneforth zu Wort kommen: Wunder dürfe man sich von einer indexbasierten Finanzierung nicht erwarten. Auf dem Weg zu einem gerechteren Bildungssystem sei die Frage der Finanzierung „nur einer von vielen Pflastersteinen“.
Da hat Bruneforth sicher recht. Nur das vom BIFIE in den letzten Jahren Gebotene, macht uns keine großen Hoffnungen, dass in Bezug auf eine bessere Schule ein substanzieller Beitrag des BIFIE zu erwarten ist. Wenn doch, wäre es wohl ein Wunder.
Der Entwurf zum Schulrechtsänderungsgesetz 2016 ( 1146 d.B.) – das ist das erste Gesetzespaket zur Bildungsreform - ist am 18. Mai 2016 vom Ministerrat einstimmig verabschiedet worden. Mit der neuen Chefin im Bildungsressort, Sonja Hammerschmid, wird der Unterrichtsausschuss des Nationalrats nun darüber beraten, ob das vorgeschlagene Maßnahmenbündel zur Weiterentwicklung von Schulstruktur und -kultur ausreichend beiträgt, wie parlament.gc.at berichtet.
Die ÖLI-UG hat darüber schon des Öfteren berichtet. Ein wichtiges Themen in der ersten gesetzlichen Umsetzung der Bildungsreform ist die vielkritisierte Neugestaltung der Schuleingangsphase. Für die Ausweitung der Sprachförderung gibt es eine breite Zustimmung. Ob FM Schelling auch die erforderlichen Geldmittel bereitstellt, darf aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit seiner neoliberalen Budgetpolitik, vor allem im Beldungsbereich, eher angezweifelt werden.
Neu im Entwurf ist, dass jetzt auch die BMHS, nicht nur die BMS und die AHS, autonom die Einführung der Oberstufe NEU auf 2018/19 bzw. 2019/20 verschieben können.
Weitere Punkte in diesem Gesetzespaket sind die Möglichkeit der alternativen Leistungsbeurteilung in der ersten bis zur dritten Klasse der Primarstufe, der vereinfachte (und billige?) Einsatz von Lehrbeauftragten an der BMHS, mehr Berufsbildung in der Sekundarstufe, Ausbau der digitalen Dokumentation an allen Schulen und mehr Wahlfreiheit der Eltern für sprengelfremde Schulen.
Dazu ein Kommentar von Johannes-Maria Lex in seiner FB-Gruppe „BILDUNG IST ZUKUNFT - FÜR ALLE MENSCHEN IN ÖSTERREICH“:
Das ist also die "neue Regierungspolitik" des Verständnisses, dass die "Menschen draußen" etwas Anderes wollen als bisher? Trotz Begutachtung und trotz Wechsel des Regierungschefs und der zuständigen Bildungsministerin verabschiedet der gesamte Ministerrat (also einstimmig mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP) die alte Ministeriumsvorlage und legt sie dem Unterrichtsausschuss zur Absendung vor: nein, liebe Mitglieder des Ausschusses, Abgeordnete Harald Walser und Matthias Strolz, das kann so nicht durchgehen! Nein, lieber "Schattenminister" Harald Mahrer: das kann doch nicht der Ernst der VP sein?! Elisabeth Grossmann das kann doch nicht der "Kern der SPÖ-Erneuerung" sein?
Neustart Schule – laut Selbstdefinition eine Initiative der Industriellenvereinigung und ihrer Partner – startet eine Umfrage mit dem Titel „40 Jahre Stillstand“. Die Ergebnisse werden im Rahmen der "Bildungsarena am 8. Juni" vorgestellt.
Im Vorfeld zur interaktiven Diskussion "Bildungsarena: 40 Jahre Stillstand" am 8. Juni 2016 wollen die Veranstalter „die Meinung ihrer Community zum Thema Bildungsstillstand erfahren.“
Das Bildungswesen wird oftmals als System der kollektiven Nicht-Verantwortlichkeit gesehen. Doch woher kommt dieser Stillstand und wie kann er bekämpft werden? Wie können die Kinder und ihre Bedürfnisse wieder in den Fokus der Bildungsdiskussion gerückt werden? Und welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft in dieser Debatte? Wie sieht's aus mit den großen, inhaltlichen Fragen wie etwa Herstellung von Chancengerechtigkeit, mehr Qualität in die Pflichtschule oder Maßnahmen gegen Schulabbruch?
„Diese und viele andere Fragen werden wir im Rahmen der "Bildungsarena: 40 Jahre Stillstand" diskutieren“, versprechen die Initiator/innen.
aus dem Konzerthaus: Stimmen für
Van der Bellen
Vom didaktischen Element bis zur Unterrichtskultur
Vortrag von Univ.-Prof. Mag. Dr. Roland Grabner - Karl-Franzens-Universität Graz
Dienstag, 14. Juni 2016 19:30 Uhr
KOM, Altach, Kirchfeldstr. 1a
Formatives Assessment (formative Evaluation) wurde in der umfangreichen Metaanalyse von Hattie als jene didaktische Methode identi!ziert, die den größten Ein"uss auf die Förderung des Lernerfolgs von Schülerinnen und Schülern hat. Diese Methode zielt darauf ab, den individuellen Lernstand und Lernfortschritt regelmäßig zu erfassen und den Unterricht entsprechend anzupassen.
Dies kann zu einer neuen Unterrichtskultur führen, die in jüngeren Werken zu formativem Assessment hervorgehoben wird. In diesem Vortrag wird vor dem Hintergrund des aktuellen Kenntnisstands der psychologischen Lehr- und Lernforschung erläutert, warum formatives Assessment so lernwirksam ist, wie es im Unterricht eingesetzt werden kann und inwiefern dieses Element tatsächlich eine neue Unterrichtskultur begründen kann.
Für diepresse.com ist die neue Bildungsministerin Sonja Hammerschmid eine „Ausreißerin zwischen Rot und Schwarzp“. Wir werden sehen …
Interessant wird vor allem, wie es um den Rückhalt in der SPÖ steht. Der ist für Quereinsteiger generell wichtig – und noch mehr in einem bekanntermaßen schwierigen Ressort wie dem der Bildung. Dieser Rückhalt fehlte Heinisch-Hosek und deren Vorgängerin Claudia Schmied in den Konfrontationen vor allem mit der ÖVP und der ÖVP – Fraktion in der GÖD. In diesem Zusammenhang wird es spannend, ob Hammerschmid, im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen erkennt, dass in der Lehrergewerkschaft auch eine starke und parteipolitisch unabhängige Fraktion, die Österreichische Lehrer/innen Initiative – Unabhängige Gewerkschafter/innen (ÖLI-UG), vertreten ist, die sinnvolle und innovative Bildungspolitik, unabhängig von welcher Partei sie kommen, immer unterstützt. Außerdem wäre ihren Vorgängerinnen einiger Ärger erspart geblieben, wenn sie die Stärke der Unabhängige Bildungsgewerkschaft (UBG) von Anfang an richtig eingeschätzt hätten. Zumindest hat die künftige Ministerin den Lehrer/innen vorab Rosen gestreut: Das sei „eine der anspruchsvollsten Aufgaben, die es in unserer Gesellschaft gibt. Warum tun wir uns so schwer, ihnen den nötigen Respekt zu zollen?“
Hammerschmid: „Egal in welcher Schulstufe, das Augenmerk meiner Lehrer galt immer den individuellen Stärken. Niemand hielt sich unnötig mit meinen Defiziten auf. Was logisch klingt, ist leider in unserem Schulsystem nicht selbstverständlich, wo durch das verbissene Beheben von Schwächen Chancen verbaut werden und Talente verkommen.“ Auch diese Aussage der neuen Bildungsministerin gefällt und macht Hoffnung, dass sie die richtigen pädagogischen Innovationen in Gang setzt.
Sonja Hammerschmid wird aber nur unter der Voraussetzung eine erfolgreiche Bildungspolitik für die Menschen umsetzten können, wenn sie eine breite Unterstützung gegen den neoliberalen und bildungspolitisch erzkonservative Finanzminister Schelling erhält und endlich die erforderlichen Budgetmittel zur Verfügung gestellt bekommt. Schafft sie es nicht, der Geißel des FM, das strukturelles Budgetdefizit von derzeit 550 Mio., durch eine nachhaltige Finanzierung zu entkommen, werden notgedrungen auch weiterhin wichtige Entwicklungen im Bildungsbereich nicht möglich sein.
Wie heute die Vorarlberger Nachrichten (VN) berichten, soll die Mathe-Matura in einigen AHS-Klassen in Vorarlberg sehr schlecht ausgefallen sein. Klaus Hämmerle (VN): Vom Landesschulrat wurde den Direktoren am Dienstag schnell ein Maulkorb umgehängt. „Keine Informationen zur Mathematik-Zentralmatura.“ Trotz Informationssperre informierte zum Beispiel der Direktor des BRG Dornbirn, Reinhard Sepp: „Die Ergebnisse der Mathematik-Zentralmatura sind bei uns schlechter als im Vorjahr“. Das bestätigte auch der Leiter der Arbeitsgruppe Mathematik AHS in Vorarlberg, Freddy Wittwer. Es zeichne sich ab, dass die Ergebnisse der diesjährigen schriftlichen Klausur schlechter ausfallen, als er gedacht habe. „Natürlich liegen noch lange nicht alle Resultate vor, aber es zeichnet sich ab, dass die Leistungen nicht an jene des Vorjahrs herankommen. Wobei ich sagen muss: Die Unterschiede in einzelnen Schulen und Klassen sind doch extrem. Von den bisher eingelangten Ergebnissen weiß ich, dass es Klassen mit über 50 Prozent Nicht genügend gab. Dann jedoch auch wieder solche mit überhaupt keiner negativen Bewertung. Das ist doch sehr interessant.“
Fazit: Im vergangenen Jahr belegten die AHS in Vorarlberg bei der Zentralmatura in Mathematik bundesweit den letzten Rang. Und heuer zeichnet sich ein noch schlechteres Ergebnis ab. Es besteht dringender Handlungsbedarf und die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Zentralmatura darf, nein muss nach diesen extrem unterschiedlichen Ergebnissen wieder gestellt werden.
Die Regierungsumbildung in der SPÖ ist abgeschlossen. Kerns rotes Regierungsteam "steht".
Fix ist jetzt also:
Sonja Hammerschmid, die bisherige Rektorin der Vetmed-Uni Wien, löst Bildungsministerin Heinisch-Hosek ab,
Thomas Drozda, bisherige Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien, folgt Josef Ostermayer als Kulturminister,
Jörg Leichtfried, ehemalige Delegationsleiter der SPÖ im EU-Parlament und derzeit Verkehrslandesrat in der Steiermark, kommt statt Gerald Klug ins Infrastrukturministerium, und
Muna Duzdar, Wiener Landtagsabgeordnete, löst Sonja Steßl als Staatssekretärin im Bundeskanzleramt und dort für Digitales, Verwaltung und den öffentlichen Dienst zuständig, ab.
Außerdem soll Maria Maltschnig, bisher Vorstandsassistentin von Kern, Kabinettschefin des Kanzlers werden.
srf.ch news von Alex Moser: Lernen 2.0: Warum Tablets den Unterricht bereichern
Die Gegner/innen der Verwendung von Tablets im Unterricht, meist Lehrer/innen und Eltern, begründen ihre Vorbehalte vornehmlich mit dem Argument, die flachen Computer ohne Tastatur weckten schon bei den Kleinsten den Spieltrieb und seien deshalb als Lehrmittel unbrauchbar und reine Zeitverschwendung. Ein Vorurteil, mit dem die Erfahrungen in einer Schule in Solothurn und die Ergebnisse der Studie von Lernpsychologiedozentin Doreen Prasse aufräumen. Sie zeigen, dass Tablets mehr als Unterhaltungselektronik sind.
Primarlehrer Matthias Steinmann ist laut Moser begeistert vom neuen Lehrmittel und seine Schüler seien es auch. Kritiker sagen, es sei schlecht, dass Kinder nun auch noch im Schulunterricht mit elektronischen Bildschirmen konfrontiert seien. Steinmann entgegnet: «Das Tablet darf nicht als Unterhaltungsobjekt verstanden werden, sondern als Lehrmittel. Dann ist es auch nicht anders als das Buch.»
Die Annahme, dass Kinder sowieso schon viel zu viel Zeit mit Computerspielen verbringen und durch den Einsatz dieser Geräte im Unterricht dies noch befördern würde, ist gemäß einer Studie der Pädagogischen Hochschule Schwyz aber nicht so. Die Studie von Lernpsychologiedozentin Doreen Prasse zeigt: Kinder mit Tablets an Schulen spielen privat nicht häufiger als solche ohne Tablets: «Im Gegensatz dazu konnten wir zeigen, dass die Schüler – zumindest aus den 5. und 6. Klassen – mehr mit den Tablets zuhause lernen.»
Entgegen aller Vorurteile tun die Kinder, die ein Schul-Tablet besitzen also tatsächlich damit das, was sie tun müssen – sie arbeiten in erster Linie damit, so das Resümee von Alex Moser in srf.ch.
Am 20. Mai wird zum 12. Mal der Harder Literaturpreis verliehen.
Wir laden sie ganz herzlich ein, dabei zu sein, wenn drei Autorinnen in Hard
im Spannrahmen geehrt werden.
Der Zufall hat wunderbar Regie geführt. Waren es beim 11. Literaturpreis drei Männer so sind es heuer drei zu unserer großen Freude drei Frauen:
Katharina Hartwell
Katharina Paul
Eva Woska-Nimmervoll
Die Autorinnen sind anwesend und werden ihre die Siegertexte lesen. Mit der Preisverleihung wird auch das 3. Literaturfestival HardCover eröffnet!
Dagmar Ullmann-Bautz
Projektleiterin Literaturfestival Hardcover 0660 6566836 literaturfestival.hard.at
E I N L A D U N G
InitiatorInnen des Volksbegehrens Bildungsinitiative (2011) laden zur
Bernd Schilcher - Gedenkveranstaltung "Ein Visionär der österreichischen Bildungslandschaft"
am Dienstag, 31. Mai 2016, 17:00
Ringturm, 20. Stock - Schottenring 30, 1010 Wien
Am 29. Mai 2015 ist Bernd Schilcher überraschend aus dem Leben geschieden. Der bildungspolitische Visionär und Kämpfer für ein schülergerechtes Schulsystem war ein wesentlicher Mitinitiator des 2011 durchgeführten "Volksbegehrens Bildungsinitiative". MitstreiterInnen des Bildungsvolksbegehrens gedenken dem vor einem Jahr verstorbenen Bildungsexperten mit einem Blick auf seine legendären bildungspolitischen Forderungen.
Es sprechen:
• Dr. Hannes Androsch
• Univ.Prof. Dr.Dr. Christiane Spiel
• Prof. Dr. Rainer Bromme
Bitte Zusage/Anmeldung bis 26. 05 2016 unter oder Tel. (0)1 5861054, Michaela Häusler
ORF Radio Vorarlberg Nachrichten 16:30: Interview mit Norbert Loacker
Kommentar Manfred Sparr
ÖGB Vorarlberg Landesvorsitzender Norbert Loacker zum Rücktritt Faymanns, seine Anbiederung an die FPÖ und seine radikale Vorstellung, mit welche SPÖ-Politiker/innen jetzt auch noch „aufgeräumt werden müsste“.
Ich will den Inhalt seiner Aussagen jetzt einmal gar nicht kommentieren, das ist auch nicht notwendig. Aber jede/r für sich sollte sich bitte die Frage beantworten, was man von einem Menschen halten soll, der auf seine Parteifreunde eintritt, sobald sie sich nicht mehr wehren können? Und hört euch auch bitte das Interview im Radio Vorarlberg (09.05.16 16:30) mit Norbert Loacker an. Vielleicht täusche ich mich, aber die Aggressivität in der Stimme und die radikalen holprigen Formulierungen erweckten bei mir den Eindruck, dass er in Erwartung einer neuen Koalition mit Bundeskanzler Strache schon voreilig der „bessere FPÖ´ler“ sein will.
Für mich stellt sich jedenfalls die Frage, ist Loacker als Gewerkschafter, vor allem als ÖGB Landesvorsitzender noch tragbar?
Es ist Zeit für mehr Solidarität! ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker zum 1. Mai - Foto: HP ÖGB Vbg
Österreichischen LehrerInnenInitiative/Unabhängige GewerkschafterInnen (ÖLI/UG)
Stellungnahme zum Schulrechtspaket 1
Vorbemerkung: Im Schulrechtspaket 1 sind zentrale bildungspolitische Fragen, wie Bundeskompetenz für den gesamten Bildungsbereich und alle PädagogInnen/LehrerInnen, Modellregionen, gemeinsame Schule, Schulautonomie und transparente, sozialindizierte Ressourcenzuteilung nicht enthalten. Reinhart Sellner
>>>> Stellungnahme
Aus dem Rundschreiben des bmbf an die LSR/denSSR:
Bei der Organisation der Arbeitsgruppen zur Vorbereitung auf den mündliche Teil der Reife- und Diplomprüfung - zeitlich zwischen der schriftlichen und mündlichen Prüfungen gelegen - ist es zu unterschiedlichen Interpretationen gekommen. Mit diesem Erlass wird nun versucht, wieder eine einheitliche Vorgangsweise herzustellen.
Grundprämisse ist, dass in den knapp bemessenen bis zu vier Vorbereitungsstunden eine fachpädagogische
Auseinandersetzung mit dem Prüfungsgebiet möglich sein muss. Es macht also keinen Sinn, nur eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung für ein Wahlfach anzusetzen, das völlig unterschiedliche Prüfungsgebiete enthält. Wenn beispielweise die Wahlfächer “Geschichte, Geographie und politische Bildung“ und „Naturwissenschaften“ (einen beliebte Wahl im HTL – Lehrplan) in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe vorbereitet werden müssen, ist keine inhaltliche Vorbereitung mehr möglich. Daher haben natürlich so viele Arbeitsgruppen
eingerichtet zu werden, als im Prüfungsgebiet Wahlfach Kandidat/innen zu einzelnen unterschiedlichen Gegenständen antreten. >>> weiter lesen
Weil diesbezüglich einige Anfrage an die ÖLI-UG erfolgten und sicher in den meisten HTLs aktuell ist, noch eine Klarstellung:
Die Vorbereitungsstunden für die mündliche Reife(- und Diplom)prüfung betrage 4 Stunden pro Gruppe mit max. 20 Schüler/innen und pro Prüfungsgebiet.
Im Gesetz ist dazu eindeutig festgelegt, dass die Gruppen klassenübergreifend geteilt werden müssen. Daraus folgt auch – und dieser Ansicht ist auch das bmbf, dass die Gruppen NICHT abteilungsübergreifend geteilt werden!
>>> zum geamten Rundschreiben
Die vlikraft ist fertig und wird diese Woche in deiner Schule aufliegen. Sie steht ab heute auch online zur Verfügung.
16 Seiten voll mit interessante Themen:
Verkehrte Welt - Ethikunterricht - Flüchtlingsklasse - Oberstufe NEU an der HAK Bregenz - Zukunftsfonds - Wo bleibt das Geld für Bildung? - News - Sportgymnasium – unzumutbare Arbeitsbedingungen - Empfehlungen
- Schulen schauen – Brücken bauen
Wie spiegel.de berichtet, zeigt die aktuelle Sinus-Jugendstudie, die alle vier Jahre vom Sinus-Institut untersucht, wie junge Menschen in Deutschland ticken.
Das Ergebnis: Die Jugendlichen suchen das "gute Leben", sind angepasst und normenorientiert. Provokation und sich von den Eltern abgrenzen zu wollen, ist 2016 für die Jugendlichen kein Thema mehr. Dagegen ist „Mainstream“ in. Es ist für die heutige Jugend "ein Schlüsselbegriff im Selbstverständnis und bei der Selbstbeschreibung". Sie wollen sein „wie alle“. Und das gilt für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen. Muslimisch geprägte Befragte distanzieren sich demonstrativ von religiösem Fundamentalismus, religiöse Toleranz und Vielfalt werden in allen Milieus als wichtige Norm betont.
bmbf: Österreichweite Stellenausschreibungen für das Schuljahr 16/17 aller Schultypen
Die Bewerbungen sind über das jeweilige Online-Bewerbungsportal bis längstens 4. Mai 2016 beim zuständigen Landesschulrat (Stadtschulrat für Wien) einzureichen.
Armin Wolf analysiert die Ergebnisse des aktuellen Berichts „Bildung in Zahlen“ der Statistik Austria. Sein Resumee: „Und jedes Jahr finden sich darin Ergebnisse, die einen sehr nachdenklich machen können. Nach wie vor hängt es nämlich nur zum (kleineren) Teil von den Talenten eines Kindes ab, welchen Schulabschluss es einmal machen wird. Mindestens genauso wichtig ist der Schulabschluss der Eltern.“
Die Fakten (> siehe Grafik): Von den 25-44jährigen, deren Eltern nur einen Pflichtschulabschluss haben, machen knapp 17% Matura und nur 6,8% einen Uni/Hochschulabschluss. Haben die Eltern maturiert, haben auch 65% der Kinder einen Matura- und 31,7 % einen Uniabschluss. Aber 81% der Akademiker-Kinder maturieren und 47,6% machen einen akademischen Abschluss.
„Nun sind Akademiker-Kinder aber ziemlich sicher nicht drei Mal so klug wie die Kinder von Installateuren oder Bürokauffrauen oder fünf Mal so talentiert wie Kinder von Hilfsarbeiter-Innen. Ganz offensichtlich ist unser Schulsystem aber nicht in der Lage, die unterschiedlichen Bildungsniveaus von Zuhause auch nur annähernd auszugleichen“, stellt Armin Wolf in seinem Kommentar fest.
Das Schulsystem sei zwar theoretisch durchlässig, aber wie die Statistik zeigt, gehen eben aus einer AHS-Unterstufe 89% und aus einer NMS nur 46% der Schüler/innen in eine Oberstufe weiter. Wie bereits in den Jahren davor, belegt auch der aktuelle Bericht „Bildung in Zahlen“, dass die Chance für Akademikerkinder Akademiker/in zu werden, sieben Mal höher ist als für Kinder von Eltern mit Pflichtschulabschluss. Also „völlig unabhängig von IQ, Talent oder Fleiß. Einfach Glück im Geburten-Lotto“, so Armin Wolf.
Jürgen Rainer (fcg) wird übermorgen, Donnerstag, beim Gewerkschaftstag in Wien seine Funktion als Vorsitzender bei der Gewerkschaft öffentlicher Dienst an den BMHS an Roland Gangl (fcg) abgeben. Laut diePresse.com gelte der Stellvertreter Rainers, Roland Gangl, als der logische Nachfolger. Gangl eile der Ruf eines peniblen Fachmannes für Dienstrechtsangelegen-heiten voraus, so diePresse.com.
Auf die Frage: „Was soll Ihr Nachfolger anders machen als Sie?“, antwortete Rainer wenig überraschend: „Er soll bitte ja nichts ändern.“
Dazu passt auch der folgende Auszug aus dem Interview:
„Sind alle Reformen per se falsch?“ Rainer: „Sie sind unnötig. Sie bringen keinen besseren Unterricht. Ich halte die Zentralmatura beispielsweise für eine sinnlose Angelegenheit.“
„Heuer findet diese erstmals an den BHS statt. Fürchten Sie sich?“ Rainer: „Mir geht es da wie dem Kleinkind im tiefen, dunklen Wald. Ich pfeife vor mich hin und hoffe, jeder hört mich und lässt mich in Ruhe. Das Ministerium ist zuversichtlich, das Bifie-Institut hat gelernt und die Schüler sind gut vorbereitet.“
Eh klar „… bitte nichts ändern“. Oder wie ist das noch mit den drei Affen? Nichts hören, sehen, tun?
Außer in Vorarlberg ist der parteipolitische Einfluss, vor allem der ÖVP (FCG), in Österreichs Schulen massiv.
Die Österreichische Lehrer/innen Initiative (ÖLI-UG) ist in Österreichs die einzige parteipolitisch unabhängige Lehrer/innen-Personalvertretung. In den letzten Jahren hat sie bei den Personalvertretungswahlen in den meisten Bundesländern und auch Bundesweit deutlich zugelegt. ( > siehe Wahlergebnisse 2014). In Vorarlberg ist die parteiunabhängige Vorarlberger Lehrer/innen Initiative (VLI), die Landesorganisation der ÖLI-UG, seit über zehn Jahren die stärkste Kraft in der AHS und BMHS.
„Hoffnung macht Vorarlberg, wo unabhängige Gewerkschafter die jahrzehntelange Dominanz der Christgewerkschafter beenden konnten“, schreibt dazu der Kurier > kurier.at .
Geldsegen für das Militär - Schelling schwemmt über eine Milliarde Euro ins Heeresbudget
Bundeskanzler Faymann verkündete heute am Vormittag sichtlich stolz, dass bei – derzeit noch nicht vollständig abgeschlossenen – Verhandlungen mit Finanzminister Schelling ziemlich sicher zwischen „einer und 1,3 Mrd. Euro“ für das Heer zusätzlich herausschauen wird. Der bei der Pressekonferenz auch anwesende Verteidigungsminister Doskozil kann also mit einer ordentlichen Aufstockung seines Budgets bis 2020 rechnen. Investiert werden soll das zusätzliche Geld in Ausrüstung und Mobilität. Details wollte Doskozil vorerst und verständlich-erweise nicht nennen. Gerüchte sprechen von zusätzlichen Panzern und Hubschraubern. In Zeiten der Sparwut dieser Regierung in allen sozialen Bereichen, würde ein solches Vorhaben wahrscheinlich bei den meisten Österreicher/innen nicht goutiert werden. Da klingt seine doch noch gemachte Ankündigung politisch doch viel verdaulicher. 25 bis 30% des zusätzlichen Budgets sollen "direkt in das Personal" - neue Helme, Sanierung von Kasernen, Schutzaus-rüstung usw. - fließen. Das Heer benötige wegen der neuen Herausforderungen wie Grenz-sicherung, Terrorbekämpfung und „neuer Bedrohungsszenarien“ dringend mehr Geld für Investitionen „in der Truppe“.
Das muss man doch verstehen. Dieses Bedrohungsszenario hat doch viel mehr Gewicht als die Warnungen vor den Folgen der destruktiven neoliberalen Budgetpolitik Schellings vor allem im Bereich Bildung, Soziales, Gesundheit und Umwelt.
Denn wer bei der Bildung spart, braucht bald ein starkes Heer. So gesehen macht eine Aufstockung des Militärbudgets also doch irgendwie Sinn?
Entwurf des Schulrechtspaket 2016 – Schülerbeschreibungsbogen
Ein Kommentar (Auszug) von Johannes-Maria Lex in der FB-Gruppe „BILDUNG IST ZUKUNFT - FÜR ALLE MENSCHEN IN ÖSTERREICH!“
Mit dem Entwurf des Schulrechtspaket 2016, der zur Begutachtung ausgesandt ist, wird der Schülerbeschreibungsbogen, der mit dem Schulunterrichtsgesetz 1974 mit gutem Grund abgeschafft worden ist, in Form eines „Kinderbeschreibungsbogens“ offensichtlich wieder einführt und dabei keine bis wenig Überlegungen angestellt werden, was die Datenweitergabe (!) betrifft.
Dies trifft umso mehr zu, als nicht definiert wird,
• um welche Dokumente es sich dabei handelt,
• wie zuverlässig und aussagekräftig sie sind und
• inwieweit diese dann sogar noch - die bereits vorgesehenen - Gespräche zwischen ElementarpädagogInnen und PrimarschulpädagogInnen ersetzen sollen („Die schulpflichtig gewordenen Kinder sind von ihren Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten zur Schülereinschreibung bei jener Volksschule anzumelden, die sie besuchen sollen. Hierbei sind die Kinder persönlich vorzustellen und allfällige Unterlagen, Erhebungen und Förderergebnisse, die während der Zeit des Kindergartenbesuches zur Dokumentation des Entwicklungsstandes, insbesondere des Sprachstandes erstellt wurden, vorzulegen.“)
Mit der bloßen Übergabe von Daten und Dokumenten werden wir besonders jenen Kindern nicht gerecht, die Unterstützung zur Bewältigung dieses Übergangs brauchen: es ist eher zu befürchten, dass wir in die Zeit der „SchülerInnenbeschreibungsbögen“, die mit Recht abgeschafft worden sind, zurückfallen.
Eine vorschnelle Etikettierung der Kinder, Missverständnisse zwischen den Beteiligten und Betroffenen, neue, zusätzliche Drucksituationen für Kinder, Eltern und ElementarpädagogInnen scheinen damit vorprogrammiert!
Siehe dazu:
… die bisherigen Beiträge auf oeliug.at zu diesem Thema
… Plattform EDUCARE
... weiter unten (08.04.2016): Schulrechtspaket: Elementarpädagogik "prominent" vertreten, aber mit ....
Die neuen "Schulnotizen" sind da
Die Schulnotizen sind eine regelmäßig erscheinende Zeitschrift der APS - Vorarlberg
SLV, Freie Lehrer/innen, VLI. Schwerpuktthemen in dieser Ausgabe:
Der „erste Teil der Bildungsreform“ ist auf dem Weg – die Elementarpädagogik ist prominent vertreten. Wir von der Plattform EduCare wollen diese Art der Prominenz jedoch nicht!
In der Presseausendung der Plattform EduCare kritisiert Heidemarie Lex-Nalis, Sprecherin der Plattform EduCare, den Begutachtungsentwurf des Schulrechtspaketes. Die Elementarpädagogik sei zwar „prominent vertreten“, und es sei ja „erfreulich, dass KindergartenpädagogInnen zugetraut wird, dass sie in der Lage sind, „Entwicklungen, Stärken, Schwächen, Talente, Interessen und Begabungen“ von einzelnen Kindern zu erkennen und dass sie „das Wissen um den Sprachstand eines Kindes sowie um allfällige im letzten Kindergartenjahr getroffene Fördermaßnahmen“ haben“, aber die Ausführungen in der Gesetzesvorlage zeigten wieder einmal deutlich, dass „im Bildungsministerium niemand für den Kindergartenbereich zuständig ist. Elementarpädagogische ExpertInnen kämen nämlich nicht auf die Idee, dass dieses Wissen ausreicht, um den in diesem Gesetzesentwurf vorgesehenen, „Informationstransfer zwischen Kindergarten und Schule sicher zu stellen“.
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Gestern Abend haben sich die kolationären Verhandler/innen über den ersten Teil der im November paktierten Bildungsreform geeinigt.
Heute geht das erste „Schulrechtspaket“ in Begutachtung.
Nach der ersten Analyse des Gesetzesentwurfes zeichnen sich folgende, nicht unerwartete Änderungen ab:
Sprachstartgruppen und Sprachförderkurse (Seite 2 + 3)
Die Sprachförderung wird laut Entwurf im Schulorganisationsgesetz (SchOG) mit einem neuen Paragrafen, dem §8e, geregelt. Er gilt für alle Schultypen, von der Volksschule bis zu den höheren Schulen. Schüler/innen mit mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache, „sind in den Schuljahren 2016/17, 2017/18 und 2018/19 in Sprachstartgruppen und Sprachförderkursen jene Sprachkenntnisse zu vermitteln, die sie befähigen, dem Unterricht der betreffenden Schulstufe zu folgen“, heißt es im Gesetzesentwurf. Wobei in den Sprachstartgruppen statt dem „normalen“ Unterricht im Ausmaß von elf Wochenstunden Deutsch unterrichtet wird. Sie können geblockt unterrichtet und schulstufen-, schul- oder schulartübergreifend geführt werden. Die Sprachförderkurse können statt oder aufbauend auf den Sprachstartgruppen geführt werden. Im Ausmaß von elf Wochenstunden soll integrativ im „normalen“ Unterricht Deutsch unterrichtet werden. Die Startgruppen und Förderkurse dauern ein oder höchstens zwei Jahre.
Flexibilisierung der Schulsprengel (Seite 11)
Den Ländern wird ermöglicht, den Schulbesuch zu flexibilisieren. Mit Zustimmung des Schulerhalters der sprengelmäßig zuständigen Schule kann auch eine sprengelfremde Schule besucht werden.
NOSt – „Übergangsrecht“ (Seite 12)
Das Übergangsrecht für die Einführung der Neuen Oberstufe (NOSt) betrifft die allgemein bildenden höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden mittleren Schulen (BMS), nicht aber die BHS, die berufsbildenden höheren Schulen. Die Schulleitung kann die Einführung der NOSt von 1.9.2017 auf 1.9.2018 oder 1.9.2019 verschieben, „wenn dies im Hinblick auf die erforderlichen pädagogischen und organisatorischen Maßnahmen zur Vorbereitung der Umsetzung der neuen Oberstufe an der betreffenden Schule dringend geboten erscheint.“
Leistungsbeurteilung und Klassenwiederholungen in der Volksschule (Seite 13 + 14)
Für die ersten drei Klassen der Volksschule kann eine alternative Leistungsbeurteilungen beschlossen werden. Wie diese zu erfolgen haben, wird im Gesetzesentwurf überraschend detailliert beschrieben. Die schriftliche Information über die Lern- und Entwicklungssituation hat nach einem Bewertungsgespräch mit den Eltern und Schüler/innen am Ende des 1. Semesters und am Jahresende zu erfolgen. Zusätzlich sind von der Schule mindestens zwei Elternsprechtage durchzuführen. Die Entscheidung über die Form der Leistungsbeurteilung trifft das Schulforum für jede Klasse extra.
In den ersten drei Klassen gibt es kein Sitzenbleiben mehr, außer die Klassenkonferenz entscheidet, dass ein Wechsel während des Jahres in die nächsthöhere oder nächstniedrigere Schulstufe der Lernsituation des/der Schüler/in besser entspricht. Dies ist aber nur in dem Ausmaß zulässig, als für den erfolgreichen Abschluss der dritten Klasse nicht weniger als zwei und nicht mehr als vier Schuljahre benötigt werden.
Schuleinschreibung (Seite 20)
Wird der §6 Absatz 1 des Schulpflichtgesetzes entsprechend des Begutachtungsentwurfes geändert, müssen die Eltern für die Schuleinschreibung ihre Kinder "persönlich" vorstellen und auch „allfällige Unterlagen, Erhebungen und Förderergebnisse, die während der Zeit des Kindergartenbesuches zur Dokumentation des Entwicklungsstandes, insbesondere des Sprachstandes erstellt wurden“, vorlegen.
Mehr billiges Personal – Freizeitpädagogik und Lernhilfe (Seite 20)
Unter anderem macht die vorgeschlagene Änderung des Hochschulgesetzes macht den Weg frei für mehr Freizeitpädagog/innen und Erzieher/innen für die Lernhilfe. „An der Pädagogischen Hochschule sind weiters Hochschullehrgänge für Freizeitpädagogik (für Erzieherinnen und Erzieher für die Freizeit an ganztägigen Schulformen – Freizeitpädagoginnen und -pädagogen) sowie Hochschullehrgänge zur Qualifikation für die Erteilung von Lernhilfe an ganztägigen Schulformen (für Erzieherinnen und Erzieher für die Lernhilfe) im Umfang von jeweils 60 ECTS-Credits bei Bedarf anzubieten und zu führen“, heißt es im Begutachtungsentwurf. Dadurch werden laut einer Aussendung der Ministerin in Zukunft „auch ErzieherInnen mit Matura und Zusatzausbildung die Lernhilfe übernehmen können. Dadurch wird der Personaleinsatz in ganztägig geführten Schulformen flexibler.“ Und billiger natürlich.
Ein wenig Schulverwaltung (Seite 23)
Obwohl das Thema Schulverwaltung wegen den derzeit noch unüberwindlichen scheinenden Differenzen zwischen den beiden Regierungsfraktionen erst für den zweiten Teil des Bildungspakets geplant war, steht im jetzt vorliegenden Entwurf, dass künftig ein "rechtskundiger Verwaltungsbediensteter des Bundes" als Amtsdirektor/in des Landesschulrates zu bestellen ist. Bisherige Amtsdirektor/innen können bis 2026 bleiben. Danach muss die Stelle neu Ausgeschrieben werden.
Hintergründe und Auswirkungen des Kompetenzkonzepts in Schule und Bildung
Prof. Dr. Jochen Krautz - Wuppertal
07. April 2016 | 20 Uhr
ORF Landesstudio Vorarlberg Dornbirn
Eintritt frei
• Das Kompetenzkonzept ist wissenschaftlich ungeklärt.
• Es dient dazu, Bildung messbar zu machen.
• Kompetenzkataloge kann man nicht unterrichten.
• Kompetenzorientierung vernachlässigt die Inhalte und senkt das Bildungsniveau.
• Kompetenzen vernachlässigen die Moralität und steuern das Wollen.
• Kompetenzen zielen auf Anpassung.
• Die OECD verfolgt eine Strategie kultureller Entwurzelung.
• Folge in Schule und Elternhaus: Verwirrung und Verlust von Pädagogik und Didaktik.
Eine Kooperation der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft UBG und der Vorarlberger LehrerInnen Initiative VLI in der Reihe „Schule Bewegen”
Seit 01. Jänner 2016 ist die neue Reisegebührenvorschrift (RGV) in Kraft.
Für die Abrechnung von Dienstreisen gibt es ein neues Formular (Download - Bild anklicken).
Ausführliche Informationen über die Neuerungen ab 01. Jänner 2016
Der Sprecher der ARGE Gemeinsame Schule Vorarlberg, Peter Fischer, ist überzeugt:
Die frühe Selektion der VolksschülerInnen Mitschuld an den desaströsen Ergebnissen.
Bei der Ursachenforschung nach den Ergebnissen der Schreib- und Leseleistungen der 4. Klassen möchte ich den Fokus auf das selektive Schulsystem lenken. Dies ist nicht nur extrem teuer, ineffizient, sondern auch leistungsfeindlich. Durch die viel zu frühe Trennung der VolksschülerInnen mit 10 Jahren und dem Entscheidungsdruck, ob sie in die Mittelschule oder ins Gymnasium gehen sollen, sind die VolksschullehrerInnen seit Jahren einem immer größer werdenden Druck ausgeliefert. Ein wertschätzendes Lernklima und die vertiefende Auseinandersetzung mit den grundlegenden Dingen, die die Volksschule vermitteln soll, nämlich Schreiben, Lesen und Rechnen, wird immer mehr von der Frage dominiert, welche Noten bekommen die Kinder und reichen diese fürs Gymnasium. Die eigentliche Frage, was können die Kinder und wo muss nachgebessert werden, tritt somit in den Hintergrund. Wenn die natürliche Neugier der Kinder sukzessive von der Frage: „Welche Note bekomme ich?“ abgelöst wird, dann wird die Note „zum feindlichen Agent im Reich des Lernens“, um Rupert Vierlinger, ein emeritierter Pädagogikprofessor, zu zitieren. Zudem sind die VolksschülerInnen in Vorarlberg im Vergleich zu den anderen Bundesländern auch zeitlich einem früheren Druck ausgeliefert, weil durch die Oneline-Meldungen der Semesternoten in der 4. Klasse die Entscheidung der Selektion um ein halbes Jahr früher erfolgt.
In einem Interview mit der diePresse.com meint Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, dass Lehrer/innen zu Mehrarbeit bereit wären, wenn rundherum alles passt. Man könne „in einer gemeinsamen ganztägigen Schule sehr wohl über mehr Stunden sprechen. Vorausgesetzt, es passt rundherum alles. Die Lehrer müssen genügend Platz zum Arbeiten haben, und es muss genügend Unterstützungspersonal geben. Ich glaube, dass das Arbeitsumfeld die Hauptfrage ist, und nicht, ob ich nun zwei Stunden mehr oder weniger unterrichte. Wenn das Umfeld passt, dann wäre die Bereitschaft der Lehrer auch da. Das war nie ein Tabuthema. Da können Sie auch die Spitzengewerkschafter fragen.“
Die Ministerin erklärt in diesem Zusammenhang auch, wie sie sich den Tagesablauf eines/r Lehrer/in in einer verschränkten Ganztagesschule in Zukunft vorstellt: „Zwischen neun und zehn Uhr [machen] Sportcoaches und Freizeitpädagogen allein mit den Kindern die tägliche Bewegungseinheit. Die Lehrer würden die Zeit nutzen, um vorzubereiten oder zu korrigieren. Zwischen drei und vier Uhr am Nachmittag werden die Lehrer noch die eine oder andere Unterrichtseinheit oder individuelle Lernbertreuung machen.“ Für das Problem mit den fehlenden Arbeitsplätzen für das Lehrpersonal müssten kreative Lösungen gefunden werden. Dabei denkt Heinisch-Hosek an freie Ruhe- und Klassenräume. Dazu benötige man halt „eine gescheite Ablage.“
Und außerdem sitzen vor allem Schüler/innen aus bildungsfernen Familien am Nachmittag viel zulange vor dem Fernseher und es fehlt ihnen zu Hause die Ansprache, stellt die Ministerin fest. Das sei mit ein Grund, dass Kinder aus bildungsfernen Familien am Ende der Volksschule bis zu drei Lernjahre im Rückstand sind.
Für die Finanzierung des jährlichen strukturellen Defizits im Bildungsbudget erwartet sich die Bildungsministerin Lösungen vom Finanzminister. Das sei „eine Angelegenheit der gesamten Regierung“.
5. Enquete. Zukunft trotz(t) Herkunft - Fairteilung von Bildungschancen!
Kinder entfalten ihr Potential durch mehr Unterrichtsqualität. Dafür braucht es eine transparente, bedarfsorientierte und gerechte Schulfinanzierung.
Montag, 23. Mai 2016 14:30 Uhr – 19.00 Uhr
AK Bildungszentrum - Großer Saal - Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien
Jedes Kind soll die Bildungsziele erreichen!
Transparente und gerechte Schulfinanzierung durch indexbasierte Mittelzuweisung ist die Grundlage für mehr Chancengerechtigkeit. Denn nur wenn sich der Unterricht an den individuellen Voraussetzungen der SchülerInnen und den bestehenden Rahmenbedingungen der Schulstandorte orientiert, können die Potentiale jedes Kindes optimal gefördert werden. Damit Schulstandorte jedes Kind zum Bildungsziel begleiten können brauchen sie Ressourcen, die an ihre Anforderungen angepasst sind. Punktgenaue Ausstattung statt eine Verteilung mit der Gießkanne.
Die Reaktionen aus Politik, Gewerkschaft und Kammern auf die Bildungsstandardtestungen in Deutsch für die vierte Klasse Volksschule zeigen durchwegs Sorge über die teils schlechten Deutschkenntnisse der Schüler/innen. Obwohl sich die Ergebnisse im Vergleich zur letzten Testung 2010 verbesserten, haben immer noch 15% der getesteten 10-Jährigen die Bildungsziele in mindestens drei von vier Bereichen nicht erreicht.
Reaktionen:
Pflichtschullehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG): „Das ist natürlich bedauerlich, aber wundert mich nicht“ (APA). Er fordert mehr Fördermaßnahmen.
Pflichtschulgewerkschafter Thomas Bulant (FSG): „Das Unterrichtsressort und die LehrerInnen stoßen an ihre Grenzen“(PA).
ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank: Die Testergebnisse zeigen „die Notwendigkeit der zuletzt von der Regierungskoalition beschlossenen Bildungsreform“.
SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann: Die Verteilung der Ressourcen für Schulen müssen neu angedacht werden.
FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz: Er meint, dass „Kinder in Österreich durch linke Experimente im Bildungsbereich in Wahrheit einfach links liegen gelassen werden“.
Grüne-Bildungssprecher Harald Walser: Er habe damit gerechnet, dass die Resultate nicht befriedigend ausfallen würden, aber dass Mängel in diesem Ausmaß diagnostiziert würden, sei einfach erschreckend und forderte deshalb einen nationalen Schulterschluss anstelle der ideologischen Grabenkämpfe in der Bildung. In Kindergärten und Volksschulen müssten umgehend die nötigen Maßnahmen umgesetzt werden – und es dürfe kein Sparprogramm auf Kosten der Kinder geben. (PA)
NEOS – Chef Mathias Strolz: “Wir brauchen rasch mehr Aufmerksamkeit für die Drei- bis Zehnjährigen” und fordert forderte eine neue Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Volksschule mit fließenden Übergängen – und eine Umstellung der Schulfinanzierung zu einem bedarfsorientierten Index-Modell: “Dort wo ein Elternteil nur Pflichtschulabschluss hat, soll für dieses Kind mehr Geld an die Schule fließen. Weil ganz offensichtlich größere Herausforderungen da sind”. (vol.at)
Team-Stronach-Bildungssprecher Robert Lugar: Er fordert eine „totale“ Schulautonomie.
Industriellenvereinigung (IV): „Wenig Grund für Optimismus“ und einen „klaren Auftrag an die Politik, endlich die Weichen für grundlegende Reformen des Bildungssystems zu stellen“.
Wirtschaftskammer (WKÖ): Die Ergebnisse sind „ein klares Alarmzeichen - und das gestartete Bildungsreförmchen muss endlich zu einer echten Bildungsreform reifen“.
Arbeiterkammer (AK): Kritisch ist vor allem der signifikante Zusammenhang von Leistung und sozialem Hintergrund der Eltern.
Die Ergebnisse der Bildungsstandarderhebung in den vierten Klassen der Volksschulen zeigen, dass der Bildungsabschluss der Eltern, Sozialstatus und Migrationshintergrund die Deutschkompetenz signifikant prägen.
Diesem Umstand will Bildungsministerin Heinisch-Hosek zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken. Wie orf.at berichtet, teilte heute die Ministerin bei einer pressekonferenz mit, dass sie diesem Ergebnis Rechnung tragen will und beim Finanzausgleich eine Neuverteilung der Ressourcen für die Schulen anstrebe. „Wir sollten über eine Sozialindexierung sprechen“.
Für den Kärntner Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger ist die Sozialindexierung in Verbindung mit einer Autonomie an den Standorten begrüßenswert. Anders sieht das wieder einmal sein Kollege aus Oberösterreich, Fritz Enzenhofer. Er wünscht sich, dass die Schulaufsicht mehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Was uner anderem auch dazu führen sollte, dass der Landesschulrat stärker die Lehrerfortbildung steuern können sollte. Notfalls müssten Lehrer dazu auch verpflichtet werden können.
Ergebnisse der Standardüberprüfung Deutsch (4. Schulstufe)
Im Mai 2015 wurden die Deutschkompetenzen der Schüler/innen der 4. Schulstufe im Rahmen einer Standardüberprüfung erhoben. Laut bifie wurden an die 75.000 Schüler/innen aus fast 3000 Volksschulen getestet. Die Kompetenzmessungen in den Bereichen Leseverständnis, Rechtschreiben, Hörverstehen, Verfassen von Texten und Sprachbetrachtung wurden flächendeckend schriftlich, die Kompetenz im Sprechen wurde an mit Stichproben erfasst.
Die Ergebnisse zusammengefasst:
Das unwichtigste Ergebnis, das aber am meisten interessiert, zu Beginn: Im Bundesländervergleich schneiden die Schüler/innen aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg am besten ab, die Vorarlberger und Wiener Volksschüler/innen bilden das Schlusslicht. Wobei Wien nur um geringfügig weniger Punkte erreichte als Vorarlberg. Auch insgesamt liegen alle Bundesländer nur wenige Punkte – max. 26 – auseinander.
Das wichtigste Ergebnis, das zwar schon lange bekannt ist, aber doch am wenigsten interessiert:
Und wieder einmal bestätigt sich durch diese Testung, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss der Eltern und den Leistungen ihrer Kinder besteht. Vor allem beim Lesen sind die Unterschiede zwischen Kindern von Akademiker/innen und jenen mit Eltern, die maximal Pflichtschulabschluss haben, besonders dramatisch: 126 Punkte! Das bedeuten in etwa einen Rückstand von drei Lernjahren!
Die bundesweit zusammengefassten Ergebnisse:
Im Leseverständnis übertreffen 6 % der Schüler/innen und erreichen 56% die Lernziele. 25% schaffen die Standards teilweise und 13% sie nicht. Im Vergleich zur letzten Testung im Jahr 2010 haben sich die Schüler/innen im Bundesdurchschnitt von 500 auf 523 Punkte verbessert.
In der Textproduktion mit den vier Dimensionen Inhalt, Aufbau, sprachliche Angemessenheit und sprachliche Richtigkeit, zeigen die Schüler/innen die schwächsten Ergebnisse von allen Kompetenzbereichen in Deutsch. 20% der Schüler/innen haben die die Bildungsstandards in Verfassen von Texten in allen Dimensionen erreicht bzw. übertroffen. 14% Prozent in drei von vier Dimensionen. Über 30% erreichten sie nur teilweise und 25% hauptsächlich nicht.
In Rechtschreiben haben sich Getesteten im Vergleich zu 2010 nur minimal, von 500 auf 504 Punkte verbessert.
7% der Schüler/innen übertreffen und 68 % erreichen in der Sprachbetrachtung die Lernziele. Nur teilweise erreichen die Standards 13% der Schüler/innen und 12 % erreichen sie nicht. Im Durchschnitt haben sich die Fähigkeiten der Schüler/innen im Bereich des Sprachbewusstseins seit 2010 um 24 Punkte verbessert.
3% der Schüler/innen übertreffen und 60 % erreichen im Bereich Hören die Lernziele. Nur teilweise erreichen die Standards 25% der Schüler/innen und 10 % erreichen sie nicht.
29% der Schüler/innen haben alle Bildungsstandards in Deutsch erreicht bzw. übertroffen. Weitere 25 % erreichen die Bildungsstandards großteils, 14 % hauptsächlich und 17% noch überwiegend teilweise. 14% erreichen die Lernziele für die Volksschule in Deutsch hauptsächlich nicht.
Die Mädchen schneiden im Fach Deutsch insgesamt etwas besser ab als die Buben, Schüler/innen mit Migrationshintergrund schneiden durchschnittlich ebenfalls schlechter ab. Wobei vor allem die negative Abweichung (77 Punkte) beim Hörverständnis auffallen ist. Der um den Sozialstatus korrigiert Wert ist mit 51 Punkten zwar deutlich besser aber immer noch sehr hoch.
Weitere Informationen im Detail, Links und Downloads findet ihr auf der bifie-Seite über die „Ergebnisse der Standardüberprüfung Deutsch (4. Schulstufe)“
Kanzler Faymann sitzt offensichtlich in der Klemme und lenkt mit LehrerInnen-Bashing von der eigenen und der Unfähigkeit der ganzen Bundesregierung ab
Das ist keine Aprilscherz: „Würde man ein neues Dienstrecht umsetzen und die Stundenzahl (der Lehrer, Anm.) massiv verändern, dann würde das für das Schulbudget eine gewisse Entlastung bringen“, so wird W. Faymann in der „Presse am Sonntag“ zitiert.
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